Johnson & JohnsonWas kann der vierte Covid-Impfstoff?

Das Vakzin von Johnson & Johnson steht vor der Zulassung in der EU. Sein Alleinstellungsmerkmal: Es muss nur eine Dosis verimpft werden

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Nur ein Stich: Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal verabreicht werden
Nur ein Stich: Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal verabreicht werden © APA/dpa Picture Alliance/picturedesk.com/Frank Hoermann
 

1. Wann wird der Impfstoff von Johnson & Johnson in der EU zugelassen?
Alles deutet darauf hin, dass das Johnson & Johnson-Vakzin des US-Konzerns Janssen am morgigen Donnerstag von der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung erhalten wird, um die das Unternehmen am 16. Februar 2021 angesucht hatte. Die Zulassung wird in einem sogenannten Rolling-Submission-Verfahren abgewickelt. Das bedeutet, dass laufend Daten zu Verträglichkeit, Wirksamkeit sowie zur Sicherheit an die EMA übermittelt wurden. Dieses Verfahren wurde auch schon bei den bislang in der EU zugelassenen Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca angewandt.

2. Wie viel Impfstoff wird wann in Österreich zur Verfügung
stehen?
Insgesamt hat Österreich im Rahmen der EU-Beschaffung 2,5 Millionen Johnson & Johnson-Dosen bestellt. Im Gesundheitsministerium rechnet man mit der Verfügbarkeit dieser Dosen bis Ende des Jahres, die ersten Lieferungen seien im zweiten Quartal zu erwarten. Am Dienstag wurde bekannt, dass Janssen, wie auch die anderen Impfstoffhersteller, mit Lieferengpässen zu kämpfen hat. Das Unternehmen erklärte, es habe Probleme, die geplante Auslieferung von 55 Millionen Impfstoffdosen im zweiten Quartal zu stemmen.

3. Um welche Art von Impfstoff handelt es sich beim Johnson & Johnson-Vakzin?
Dabei handelt es sich um einen Vektorimpfstoff, auch AstraZeneca setzt auf diese Methode. Diesen beiden gegenüber stehen die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Johnson & Johnson nutzt ein sogenanntes Adenovirus als Vektor. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde jedoch so verändert, dass es sich im Körper nicht vermehren kann. Über den Vektor werden Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Coronavirus zu produzieren. Auf diese Weise wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des „echten“ Coronavirus vorbereitet.

4. In wie vielen Dosen wird Johnson & Johnson verabreicht?
Darin liegt die Besonderheit dieses Vakzins. Im Gegensatz zu den bislang in der EU zugelassenen Impfstoffen wird das J&J-Präparat nur einmal verimpft. Biontech/Pfizer, Moderna und auch AstraZeneca werden ja in zwei Dosen verabreicht. Der Vorteil der einzelnen Dosis liegt vor allem die Logistik, auch weil der Impfstoff bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden kann. Den Nachteil erklärt Markus Zeitlinger, Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie an der MedUni Wien, wie folgt: „Durch die Zweimal-Gabe erklärt man dem Körper, das ist eine Dauerbedrohung und du brauchst eine stärkere Antwort dafür. Aus diesem Grund bekommt man eine höhere Immunantwort, wenn in zwei Schritten geimpft wird.“

Weiter Impfstoffe

Weltweit sind aktuell etwas über 60 Impfstoffe in klinischer Entwicklung. In der EU laufen aktuell Rolling-Submission-Verfahren bei den Vakzinen von Curevac, Novavax und Sputnik V

5. Was ist zur Wirksamkeit von Johnson & Johnson bekannt?
Daten zufolge, die Ende Februar von der US-Arzneimittelbehörde FDA veröffentlicht wurden, verhinderte das Vakzin in einer großen klinischen Studie in den USA schwere Erkrankungen zu 85,9 Prozent. Und ebendiese zu verhindern ist das Ziel der Impfstoffe in dieser Pandemie – je weniger Patienten in Spitälern behandelt werden müssen, desto weniger wird das Gesundheitssystem belastet. Zu leichten Verläufen wurden noch keine Daten publiziert. Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit gegen schwere Verläufe bei 81,7 bzw. 87,6 Prozent. Damit scheint der Impfstoff auch gegen die südafrikanische und die brasilianische Variante zu wirken.

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Danke für Ihr Verständnis.

TrailandError
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@DavidgegenG.....

Sind sie zu heiß gebadet worden? Habe selten so einen Schwachsinn gehört! Bitte überlegen doch mal, würde das so sein, hätte die Medizin versagt? Bitte glauben sie nicht jeder Verschwörungstheorie und bleiben sie realistisch!!! Seien wir froh das es Impfungen gibt. Keiner will an COVID erkranken- oder SIE doch ???????

Helmut67
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Impfen

Jetzt wird es so sein genug Impfstoff. Aber wir können nicht Impfen weil es an der Abwicklung mangelt. Einfach und schnell Impfen das rettet Menschen und wir können wieder normal leben. Eine Impf und Testapp jeder hat ein Smartphone. Da kann die Verwaltung sehr minimiert werden.

krambambuli
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Naja

Nicht jeder hat ein smartphone. Hab einige alte leute im verwandtenkreis die keins haben und die Bedienung au h nicht mehr erlernen würden. Auf diese Personen sollte man nicht vergessen und auch da eine Lösung finden.

Helmut67
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Lösung

Ist denn normalen Postweg oder geht man zur Gemeinde wie auch jetzt. Dauert etwas länger aber dafür würde der ganze Ablauf insgesamt beschleunigt.

Frank Rodler
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Guter gemeinter Ansatz aber nicht für Österreich

Ich verstehe nicht warum die EU mit der doch guten Logistik auf Impfstoffe mit nur einer Teilimpfung baut. Meiner Meinung sind solche Vakzine speziell für Entwicklungsländer bzw. Länder mit schlechter Infrastruktur passend. In diesen ist es fast unmöglich die Bevölkerung zwei Mal zu einer Impfstraße zu bringen. Anreise von vielen hundert Kilometer und andere Hindernisse (Unruhen, Krieg) sind wahrscheinlich in Afrika, Südamerika und manchen Teilen von Asien keine Seltenheit. Da ist nur eine Dosis ein entscheidender Vorteil, und somit der "kleine" Nachteil, dass ca. 15% trotzdem schwer erkranken, akzeptierbar. Aber um Gottes Willen doch nicht in Österreich. Diese Prognose ist grottenschlecht, wenn man bedenkt, dass die anderen Wirkstoffe fast einen 100%igen Schutz vor schweren Verläufen bietet. Also bitte lasst diesen Impfstoff den Entwicklungsländern, nicht weil er so schlecht ist, sondern weil er wahrscheinlich die einzige Möglichkeit bietet auch solche Gebiete wenigstens teilweise zu immunisieren. Uns ist ein 2-maliger Gang zur Spritze zumutbar, kein 100%iger Schutz vor einer Infektion, aber ein solcher vor schweren Verläufen. Nur so werden wir wieder ein normales Leben ohne Windel im Gesicht und gesellschaftlicher und kultureller Verödung zurückbekommen.

feringo
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@Frank Rodler : Gut gemeint...

Worauf genau sich der Prozentwert von 85,9 bezieht ist in der Studie nachzulesen. Und einen wirksamen Impfstoff nicht zu verwenden, sobald er verfügbar ist, wäre schädlich für Österreich.

griesbocha
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Die Einmalgabe ist keine Teilimpfung.

Das hast du nicht verstanden. Der Impfstoff ist für eine einzelne Dosis konzipiert.
Nur kann damit der Wirkungsgrad eines konziperten Doppeldosis - Wirkstoffes nicht erreicht werden.

Frank Rodler
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Genau das habe ich ja ausdrücken wollen.

@griesbocha
Genau deswegen ist diese Variante für Länder mit schwacher Infrastruktur bestens geeignet, weil nur eine Inpfung notwendig ist. Dieser Vorteil führt genau zum beschriebenen Nachteil der eingeschränkten Wirksamkeit. Ein guter Kompromiss für gewisser Regionen.