Immer noch ist Lungenkrebs die tödlichste aller Krebsformen. Gerade der nichtkleinzellige Lungenkrebs (NSCLC) erweist sich als tückisch. Einerseits ist er die häufigste Form des Lungenkrebses, andererseits zeigen Therapien häufig nur eine vorübergehende Wirkung. Das bedeutet für Betroffene: Rückfälle kommen regelmäßig vor, dadurch verringern sich die Überlebenschancen.

Am Dienstag (17. März) wurde nun an der MedUni Graz ein neues Christian-Doppler-Labor eingerichtet, das sich der Entwicklung neuartiger Therapien für genau diese Krebserkrankung widmet. Finanziell unterstützt wird es vom Wirtschaftsministerium (BMWET) und dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Die Kosten für die kommenden sieben Jahre betragen 3,2 Millionen Euro.

Lungenkrebs: Was löst den Zelltod aus?

Geleitet wird das Labor von den beiden Experten Michael Dengler und Philipp Jost, die mit ihrem Team daran arbeiten, den Kampf gegen NSCLC auf eine neue Ebene zu heben. Sie suchen nach Möglichkeiten, den sogenannten immunogenen Zelltod auszulösen – einen Mechanismus, der es dem Immunsystem erleichtert, Tumorzellen zu erkennen und gezielt anzugreifen.

Diese Form des programmierten Zelltods steht im Mittelpunkt des Labors. Denn: „Beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) sind diese Mechanismen häufig ausgeschaltet. Dadurch kann der Tumor unbemerkt vom Immunsystem wachsen“, erklärt Onkologe Jost. „Ziel der Forschung ist es daher, Krebszellen so zu beeinflussen, dass sie vom Immunsystem leichter erkannt und bekämpft werden können. Gelingt dies, könnten bestehende Krebstherapien deutlich wirksamer werden“, ergänzt Molekularbiologe Dengler. Um den dahinterliegenden Prozessen auf die Spur zu kommen, werden jene biologischen Mechanismen untersucht, die bestimmen, wie und wann Lungenkrebszellen sterben. Die Hoffnung: Langfristig könnten ihre Erkenntnisse die Überlebenschancen und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten verbessern.