40 Tage ohne ZuckerBackexperiment schief gegangen: Wie Zimtschnecken nicht aussehen sollten

Schokolade adé! Bundesland-Redakteurin Claudia Felsberger hat das "süße Leben" satt und verzichtet in den nächsten Wochen auf Zucker.

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Am Anfang stand das Vorhaben: Wir wollen fasten. Nur was? Getreu dem Motto "Besser Leben" verzichten wir auf lieb gewonnene Gewohnheiten, die der eigenen Vorstellung von Zufriedenheit eigentlich widersprechen.

Schon jetzt ist klar: Die Fastenzeit wird kein Spaziergang. Oder doch? Vielleicht für Bundesland-Redakteurin Kerstin Oberlechner. Sie fastet Lifte, nimmt ab jetzt also nur noch die Treppe und will zumindest 8000 Schritte am Tag gehen. Klingt tierisch anstrengend? Für Sonja Saurugger werden die kommenden 40 Tage das komplette Gegenteil sein: Sie ernährt sich fortan vegan. Wirtschaftsredakteur Markus Zottler verzichtet auf Facebook, Instagram und Co. In Anlehnung an den Gründer des wohl größten Sozialen Netzwerks nennt er das Zuckerberg-Entzug. Auch Bundesland-Redakteurin Claudia Felsberger verzichtet auf einen Zuckerberg - nämlich jenen, den sie täglich in Form von Schokolade und Keksen zu sich nimmt. Hier schildert sie ihre Erfahrungen.

Schmeckende Schnecken

„Zuckerfrei? Ohne Nachspeise bekomme das nicht mehr lange gebacken“, dachte ich mir vor Kurzem und suchte Rezepte für gesunde Desserts. Ich wurde fündig. Eine Frau namens Amy aus Kalifornien widmet ihren Blog ganz besonderen Backanleitungen. Vor wenigen Tagen hat Amy gesunde Zimtschnecken gemacht – mit Vollkornmehl und Kokosblütenzucker.

Freilich kann man jetzt sagen, dass Kokosblütenzucker auch nichts anderes ist als... Zucker. Schließlich steckt das Wort schon im Namen. Aber laut Internetrecherche strapaziert er den Blutzuckerspiegel bei Weitem nicht so wie regulärer Zucker. Und wenn er für Amy okay ist, ist er auch für mich okay.

Zusammen mit einer Freundin habe ich dieses Rezept also am Sonntag ausprobiert. Und... was soll ich sagen... Die Zutaten sind auch schon das einzige, was Amys Zimtschnecken und meine gemeinsam haben.

Das Backexperiment hat eigentlich gut angefangen. Hier der sorgfältig eingepinselte Teig... Foto © Felsberger

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... und Zimt darf natürlich nicht fehlen. © Felsberger

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Die Zimtschnecken, kurz bevor sie in den Ofen kamen © Felsberger

Schon beim Einrollen hat es erste Komplikationen gegeben und der Teig ist beinahe zerbröckelt. Als die Schnecken dann aber im Ofen waren und sich langsam ein wohliger Zimtgeruch in der Küche ausgebreitet hat, dachte ich an die Bilder, die ich auf dem Blog gesehen hatte. Fluffig und goldbraun waren sie, Amys Zimtschnecken. Dann der Blick in den Ofen...

… kennen Sie das, wenn nach einem kurzen Regenguss im Sommer die Sonne unglaublich stark scheint und Regenwürmer und Schnecken es nicht rechtzeitig zurück ins feuchte Gras schaffen, stattdessen am Asphalt kleben bleiben, langsam austrocknen und einen unglaublich qualvollen Tod sterben? Jetzt stellen Sie sich vor, jemand geht her und besprenkelt die armen Tiere mit Zimt. Ja, so ungefähr sah das aus, was wir am Sonntag gebacken haben. ABER – und das ist nicht unwesentlich – geschmeckt haben sie, die Zimtschnecken. Mindestens so gut wie die von Amy ausgesehen haben.

So saßen wir also in der Küche, an unseren Zimtschnecken kauend, und starrten auf die Backform mit den inzwischen verkrusteten Resten an Kokosblütenzucker. Bis meine Backkameradin das Schweigen brach. „Aber beim nächsten Mal...“, sagte sie. „...beim nächsten Mal backen wir was Richtiges!“

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... das Resultat. © Felsberger

Update: Amy hat mir geschrieben! Dass das Backexperiment schief gegangen ist, lag wohl am Mehl, das glutenfrei war. Merke - Zimtschnecken brauchen Gluten. Alle, die das Rezept ausprobieren wollen, sollten unbedingt Vollkornmehl und zwei bis vier Löffel Allzweckmehl verwenden. Dann steht dem perfekten Dessert (fast) nichts mehr im Weg. 

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büffel
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