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Vierter ImpfstoffGrünes Licht für Johnson-&-Johnson-Impfstoff in der EU

Die formale Zulassung ist erfolgt, nun stehen in der EU vier Covid-19-Schutzimpfungen zur Verfügung.

Johnson&Johnson-Impfstoff, EU zugelassen
Johnson&Johnson hat heute in der EU die Zulassung für die Covid-Schutzimpfung erhalten © (c) AP (David Zalubowski)
 

Er ist die Nummer vier im Bunde der in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoffe: jener des US-Pharmakonzerns Janssen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat sich heute für die Zulassung des Johnson-&-Johnson-Vakzin ausgesprochen. Die formale Zulassung erfolgte durch die EU-Kommission.

Der Einmal-Impfstoff

Angesucht um die Zulassung hat Janssen Mitte Februar. Von dem Vakzin verspricht man sich vieles, denn es hat ein Alleinstellungsmerkmal: Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal verimpft werden. Die drei anderen in der EU zugelassenen Vakzine werden in zwei Dosen verabreicht: Biontech/Pfizer, Moderna sowie AstraZeneca. 

Zugelassene Impfstoffe

In der EU sind nun vier Impfstoffe zugelassen: 

  • Biontech/Pfizer: mRNA-Impfstoff
  • Moderna: mRNA-Impfstoff
  • AstraZeneca: Vektor-Impfstoff
  • Johnson&Johnson: Vektor-Impfstoff

Weltweit sind aktuell etwas über 60 Impfstoffe in klinischer Entwicklung. In der EU laufen aktuell Rolling-Submission-Verfahren bei den Vakzinen von Curevac, Novavax und Sputnik V. 

Was Johnson & Johnson für Österreich bedeutet

Diese Eigenschaft erleichtert die Logistik enorm, zusätzlich handelt es sich bei dem Präparat um einen Vektorimpfstoff, dieser kann bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden. Vorerst werden die Auswirkungen auf die Impfkampagne in Österreich gering sein. Mit der Lieferung der ersten Dosen ist frühestens Mitte April zu rechnen. Außerdem sind die bestellten 2,5 Millionen Einheiten des Vakzins schon im Impfplan enthalten. Mit der vollen Verfügbarkeit aller georderten Dosen rechnet man im Gesundheitsministerium bis Ende des Jahres. 

Am Dienstag wurde bekannt, dass Janssen, wie auch die anderen Impfstoffhersteller, mit Lieferengpässen zu kämpfen hat. Das Unternehmen erklärte, es habe Probleme, die geplante Auslieferung von 55 Millionen Impfstoffdosen im zweiten Quartal zu stemmen.

Johnson & Johnson: Die Wirksamkeit

Daten zufolge, die Ende Februar von der US-Arzneimittelbehörde FDA veröffentlicht wurden, verhinderte das Vakzin in einer großen klinischen Studie in den USA schwere Erkrankungen zu 85,9 Prozent. Und ebendiese zu verhindern, ist das Ziel der Impfstoffe in dieser Pandemie – je weniger Patienten in Spitälern behandelt werden müssen, desto weniger wird das Gesundheitssystem belastet. Zu leichten Verläufen wurden noch keine Daten publiziert. Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit gegen schwere Verläufe bei 81,7 bzw. 87,6 Prozent. Damit scheint der Impfstoff auch gegen die südafrikanische und die brasilianische Variante zu wirken.

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Danke für Ihr Verständnis.

selbstdenker70
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..

Es sind bereits 2,5 Millionen Dosen im Impfplan enthalten??? Und wenn die Zulassung noch länger gedauert hätte? Ja, man muss vorbestellen, aber nicht in den Plan A einarbeiten ohne zu wissen ob und wann etwas geliefert werden kann. So kann kein getakteter Ablauf funktionieren, was wir auch täglich zu sehen bekommen.

ARadkohl
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Die EMA empfiehlt die Zulassung

Oder wieder einmal von der Politik gefordert, den Impfstoff zuzulassen?

Lodengrün
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Unser Kanzler

meint die Zulassungen müssen hopp, hopp, hopp gehen. Er ist ja Experte und muss es wissen.

bam313
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Diesen Impfstoff bekommen wir eh nicht so schnell,

da er in den USA abgefüllt wird.
Und noch Trump hat ein Auslieferungsverbot bis mind. Sommer verordnet.
Und Biden hat dieses Auslieferungsverbot nicht zurückgenommen.
America first.

ARadkohl
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Ich habe es nie verstanden und werde es nie verstehen, wieso die EMA nicht gewissenhaft entscheiden kann oder sollte, ob ein Impfstoff verimpft werden darf.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Unversehrtheit und auch ein Impfstoff muss daher sehr genau geprüft werden. Daher haben Zurufe aus der Politik hier nichts an diese Institution verloren, bzw. ein Impfstoff muss schnellstens zugelassen werden. Das ist Sache von Wissenschaft und Ärzten, aber bitte machts eure Daumen runter ruhig weiter.

ElCapitan_80
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Wirksamkeit

Mich würde mal interessieren warum man beim J&J immer nur von der Wirksamkeit gegen schwere Verläufe spricht, bei Astra Zeneca aber immer kritisiert wurde dass er nur zu 70% gegen milde und moderate Verläufe hilft.
Auch scheint der Astra Zeneca Wirkstoff sehr gut gegen schwere Verläufe der Südafrika Variante zu wirken, kritisiert wurde aber die geringe Wirksamkeit bei milden oder moderaten Verläufen.

Vielleicht würde es mal Sinn machen genau diese, besonders wichtige, Wirksamkeit gegen schwere Verläufe der einzelnen Impfstoffe zu vergleichen.

wirklichnicht
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In etwa so ...

BionTech/Pfizer (2 Impfungen): gegen Ansteckung: 95% - gegen schwere Verläufe: 100%
Moderna (2 Impfungen): gegen Ansteckung: 95% - gegen schwere Verläufe: 100%
AstraZeneca (2 Impfungen): gegen Ansteckung: 70% - gegen schwere Verläufe: 100%
Johnson/Johnson (2 Impfungen): gegen Ansteckung: 66% - gegen schwere Verläufe: 85%

wirklichnicht
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Korrektur

Korrektur: Johnson/Johnson ist natürlich nur 1 Impfung

ElCapitan_80
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wirklichnicht

Danke für die Gegenüberstellung.
Sowas sollte aber meiner Meinung nach nicht von den Usern in den Kommentaren gemacht werden müssen, sondern das würde ich mir von den Medien erwarten dass diese Recherchen gemacht und den Lesern zur Verfügung gestellt werden.

Vielen ist z.B. immer noch nicht bewusst das der AstraZeneca Impfstoff gegen schwere Verläufe fast 100% wirksam ist, hier wird fast immer nur auf die ominösen 70% (da ja in der Realität deutlich höher sein dürften, wenn man von der Südafrika Mutation absieht) referenziert.