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Tiere sind keine GeschenkeOstern ist für Kaninchen kein Fest

Falscher Hase: Warum Kaninchen nur bedingt Haustiere und schon gar keine Kuscheltiere sind.

© FOTOLIA
 

Ein Kaninchen anzuschaffen, das geht ganz schnell. Einfach das flauschigste Tier aussuchen, einen Käfig und Futter dazu – fertig. Das denken sich viele, gerade vor Ostern. Falsch gedacht: Die possierlichen Mümmelmänner gelten als pflegeleichte Haustiere, sind es aber ganz und gar nicht. Zum einen sind Kaninchen nämlich keine Kuschel-, sondern Fluchttiere: „Sie lassen sich ungern streicheln oder hochheben“, sagt Gloria Gerstl-Hejduk von der Tierärztekammer. Sie wehren sich oft mit Kratzen und Beißen, sind als Spielgefährten für Kinder daher nicht geeignet.

Sippentiere

Zum anderen ist es mit einem Kaninchen nicht getan: Sie sind Sippentiere, leiden in Einzelhaltung und müssen stets in Gruppen (z. B. ein kastrierter Bock und zwei Weibchen) zusammenleben. „So ist es auch im Tierschutzgesetz verankert“, betont Gerstl-Hejduk.

Was die Haltung angeht, sind die Löffelmänner anspruchsvoll: Die handelsüblichen Käfige sind zu klein, artgerecht ist in Wahrheit nur das Leben in einem gegen Wind, Wetter und Raubtiere gesicherten Außengehege mit 6 bis 10 m2 Fläche für drei Kaninchen. Wohnungshaltung kommt nur dann infrage, wenn den Tieren ein eigenes Zimmer zur Verfügung steht, in dem sie permanent frei laufen können.

Wenn man Kaninchen all das bieten kann, sollte man sie aus dem Tierschutz adoptieren. Größter Vorteil: Die Tiere sind meist schon aneinander gewöhnt und die Böcke kastriert. „Das muss unbedingt sein – sie vermehren sich sehr schnell.“

CHECKLISTE FÜR KANINCHENBESITZER

  • Familiensituation: Tiere sollte man niemals nur auf Wunsch der Kinder anschaffen, denn die erste Begeisterung ist fast immer nur von kurzer Dauer.
  • Keine Kuscheltiere: Hinzu kommt, dass Kaninchen von Natur aus Fluchttiere sind und sich nur ungern anfassen, hochheben oder festhalten lassen
  • Lebenserwartung: Da Kaninchen ein Alter von bis zu zwölf Jahren haben, muss deren Versorgung für lange Zeit vorausgeplant werden.
  • Keine Einzelhaltung: Um Kaninchen artgerecht zu halten, müssen sie zumindest zu zweit sein. Einzelhaltung ist auch nach dem Tierschutzgesetz verboten. Oft sieht man, dass ein Kaninchen mit einem Meerschweinchen vergesellschaftet wird. Sie ersetzen einander nicht die Artgenossen.
  • Wohnsituation: Kaninchen brauchen einen großen, gut strukturierten Lebensraum - am am besten ein ein- und ausbruchssicheres
    Freigehege im Garten. In der Wohung brauchen sie einen eigenen Raum, in dem sie permanent frei laufen können.
  • Lebensraum: Kaninchen brauchen die Möglichkeit zum Nagen, Graben, Rückzug, Verstecken, Hoppeln sowie viel Abwechslung.
  • Allergien: Bei der Kleintierhaltung muss neben den Kaninchen selbst auch die Verwendung von Stroh, Heu und sonstigem Einstreu bedacht werden, die allergische Reaktionen hervorrufen können.
  • Gruppenzusammenstellungen: Gute Kombinationen sind ein Rammler und ein bis drei Weibchen, zwei Rammler und zwei bis vier Weibchen oder Rammler in kleinen Gruppen.
  • Kastration: Böcke müssen immer kastriert werden! Zum einen wegen der raschen Vermehrung, zum anderen, weil sie dann besser mit anderen Tieren zusammenleben.

Kommentare (1)

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Mezgolits
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Löffelmänner

Ich meine ganz ehrlich: Gibt es noch eine
dümmere Bezeichnung? Erfinder Mezgolits

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