Und, wie viele hatten Sie heute schon? Im Laufe eines Tages können sich die getrunkenen Tassen Kaffee summieren: eine zum Wachwerden, eine nach dem Essen, eine in der Arbeitspause, einige Tassen so nebenbei. 

Doch wie viel ist zu viel? Die Wissenschaft hat dazu eine Antwort gefunden, mehr dazu weiter unten. In den letzten Jahren hat sich das Image des Kaffees ja grundlegend gewandelt: Galt das koffeinhaltige Getränk lange als "Gift" für Magen und Herz, hat die Forschung mittlerweile eine Vielzahl positiver Effekte der Kaffeebohne auf die Gesundheit entdeckt.

So sagt der Altersforscher Frank Madeo von der Uni Graz: "Es gibt Hinweise, dass Kaffee zu jenen Substanzen zählt, die den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen können." Dieser Effekt hänge nicht vom Koffein ab. Welche Bestandteile den Ausschlag geben, sei noch nicht erforscht, "Kandidaten" seien Gerbsäuren und Polyphenole

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Bestandteil der gesunden Ernährung

„Heute können wir sagen, dass Kaffee zur gesunden Ernährung beitragen kann“, sagt Ernährungsexpertin Sandra Holasek (Med Uni Graz). Es wurde zum Beispiel gezeigt, dass Kaffee vor Krankheiten wie Darmkrebs und Diabetes Typ 2 schützen kann. Der moderate - also mäßige - Kaffeegenuss könne sogar das Leben verlängern, haben Ernährungsstudien ergeben.

Untersuchungen lassen auch vermuten, dass Kaffee schützend vor Lebererkrankungen wirke, auch "Schlankmacher"-Eigenschaften werden ihm nachgesagt. Mehrere Untersuchungen würden zudem einen positiven Effekt auf die Darmgesundheit belegen. "Eine Vielzahl an Studien hat gezeigt, dass Kaffeekonsum mit einer geringeren Diabetes-Wahrscheinlichkeit verknüpft ist", sagt auch Madeo.

Es sind vor allem die sekundären Pflanzenstoffe der Kaffeebohne, die die positiven Effekte auf die Gesundheit haben: Sie wirken gegen freie Radikale und Entzündungen im Körper. Aber auch das Koffein macht sich positiv bemerkbar: "In geringen Mengen verbessert Koffein die Befindlichkeit", sagt Holasek. So helle es die Stimmung auf, verbessere die Konzentration und das Erinnerungsvermögen, und - der allseits beliebte Effekt - wirke Müdigkeit entgegen.

Doch Achtung: Diese positiven Effekte gelten nur dann, wenn der Kaffee ohne Kalorienbringer wie Zucker oder Schlagobers getrunken wird! Die vielen 'Extras', die wir dem Kaffee hinzufügen, wie Zucker, Sirupe für den Geschmack, andere Toppings oder eine Portion Schlag als Krönung können das Heißgetränk zur süßen Kalorienbombe machen.

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Doch bekanntlich gilt: Die Dosis macht das Gift. Gibt es nun einen Punkt, an dem sich die positiven in negative Effekte verkehren?

Ja, diesen "turning point" haben australische Wissenschaftlerinnen definiert: Das Team um Elina Hyppönen hat untersucht, ab welcher Menge Kaffeekonsum negative Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem haben kann.

Ab 6 Tassen: Negative Effekte

"Kaffee ist das Aufputschmittel, das weltweit am häufigsten konsumiert wird - Kaffee macht wach, energiegeladen, hilft uns, uns zu konzentrieren", sagt Hyppönen. Viele Menschen würden aber auch die  Effekte von zu viel Kaffee kennen: Man fühlt sich zittrig, nervös, unrund, vielleicht wird einem sogar übel.

"Das liegt daran, dass Koffein unseren Körper dazu bringt, schneller und härter zu arbeiten", sagt Hyppönen. "Aber es könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass man seine maximale Dosis überschritten hat."

Laut der australischen Forscherin gilt: "Um sein Herz-Kreislaufsystem  gesund zu halten, sollte man seinen Kaffeekonsum auf weniger als sechs Tassen pro Tag reduzieren." Ab sechs Tassen stieg in den Untersuchungen nämlich das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems an - und zwar um bis zu 22 Prozent, wie die Studie zeigte. Der entscheidende Faktor sei der Bluthochdruck, der durch zu viel Koffein entstehe - dieser ist ein Vorläufer vieler Herz-Kreislauferkrankungen.