Es ist ein Zusammenhang, den die Branche in Abrede stellt, der Pellets-Kunden aber nach wie vor im negativen Sinn bestens in Erinnerung geblieben ist: Die letzte Gaspreiskrise ließ auch die Preise für Pellets deutlich ansteigen.
An den Zapfsäulen und für Heizölbesteller gibt es aktuell weiterhin Höchstpreise. Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran bringt die Weltwirtschaft zum Stottern.
Die jüngste Freigabe von Ölreserven verpuffte und brachte nicht die erhoffte Entspannung auf den Rohstoffmärkten. Am Ende der Heizsaison gibt es nun einen Aufschrei seitens der Arbeiterkammer, was die Preissteigerungen bei Pellets betrifft.
Pelletteuerung setzt sich fort
Eine aktuelle Erhebung der AK Tirol von Anfang März zeigt ein hohes Preisniveau. Für eine Lieferung von 6 Tonnen Pellets inklusive Transport müssen Haushalte derzeit im Schnitt 2579,58 Euro bezahlen. Dabei betragen die Preissteigerungen zum Vorjahr teils bis zu 600 Euro.
In Kärnten ist es etwas billiger: Der Preis pro Tonne liegt je nach Anbieter teils deutlich unter 400 Euro. Für 5 Tonnen zahlt man inklusive Abfüllpauschale um die 1900 Euro. In der Steiermark sind die Biopellets aus dem Werk von Hasslacher in Preding am günstigsten (380 Euro pro Tonne).
Laut dem Branchenverband proPellets wurde es von Jänner auf Februar 2026 österreichweit im Schnitt um 9,3 Prozent teurer, im Jahresvergleich um 30 Prozent.
„Gewinnmaximierung auf Kosten der Konsumenten“
Für AK-Präsident Erwin Zangerl ein klares Signal, dass die Abzocke am Energiesektor weitergeht. „Egal ob Spritpreise, Heizöl oder eben Pellets – die Unternehmen gehen auf Gewinnmaximierung auf Kosten der Konsumenten. Es erschließt sich nicht, welche Umstände zu diesen enormen Preissteigerungen führen, zumal der Pelletspreis schon vor der Iran-Krise weit höher als noch im Vorjahr war“, so Zangerl, der ein deutliches politisches Signal „gegen die Abzocke“ fordert. Letztlich werde bei steigenden Preisen auch die Inflation wieder ansteigen. Damit gerate man in denselben Teufelskreis, wie schon 2020.
Die Gründe dafür lassen sich aus Sicht der Arbeiterkammer nicht wirklich festmachen. „Hier wird einfach der Gewinn optimiert und auf den kalten Jänner verwiesen, wobei die Preise jeweils mit Beginn der Heizperiode steigen. Auch der seit kurzem tobende Nahost-Konflikt kann nicht innerhalb von zwei Wochen die Preise dermaßen explodieren lassen“, kritisiert Zangerl.
Der aktuell günstigste Anbieter Tirols ist auch in Kärnten aktiv: Theurl Holz aus Assling hat auch einen Standort in Steinfeld, das Pelletwerk steht in Osttirol. 2143 Euro kosten 6 Tonnen samt Transportkosten (Stand: 4. März).
Gegenrechnung: Öl versus Pellets
Im Energiekostenvergleich stellt der bundesweite Verband „proPellets Austria“ die Gegenrechnung auf: Während der Preis für eine Tonne Holzpellets mit 406 Euro im Monatsvergleich stabil bleibe, sei der Preis für Heizöl extraleicht im Vergleichszeitraum um 55 Prozent gestiegen.
Lagere ein durchschnittlicher Haushalt jetzt wieder ein, betrage die Ersparnis gegenüber einer Ölheizung 2387 Euro, gegenüber Gas sind es sogar 2510 Euro. Die Preis-Schere am Energiemarkt habe im März ein neues Rekordniveau erreicht. „Noch nie war der finanzielle Unterschied zwischen fossilem und nachhaltigem Heizen so brutal wie heute“, sagt Geschäftsführerin Doris Stiksl. Fossile Brennstoffe würden mittlerweile ein ganzes Monatsgehalt fressen. Die Gesamtkosten bei 3000 Liter Heizöl werden mit 4824 Euro beziffert, bei 2426 Euro Heizkosten mit Pellets bei einem Verbrauch von 6 Tonnen.
Damit kommt vom Branchenverband quasi eine Retourkutsche für die Reaktion der Öllobby nach Medienberichten über die Preissteigerungen bei Pellets. 2025 haben die 55 österreichischen Pelletierwerke erstmals mehr als zwei Millionen Tonnen Pellets hergestellt - bei einem aktuellen Inlandsverbrauch von 1,5 Millionen Tonnen.