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Experte erklärt"Essen Sie nie, wenn Sie gestresst sind"

Ernährungsexperte Hermann Toplak verrät, warum Adipositas so gefährlich ist und warum man sich vor dem Essen in erster Linie seinem Stresslevel widmen sollte.

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© kwiatek7 - Fotolia
 

Beginnt Adipositas im Kindesalter oder macht sie sich erst bei den Erwachsenen bemerkbar?
Hermann Toplak: Früher war es so, dass man einfach im Laufe des Lebens zugenommen hat. Dann waren die Leute spät im Erwachsenenalter dick. Heute sind schon Kinder von Adipositas betroffen. Mein schwerster Patient ist ein 17-Jähriger – er ist 1,80 m groß und wiegt 183 kg.

Was sind die Hauptursachen?
Natürlich wird man nicht so dick, ohne zu essen. Einerseits machen Betroffene zu wenig Bewegung, andererseits essen sie zu viel und zu energiedicht. Das „Warum isst man?“ ist aber etwas, was die meisten schlecht beeinflussen können.


Warum ist das so?
Stress und Frustration üben heute einen massiven Einfluss auf unser Essverhalten aus. Was macht man, wenn man nach einem stressigen Tag heimkommt? Man isst, was einem unterkommt. Und das ist selten Salat oder ein Radieschen. Man isst schnell, unkontrolliert, fetter oder süßer. Wir leben in einer Stressgesellschaft und das ist eine ihrer Auswirkungen.
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Wann hat man es mit Adipositas zu tun?
Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Richtwert. Wenn man 1,73 m groß ist und 80 kg wiegt, dann muss man 80 durch 1,73 x 1,73 dividieren. Ab einem Wert von 30 beginnt Adipositas. Danach wird in Stufen unterschieden. Ab 30 ist es die erstgradige, ab 35 die zweitgradige usw. Wir haben in der europäischen Fachgesellschaft jetzt schon für 45 die viertgradige und für 50 die fünftgradige und 55 die sechstgradige eingeführt, weil die Leute so stark zunehmen. Es macht große Unterschiede, je schwerer jemand ist, desto schwieriger ist die Behandlung. Und desto mehr haben Betroffene psychische Störungen.

Body Mass Index und Bauchumfang

Den Body-Mass-Index (BMI) berechnet man so: Körpergewicht in kg dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (in m).
Normal-BMI: 18,5 bis 24,9. In der gestrigen Ausgabe hatte sich bei der BMI-Formel leider ein Fehler eingeschlichen – wir entschuldigen uns!
Der Bauchumfang kann mit einem Schneidermaßband gemessen werden: Gemessen wird an der schmalsten Stelle: Das bedeutet, zwischen unterster Rippe und Oberkante des Beckens. 
Einen Überblick über alle Adipositas-Selbsthilfegruppen finden Sie unter:
adipositas-selbsthilfe.com


Warum ist Fettleibigkeit so gefährlich?
Vor allem das Bauchfett ist gefährlich. Entzündungen führen dazu, dass es vermehrt zu Arteriosklerose, also Gefäßverkalkung, kommt. Deswegen gibt es neben dem BMI auch andere Klassifikationszahlen wie den Bauchumfang. Auch Krebs wird durch Fettleibigkeit gefördert. Wenn man an Diabetes erkrankt, erhöht sich das Risiko noch einmal. Und Diabetes ist extrem stark vom Körpergewicht abhängig. Im Jahr 1988, als ich hier zu arbeiten begonnen habe, hatten etwa 3,5 Prozent der Erwachsenen Diabetes und 6,5 Prozent Adipositas. Heute kann man beide Zahlen in etwa verdreifachen.

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