Schnipp und wegWarum achtlos weggeworfene Zigarettenstummel ein großes Umweltproblem sind

Schnipp und weg – Frankreich sagt dieser Unsitte jetzt den Kampf an. Warum der kleine Stummel so große Auswirkungen auf die Umwelt hat.

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Man findet sie auf Liegewiesen am Badesee, am Sandstrand, aber auch in den Bergen oder am Straßenrand und leider auch in der Sandkiste – Zigarettenstummel. Laut einer Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen aus dem Jahr 2016 werden von den jährlich 5,6 Billionen gerauchten Zigaretten 4,5 Billionen unsachgemäß entsorgt. In der Studie „Tobacco and its Environmental lmpact“ der WHO heißt es, dass Zigarettenfilter 30 bis 40 Prozent des Gesamtmülls ausmachen, der in Städten vom Boden gesammelt wird.

Auch viele Franzosen schnippen ihre Zigarette achtlos weg, sodass jährlich 23,5 Milliarden Kippen auf den Straßen und in der Natur landen. Dieser Unsitte sagt das Umweltministerium in Paris nun den Kampf an, indem es die Hersteller in die Pflicht nimmt. Ein vergangenes Jahr verabschiedetes Kreislauf- und Antiverschwendungsgesetz schreibt ihnen vor, sich um den Verbleib ihrer Produkte nach deren "Lebensende" zu kümmern. Konkret soll die Tabakindustrie pro Jahr 80 Millionen Euro zur Beseitigung der Kippen und für Sensibilisierungskampagnen beisteuern. 

Binnen sechs Jahren soll die Flut an entsorgten Filtern um mindestens 40 Prozent schrumpfen. Erreicht werden soll dies auch übers Verteilen von Taschenaschenbechern, mehr reine Zigaretten-Mülleimer sowie neue Sammel- und Recyclingsysteme für die "Megos", wie die Kippen umgangssprachlich auf Französisch genannt werden.

Zehn Jahre oder länger

Denn die kleinen Filter haben große Auswirkunge auf die Umwelt, denn es dauert je nach Umgebungsbedingungen bis zu zehn Jahre oder länger, bis sich die Zigarettenfilter, die aus sogenannten Celluloseacetatfasern bestehen, vollständig zersetzt haben.

Der Stummel wird aber nicht nur wegen des Mikroplastiks zur Belastung für die Umwelt, sondern auch aufgrund der enthaltenen Chemikalien. In den Zigarettenfiltern findet man eine Vielzahl giftiger Substanzen wie Nikotin, Teer, Dioxine oder Schwermetalle. In der Kanalisation oder offenen Gewässern geben die Filter diese Giftstoffe ins Wasser ab, auf diesem Weg landen sie im Ökosystem. Liegen Zigarettenstummel auf Wiesen, werden auch hier die giftigen Substanzen ausgewaschen und dringen schließlich in den Boden ein. Was jeder tun kann? Die Stummel ordentlich ausdämpfen und im Restmüll entsorgen oder einen tragbaren Taschenaschenbecher bei sich führen. Oder vielleicht schafft man es doch einmal mit dem lange geplanten Rauchstopp? Er schont nicht nur Gesundheit und Geldbörse, sondern auch die Umwelt.

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