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Psychische Folgen der Coronakrise „Menschen Angst zu machen, ist eine schlechte Strategie“

Die erste Studie zu den Coronafolgen für die Psyche zeigt: Wir stehen am Beginn einer psychosozialen Pandemie. Michael Musalek erklärt, warum wir Dauerbelastungen schlecht aushalten und auf welche Warnsignale man reagieren sollte.

Die Coronakrise schlägt auf die Psyche
Die Coronakrise schlägt auf die Psyche © (c) Getty Images (Andrew Merry)
 

Herr Professor Musalek, Sie haben die erste große Studie zu den psychischen Folgen der Coronakrise in Österreich gemacht und kommen zum Schluss: Wir stehen erst am Anfang einer psychosozialen Pandemie. Was bedeutet das?

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GanzObjektivGesehen
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Angst ist diffus, Furcht ist rational begründbar.

Menschen die Furcht empfinden kann man zur Vorsicht raten und man kann dagegen auch Strategien entwerfen.
Bei Angst und Panik hilft meist nur mehr der Weg zum Psychologen.
Oder, wie im Artikel erwähnt, oft auch eine Gespräch mit vertrauten Menschen.

Aber wer hat Sie noch, die wahren Freunde, mit denen man "Pferde stehlen kann" und denen alles anvertrauen kann ? Freunde auf Facebook und Likes in Sozialen Medien gehören nicht zu dieser Gruppe. Einfach einmal zusammensetzen, zu zweit oder in einer kleinen Gruppe und über "Dinge" sprechen.

Ein oder zwei Stunden Onlinezeit für ein solches Gespräch zu opfern würde vieles leichter machen. Oder einfach einmal raus in die Natur, alleine, und seine Gedanken sammeln, ohne das man ständig neuen negativen Nachrichten und Meinungen ausgesetzt ist....

DergeerderteSteirer
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@GanzObjektivGesehen,....

Sehr gut beschrieben, genau das sind Verhaltensweisen welche richtig und zielführend sind!!

Apulio
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Wem die Aussagen

im März/April von über 100.000 Toten und viele Eltern/Großeltern werden sterben, bald wird jeder einen COVID-19-Toten kennen keine Angst gemacht hat sollte schnell einen Psychiater/Psychologen aufsuchen.

Mein Graz
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@Apulio

Ich bin wahrlich kein Kurz-Fan, die Türkisen stehen mir sehr ferne. Dass diese Aussagen extrem übertrieben und unnotwendig waren steht außer Zweifel.

Trotzdem: Angst hatte ich nach diesen Aussagen nie, von Panik war ich weit entfernt. Ich bin allerdings kein ängstlicher Mensch und deshalb bestimmt kein Maßstab.

Angst ist ein natürlicher Zustand und wichtig im Leben, denn sie schützt vor Unvorsichtigkeit und beugt manchen Gefahren die man sonst leichtsinnig abtun würde vor.

Menschen die Angst haben zum Psychiater/Psychologen schicken zu wollen ist deshalb unsinnig. Den Besuch dieser Spezialisten würde ich dann anraten, wenn Angst nicht mehr beherrschbar ist bzw. Attacken auslöst.

hkgerhard
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Angst ist kein natürlicher Zustand,

denn sie wird meist von etwas Äußerem gemacht.
Furcht oder Befürchtung entsteht in einem selber- bei dem einen mehr beim anderen weniger.

Mein Graz
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@hkgerhard

Angst ist ein völlig natürlicher Zustand, auch wenn er durch äußere Einflüsse hervorgerufen wird.
Angst hat schon die Steinzeitmenschen davor bewahrt, vom Mammut zertrampelt, von Säbelzahntiger zerfleischt zu werden, denn durch Angst wird man vorsichtig.

Wenn Angst zu Phobie wird sollte man auf jeden Fall etwas dagegen unternehmen. "Normale" Angst schützt den Menschen.

hkgerhard
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Angst ist kein natürlicher Zustand,

denn sie wird meist von etwas Äußerem gemacht.
Furcht oder Befürchtung entsteht in einem selber- bei dem einen mehr beim anderen weniger.

ea406a7c84cb89e10495b40c60a0a535
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@hkgerhard Nein, Angst ist eine natürliche Reaktion und ein natürlicher Zustand - der überlebensnotwendig ist.

"Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender und Körperkraft aktivierender Schutz- und Überlebensmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (Fight-or-Flight) einleitet." Wikipedia

Erst wenn, wie bei den Verharmlosern der Covid-Krise - die Angstreaktion in Bezug auf die tatsächliche Bedrohungslage inadäquat ist, spricht man von einer Angststörung. Ist diese Angst an ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation gebunden, spricht man von einer Phobie.

So scheint es derzeit vielen Verharmlosern oder FPÖ/Neos-Politikern zu gehen, die von Masken, social distancing oder einer frühen Sperrstunde in Angst und Schrecken versetzt werden. Rational sind die diversen Reaktionen von Kickl, Hofer, Loacker, Strache oder Partytigern die auf die Polizei losgehen, nicht erklärbar.

ritus
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Sorry, aber dann ist es leider oft schon zu spät...

...und ein chronisches Problem. Darum sollte man sich sehr wohl Hilfe holen, wenn man erkennt, dass man diese Angst oder sucht nicht mehr selber los wird.

Mein Graz
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@ritus

Da habe ich mich sehr schlecht ausgedrückt, danke für die Korrektur.
Ich meinte natürlich, dass man sofort, wenn man diese Zustände bemerkt, zu einem Spezialisten gehen sollte!

Für mich ist es selbstverständlich, dass man sich bei jeder Erkrankung frühzeitig Hilfe und Rat holt, ich warte mich einem gebrochenen Fuß ja auch nicht ob der Knochen von selbst zusammen wächst, genau so wenig darf man bei psychischen Erkrankungen warten, bis sie voll ausgebrochen sind!

feringo
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Schutz

Es wurde hier leider vergessen zu erwähnen, dass jemand ohne jegliches Angstgefühl krank ist, weil dann ein Antrieb sich zu schützen fehlt. Angst ist ein starkes Motiv zu überleben und grundsätzlich nicht krank machend.
Der Hinweis auf den richtigen Umgang damit sollte unterstrichen werden und nicht der Seitenhieb auf Kurz.
Wer vor Covid-19 Angst hat ist nicht gestört sondern zeigt einen starken Willen sich zu schützen.

ritus
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Angst ist überlebenswichtig...

...aber Angst ist nur für ganz kurze Zeit gesund. Sie hilft uns, die Aufmerksamkeit und Energie kurzfristig auf höchsten Level zu bringen, um Gefahren abwehren oder flüchten zu können. Wenn die Gefahr nicht real sicht- oder spürbar ist, entsteht dieser psychisch schädliche Dauerstress, vergleichbar mit Kammerflimmern. Es wird von außen eine dauerhafte Gefahr suggeriert, kann sie aber nicht real erkennen, besonders wenn das nicht eintritt, was angekündigt wurde. Ich habe mich für den dritten Weg entschieden, den Michalek vorschlägt. Niemand weiß aber wirklich, was passieren würde, wenn die Regierung den Daueralarm abbrechen und alle Maßnahmen zurücknehmen würde, außer daß die Regierung erst recht niemand mehr ernst nehmen würde. Dass Corona eine höhere Gefährlichkeit und Verbreitung als normale Grippewellen darstellt, kann ich glauben oder nicht. Ich glaube es schon, wenn ich sehe, was in Ländern passiert ist, die versucht haben, es zu ignorieren. Ob die österreichische Bevölkerung in großer Mehrheit gleich "vernünftig" reagiert hätte wie die Schweden, wage ich zu bezweifeln, wir sind einfach anders gestrickt. Kurz hätte zu seinem fatalen Satz "...wird jemand kennen, der an Corona verstorben ist..." nur hinzufügen müssen "...wenn wir nicht vernünftig und vorsichtig damit umgehen lernen". Das wird er inzwischen wohl auch kapiert haben. Manche Aussagen entwickeln halt eine unumkehrbare Eigendynamik in die falsche Richtung und können nicht mehr korrigiert werden. Kennt man ja!

feringo
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@ritus : Angstauslöser

Ritus, ich habe von der Angst als solche geschrieben und die ist immer lebenswichtig. Was Sie betonen bezieht sich auf den Angstauslöser. Wenn der nicht beseitigt werden kann kommt es zum ungesunden Stress (es gibt auch den gesunden Stress). Angst als Motivator ist immer vorhanden, auch wenn nichts droht.
Bei der Gefährlichkeit im Vergleich Grippe - Covid19 bin ich Ungläubiger. Ich verlasse mich da auf die Datenlage und die ist eindeutig; Covid-19 ist bei Todesfällen 3-4 mal gefährlicher als die Grippe.
Ob die Schweden gescheiter sind als die Österreicher kann ich nicht beurteilen, vielleicht gehorchen sie nur ihrer Obrigkeit braver?

ritus
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feringo: Angst...

...als Motivator ist immer vorhanden, auch wenn nichts droht?
Da bin ich anderer Meinung. Ich lasse mich immer öfter vom Gegenteil motivieren, nämlich von einer freudigen Erwartung. Das hab ich erst spät im Leben gelernt und bin sehr froh darüber, dass ich es noch erkennen durfte. Aber ich verstehe, was Sie meinen und in vielen Situationen haben Sie recht. Ich glaube überhaupt, dass Angst, und das grenze ich nicht so genau von Furcht ab, weltweit mehr Gedeih und Verderb bewirkt, als wir glauben. Es gibt mehr Entscheidungen im Leben, die durch Angst ausgelöst werden, als durch Liebe und Zuversicht. Leider!
Aber das ist schon wieder ein eigenes, großes weites Feld, das man diskutieren könnte. ;-) Hat aber irgendwie auch was mit der Corona-Situation zu tun.

feringo
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@ritus : Angstauslöser2

Ja, mir sind auch andere Motive lieber wie etwa Liebe, Freude oder Neugierde. Doch letztendlich kann man deren Auslöser, denke ich, in zwei Bereiche teilen, nämlich in "gutes Gefühl bringende" und "schlechtes Gefühl bringende", beide können überraschend hervorgelockt werden.

Mein Graz
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@ritus

Zustimmung!
Ein zweiter 👍, weil es hier nur 1 x geht...

zweigerl
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Phobophobie

Wie? "Ein Viertel" der Befragten sind in dieser phänomenalen "Studie" als Personen einzustufen, die durch das gruselige, unsichtbare, globale Virus NUR in Angst und Schrecken versetzt worden? Es scheint, als ob hier eine Phobophobie (Angst vor der Angst) vorliegt: Auch der heutige "Außensicht"-KOmmentar warnt vor "Angstsparen". Es muss immer lustig so weitergehen - dann passt's.

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@zweigerl Ja, ich wache morgens auf und schon bin ich in Angst und Schrecken

Ängstlich laufe ich ins Bad um mir schrecklich die Zähne zu putzen. Jedes vorbeifahrende Auto versetzt mich in Panik, es könnte ja ein Verharmloser drinsitzen, der grad besoffen vom Wirtshaus heimrast.
Es klingelt an der Tür - ob das jetzt die türkis-grünen Rollkommandos sind? Oder doch nur der Postler, der mir einen RSB Brief zustellt? Und könnten in diesem Brief neue Maßnahmen versteckt sein? Angsterfüllt greife ich in Panik zur Seife, um mir, wenn ich von der Bank, der Post oder dem Supermarkt heimkehre (wo alle in Angst und Schrecken panisch Salat, Brot und schreckliche Mengen an Klopapier kaufen) die Hände zu waschen - hört ihr mich, ihr habt mich dazu gezwungen mir die HÄNDE ZU WASCHEN - welch ein Schrecken. Dann setze ich mich vor Angst schlotternd an den PC um ein angsterfülltes Panikposting zu verfassen. Und alles nur, wegen der Pressekonferenzen wo ein "Angstschober" schreckliche, fürchterliche Taferln mit bunten Linien drauf, in die Kamera hält. Ja es ist einfach furchtbar Österreicher zu sein.

GanzObjektivGesehen
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Auch ich wache manchmal mit Angst und Schrecken auf.

Aber nur dann, wenn ich zu spät aufstehe und unnötig Zeit von einem weitern lebenswerten Tag in meinem Leben verschlafe. Auch wenn er mit Problemen und Sorgen behaftet sein sollte.

Es gibt im Unterschied zu vielen anderen Teilen dieser Erde nur wenige Menschen in diesem Land, deren Tage als weniger oder nichtlebenswert bezeichnet werden können.
Wenn man glaubt die Latte liegt zu hoch und man kann seine Herausforderungen nicht erfüllen oder den gewünschten Lebensstandard nicht halten, dann hilft es meistens die Latte etwas tiefer zu legen.

Ich entschuldige mich bei all denen, für die dies, auch welchen Gründen auch immer, nicht möglich ist....

zweigerl
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Eine lustige Replik

Eine lustige Replik - allerdings trifft sie nicht meine These, die sich gegen Appelle kollektiven (Schein-)Beruhigens richtet. Ich schätze die derzeitige Weltlage als phoboid ein. Nehmen Sie allein das Cowboy-TV-Duelle in den USA oder diese Moria-Situation oder diese 1 Million bedrohter Arten, die demnächst ausradiert werden. Vom Virus spreche ich gar nicht. Den Alltag mit ständigen Panikattacken zu bestreiten, macht wirklich keinen Sinn. Da gebe ich Ihnen Recht.

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@zweigerl Ist wohl eher ein Problem, dass die etablierten Medien Angst davor haben

die Deutungshoheit zu verlieren. Der Journalismus ist auf dem absoluten Tiefpunkt angelangt - was umso verwunderlicher ist, da wir ja so gut ausgebildet werden wie nie in der Geschichte zuvor. Irgendwas läuft falsch mit unseren Bildungssystemen. Ich denke dass es falsch war, den gesunden Menschenverstand als "faschistoid" zu brandmarken und sich in ein linkes Denkgebotsschlaraffenland zurückzuziehen.
Das TV-Duell der beiden Oldtimer-Cowboys ist ja interessant interpretiert worden. Die deutschen Partnersender von CNN haben sofort Trump als Verlierer dargestellt, dabei waren beide Cowboys unterirdisch unterwegs. Im Grund haben sich beide selber mit dem Lasso von den Mustangs runtergeholt.
Die Phobophobie haben wir den Medien zu verdanken - es ist die Auswahl die in den Redaktionen getroffen wird, denken ist nicht mehr gefragt.

zweigerl
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Optimismus-Spreader

Im konkreten Fall vermute ich eher die Wirtschaft dahinter, dass sich die Medien als Optimismus-Spreader betätigen. Da wird fleißig und auch überlebensnotwendig Werbung akquiriert. Eventuell sind im Bildungssystem Sekundärprozesse unterwegs, die "Kompetenzen" auf profitable Geschäfte abstellen. So wie es im Privatleben finster würde ohne diese täglichen Hoffnungsanker würde sich das Geschäftsmodell der Medien erledigen, falls nur mehr defensiv vor Negativentwicklungen gewarnt würde.

zweigerl
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Gesamtpaket

Ich sehe die Wirtschaft als Gesamtpaket - sie ist ein Teilsystem der Gesellschaft mit eigenen Regeln, und die gelten sowohl für die Real- als auch diese Zockerwirtschaft, die ihre Gewinne aus Sandkastenspielen lukriert. Die Medien schwimmen da mit, mal mehr, mal weniger wirtschaftsaffin. Im Übrigen habe ich nicht Ökonomie studiert, sodass ich den Feinheiten nicht auf den Grund gehen kann und Ihre Analyse in diesem Punkt blind mitunterschreibe. Was mich aufregt, ist die über Leichen gehende Ressourcenausbeutung, um nur ja schwarze Zahlen zu schreiben und das BIP jährlich zu steigern. Wirtschaftsethik ist zB - für mich - seit Langem ein hölzernes Eisen.

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@zweigerl Welche Art von Wirtschaft.

Denn eines ist klar - die Realwirschaft wird nicht gehört. Es sind Banker, Börsianer, "Berater" und Wirtschaftswissenschafter die im Rampenlicht stehen. Und die leben von einer unkontrollierten Finanzwirtschaft, die die Regeln BESTIMMT.
Die Medien schießen sich seit einigen Jahren auf Landwirtschaft und Mittelstandsbetriebe ein. Die als sozial gerecht verkaufte Umverteilung von "Vermögen" betrifft IMMER NUR Realvermögen. Dass z.B. Blümel Scholz die Suppe versalzen hat, der eine Finanztransaktionssteuer NUR FÜR realwirtschaftlich begründete Aktien einführen wollte - wurde faktisch medial vertuscht.
Es ist die FINANZwirtschaft - die die Medien als Sprachrohr nutzt.

GanzObjektivGesehen
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Ängste schüren, Schulden kontrollieren !

Wenn es diese weltweite Schuldenpolitik, in der wir gefangen sind, nicht geben würde, wäre es für einen Großteil der Menschen vieles besser.

Uns wenn mir, oder andere, unsere Gehirne nicht mit so viel Informations- und Desinformation überladen würden, dann wäre der "Fortschritt" in dieser Welt wohl etwas langsamer, die Lebensqualität aber bei weitem höher.
Der sogenannte Fortschritt hilft ohnehin meist nur denen die ihn am wenigsten brauchen. Meiner Meinung nach...

Mein Graz
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@langsamdenker

👍🤣

 
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