Covid-Impfung und DiabetesGrazer Studie erforscht Auswirkungen auf Blutzucker und Immunantwort

Eine Studie der Med Uni Graz untersucht das Zusammenspiel von Diabetes und der Coronaimpfung. Die ersten Erkenntnisse liegen bereits vor.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© KaterynaNovikova/stock.adobe.c
 

Im Rahmen der Coronapandemie haben Mediziner schon früh erkannt, dass Menschen, die von schweren Covid-19-Verläufen betroffen sind, häufig auch an Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten oder Diabetes mellitus leiden. Entsprechend fallen Diabetiker in die vom Nationalen Impfgremium (NIG) definierten Risikogruppe für eine Covid-19-Erkrankung und es wurde die Empfehlung ausgesprochen, dass sich Betroffene möglichst rasch impfen lassen sollen.

Unklar ist bisher noch, ob die Immunreaktion auf eine Covid-19-Impfung bei Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 eingeschränkt ist, ob sie einen Einfluss auf den Blutzucker selbst oder ob die Blutzuckereinstellung selbst einen Einfluss auf die Produktion der Antikörper nach der Immunisierung hat.

Diese Fragen werden aktuell in der "COVAC-DM-Studie" untersucht, die federführend von der Trials Unit für Interdisziplinäre Metabolische Medizin in enger Zusammenarbeit mit dem Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin an der Med Uni Graz betrieben wird, in Kooperation mit der Med Uni Innsbruck und der Universität von Bayreuth.

Die ersten Ergebnisse der Studie

In der Studie werden 150 Personen mit Diabetes mellitus - darunter 75 mit Typ-1-Diabetes und 75 mit Typ-2-Diabetes - untersucht und der Verlauf der SARS-CoV2-Antikörperspiegel über die Zeit in Abhängigkeit von Blutzuckereinstellung, Alter und Begleiterkrankungen beleuchtet. Die ersten Daten dazu sind bereits zur Publikation eingereicht.

In einer Substudie an 74 Personen wurden auch kontinuierliche Blutzuckermessungen in den Tagen rund um die Impfung analysiert. „Es zeigte sich, dass es zu keiner Blutzuckererhöhung oder vermehrtem Unterzuckern in der Gesamtgruppe kam", sagt Harald Sourij von der Universitätsklinik für Innere Medizin der Med Uni Graz.

Lediglich bei Personen mit Typ-1-Diabetes zeigte sich an jenen Tagen, an denen sowohl eine Temperaturerhöhung als auch sonstige Impfreaktionen wie Kopf- oder Gliederschmerzen vorlagen, ein temporärer, signifikanter Anstieg der Blutzuckerwerte.

Diabetes in Österreich

In Österreich leben aktuell rund 800.000 Menschen mit Diabetes mellitus, wobei diese Zahl nur geschätzt ist, da eine fundierte Datenbasis oder ein Diabetesregister dazu fehlen.

Um die Datenlage zu verbessern, hat die Österreichische Diabetesgesellschaft in Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz eine Kohortenstudie initiiert, mit dem Ziel, die medizinische Regelversorgung und die Komorbiditäten von Menschen mit Diabetes mellitus innerhalb der Primärversorgung in Österreich zu erfassen. Ein weiteres Ziel dieser Untersuchung ist es auch, Daten zu Menschen mit undiagnostiziertem Diabetes und Prädiabetes (einer Vorstufe des Diabetes) zu erfassen, indem auch Daten von Personen über 50 Jahren, die zu einer Vorsorgeuntersuchung kommen, erhoben werden. Insgesamt umfasst die Studie 2500 Personen und soll 2022 abgeschlossen werden.

Kommentare (1)
ichbindermeinung
5
3
Lesenswert?

Covid Hirn - heute at vom 30. Juni 2020

gibt es auch schon eine Studie für Ö wie viele von den bis dato über 900.000 positiv getesteten im Land auch beim Hirn betroffen waren oder sind. Diesbezügl. gab es einen Artikel in der heuteat........30.06.2020, 16:45
Norwegische Ärzte berichten vom "Covid-Hirn"................"Verwirrung, Gedächtnisverlust und Gleichgültigkeit. Laut Ärzten des Haukeland-Universitätsspitals sind viele Corona-Patienten auch im Gehirn betroffen. Die Forscher tauften das Phänomen "Covid-Hirn".