Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Unpassend oder hinderlichNur 35 Prozent der Radfahrer tragen einen Helm

Der ÖAMTC hat 14.600 Radfahrer analysiert und festgestellt, dass nur ein Drittel einen Helm trägt. Dabei hat sich die Zahl der unfallbeteiligten Radfahrenden seit 2012 um ein Drittel erhöht.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Little girl helping mother to put on bicycle helmet
Little girl helping mother to put on bicycle helmet © (c) Yakobchuk Olena - stock.adobe.com (Yakobchuk)
 

Im Vorjahr entwickelte sich Corona-bedingt ein regelrechter Fahrrad-Boom, der auch im aktuellen Jahr anhält. Viele Radfahrer sind aber ohne Schutzhelm unterwegs. In Österreich besteht zwar keine gesetzliche Radhelmpflicht für Erwachsene. Das Tragen eines Helmes ist jedoch nahezu die einzige Möglichkeit des Selbstschutzes von Rad- und E-Tretrollerfahrenden.

Der ÖAMTC wollte in dem Zusammenhang wissen, wie viele Personen freiwillig mit Helm unterwegs sind und hat dafür bundesweit in allen Landeshauptstädten 14.600 Radler beobachtet. Das Ergebnis: Insgesamt haben 35 Prozent der Radfahrenden einen Helm getragen.

Unpassend oder hinderlich

Der Anteil der helmtragenden Männer (37 Prozent) war dabei um fünf Prozentpunkte höher als bei Frauen (32 Prozent). Im Vergleich der Landeshauptstädte zeigten sich teilweise große Unterschiede. Während etwa in St. Pölten und Klagenfurt nur je 16 Prozent der Radfahrer einen Helm trugen, waren es in Eisenstadt 47 und in Linz sogar 72 Prozent. Die Ursachen für die zum Teil großen lokalen Diskrepanzen bei der Helmtragequote können vielschichtig sein. "Es ist anzunehmen, dass ein Helm am Weg zu Geschäfts- oder Büroterminen in der Stadt eher als unpassend und hinderlich empfunden wird als beispielsweise bei privaten Wegen oder am Weg zu ausgedehnten Radtouren, die oftmals in Städten ihren Ausgangs- und Endpunkt haben", erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé.

Eine Einteilung der Erhebungsstandorte in Strecken mit (überwiegend) Freizeit- oder Alltagsverkehr sowie Routen mit (überwiegend) gemischtem Radverkehr zeigten Tendenzen, welche oben genannte Einschätzung unterstützen. Erhebungen an Freizeitstrecken brachten eine Helmtragequote von rund 39 Prozent, an Alltagsstrecken 31 Prozent zu Tage.

Zahl der verunglückten Radfahrer steigt

Dass das Radfahren immer beliebter wird, spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wider. So hat sich die Zahl der unfallbeteiligten Radfahrenden seit 2012 um ein Drittel erhöht. Die Zahlen der tödlich verunglückten Radfahrenden sind im selben Zeitraum jedoch um 23 Prozent zurückgegangen.

Im Jahr 2020 verunglückten laut Statistik Austria 9348 Radfahrer (E-Bike und E-Scooter eingeschlossen) auf Österreichs Straßen – 40 davon tödlich. Bei Betrachtung der Fahrradunfälle nach Unfalltyp zeigt sich, dass insbesondere Alleinunfälle (wo kein anderer Verkehrsteilnehmer involviert war) mit rund 70 Prozent deutlich zugenommen haben und bereits ein Drittel aller Fahrradunfälle ausmachen.

Ebenso zeigt sich, dass ein weiteres Drittel der Fahrradunfälle der letzten Jahre bei Unfällen im Kreuzungsbereich passierte. Die Gründe waren zumeist Unachtsamkeit, Ablenkung, Vorrangverletzung oder das Missachten von Geboten und Verboten – sowohl verursacht von Kraftfahrern als auch von Radfahrern selbst.

Laut Daten der ÖAMTC-Unfallforschungsdatenbank liegt der Anteil an verunglückten Radfahrenden ohne Helm, die schwere bis tödliche Kopfverletzungen aufwiesen, bei 57 Prozent. Bei Radfahrenden, die mit Helm unterwegs waren, ist dieser Prozentsatz mit 26 Prozent deutlich geringer. "Auch wenn nicht alle Unfälle ohne weiteres miteinander vergleichbar sind, zeigt sich doch, dass das Tragen eines Helmes eine der wenigen Möglichkeiten ist, sich als Radler bei einem Sturz oder Unfall vor Kopfverletzungen zu schützen oder zumindest die Unfallfolgen deutlich abzuschwächen", mahnt Nosé. 

 

Kommentare (4)
Kommentieren
HRGallist
3
3
Lesenswert?

Unpassend oder hinderlich

Ort: Barmherzigenkirche Graz, Zeitpunkt: 19.Juni, 16:30. Von den meist mit hohem Tempo, alle Altersstufen und unabhängig vom Geschlecht, also zur Zeit höchster Tramfrequenz zwischen und über die Schienen radelnden Verkehrsteilnehmern trägt maximal jeder 20. einen Helm. Es ist genügend nachgewiesen, dass die Schwere von Kopfverletzungen bei einem Sturz durch den Helm deutlich gemindert wird. Das ist in das bissl Hirn der Radler anscheinend noch nicht eingesickert. Gilt übrigens auch für Radler-Autobahn Schmiedgasse und Kaiserfeldgasse.

madmote
13
5
Lesenswert?

bald ist es soweit,

dann kommt die Drohkulisse von den Versicherern mit selbstbehalt und so. Wer Angst hat soll daheim im Bett bleiben und lieber daheim an Fettliebigkeit und Herzinfarkt dahinscheiden - ich genieß lieber mein Leben in vollen Zügen und mach mir nicht gleich wegen allem ins Hemd ;)

joe1406
11
8
Lesenswert?

Die allermeisten Unfälle passieren im Haushalt

Also nicht mehr weit zum Fensterputzen mit Sturzhelm.

tomtitan
2
19
Lesenswert?

Eh kloar - "da Helm haut die Frisur z'sammen" - leider gibt es viele

die immer noch so denken.