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Gefährliches Spielzeug Diese Geschenke werden Kindern gefährlich

Kinder können Batterien oder Kleinteile verschlucken. Damit Weihnachten mit den Kleinen nicht im Krankenhaus endet, hier ein paar Tipps für den Einkauf von Kinderspielzeug.

Geschenke, die Kindern gefährlich werden
Geschenke, die Kindern gefährlich werden © VioNet - Fotolia
 

„Was schenken wir dem Kind zu Weihnachten?“ Darüber zerbrechen sich Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln alle Jahre wieder den Kopf. Bei Kindern gehört natürlich Spielzeug zu den Klassikern unterm Christbaum.

Viele Spielsachen bergen jedoch ernste Unfall- und Gesundheitsgefahren: So können verschluckte Batterien den Kleinen sogar das Leben kosten. Der Verein "Große schützen Kleine" gibt die wichtigsten Tipps für den Kauf und Gebrauch von kindersicheren Spielsachen.

Bei kleinem Spielzeug bzw. Teilen davon besteht die Gefahr des Verschluckens, im Hals Steckenbleibens oder Einatmens.

Holger Till, Vorstand der Grazer Kinderklinik
Kinder erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen – gerade die Jüngsten auch mit dem Geschmackssinn. „Bei kleinem Spielzeug bzw. Teilen davon besteht die Gefahr des Verschluckens, im Hals Steckenbleibens oder Einatmens. Auch Schnitt- und Fleischwunden kommen häufig vor. Besondere Vorsicht gilt bei batterie- oder strombetriebenen Spielsachen“, warnt Holger Till, Präsident des Vereins "Große schützen Kleine" und Vorstand der Grazer Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Jüngere Kinder sind besonders gefährdet. Sie stecken Kleinteile – auch solche, die sich von größeren Spielsachen ablösen – oftmals in Nase und Ohren oder verschlucken sie. 

Tipps für den Einkauf

• Auf Spielzeug mit Knopfbatterien lieber verzichten – bei Verschlucken besteht Lebensgefahr

• Wählen Sie altersgerechtes Spielzeug: Achten Sie bei Babys und Kleinkindern auf den
Hinweis: „Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren“! Kaufen Sie für unter 3-Jährige kein
Spielzeug, das kleiner als ein Tischtennisball ist

• Achten Sie darauf, dass das Spielzeug keine scharfen Ecken und Kanten oder Quetsch- und
Scherstellen hat

• Auf Prüfsiegel, wie z.B. „GS“, „Toxproof“, „TÜV“ oder „Spielgut“ schauen

• Suchen Sie bei Spielzeug mit Farbüberzug, z.B. bei lackierten Holzbausteinen, nach
Hinweisen zur Speichel- und Schweißechtheit

• Prüfen Sie weiche Spielsachen kritisch auf giftige Weichmacher

• Achten Sie auf nicht entflammbare Materialien

• Unangenehm stechende oder beißende Gerüche weisen auf gefährliche Inhaltsstoffe hin.

• Elektrospielzeug, das auf 220 Volt Netzspannung läuft, ist höchstgefährlich! Die maximale
Betriebsspannung sollte bei 24 Volt liegen.

• Lesen Sie die Gebrauchsanweisung und achten Sie besonders auf Warnhinweise

• Um die Stabilität von Dreirädern und Co. zu testen, unterziehen Sie diese einem „Rütteltest“

• Führen Sie regelmäßig eine Sichtkontrolle des Spielzeugs durch: Ist das Batteriefach sicher
verschlossen? Beginnen sich Kleinteile abzulösen?

• Bei Akkus besteht Brandgefahr: Deshalb unbedingt ordnungsgemäß entsorgen und beim
Aufladen auf feuerfeste Unterlage und Umgebung achten

• Für besinnlichere, ruhigere Weihnachtsfeiertage: die Lautstärke von „Lärmspielzeug“ wird
durch die Verwendung von nicht mehr ganz neuen Batterien gleich etwas reduziert

Alarmsignale

Hustenreiz ohne sonstige Erkältungssymptome ist Anzeichen für eingeatmete Kleinteile
„Durch Einatmen können kleine Gegenstände – oft von den Eltern unbemerkt – sehr tief in die Lunge oder in die Bronchien gelangen. Auch wenn das Kind anfangs beschwerdefrei ist, entwickelt sich nach wenigen Tagen ein unerklärlicher Hustenreiz. Gibt es keine weiteren Symptome, die auf eine Erkältung hinweisen, bitte den Arzt aufsuchen und die Lunge kontrollieren lassen! Denn eingeatmete Kleinteile können die Ursache für den Hustenreiz sein“, betont Till.

Bei Verschlucken von Batterien, Magneten, Münzen, metallischen Objekten:
Ab ins Spital!
Hat das Kind ein Kleinteil verschluckt, wird dieses in der Regel über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden. Verbleiben die Teile aber im Magen, ist eine medizinische Behandlung erforderlich. Unbedingt zum Arzt bzw. ins Spital müssen Kinder, wenn sie folgende Dinge verschluckt oder eingeatmet haben:

• Batterien: Im feuchten Milieu des Verdauungstraktes kommt es durch die Entladung der Batterie zu einer Schädigung des anliegenden Gewebes. Weiters kann die Batterie im sauren Magensaft selbst arrodiert (undicht) werden, was zur Freisetzung von Quecksilber und anderen extrem alkalischen Bestandteilen führt. Abgesehen von der Ätzwirkung der Lauge beinhalten manche Knopfbatterien über 5g Quecksilberoxid – das ist mehr als die geschätzte tödliche
Dosis für Erwachsene!

• Magnete: Mehrere Magnete ziehen sich an – auch im Dick- oder Dünndarm über zwei
Darmwände hinweg. Bleibt dies unbemerkt, kann sich die Darmwand entzünden und absterben.
Ein Durchbruch der Darmwand kann die Folge sein.

• Münzen: Euro-Münzen sind nickelhaltig und können eine allergische Reaktion auslösen.

• Metallische Objekte: Bei metallischen Gegenständen ist die Form und Lage ausschlaggebend, ob der natürliche Abgang abgewartet werden kann.

Kommentare (1)

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büffel
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Noch eins

Auch kein Ritalin "schenken", sondern die Ängste und Sorgen der jungen Menschen wahr- und ernstnehmen. Und ganz, ganz wichtig: sich mit ihnen beschäftigen!

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