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TIERISCHE ERNÄHRUNGSTIPPSWie man Hund und Katze richtig füttert

Wie und vor allem was man Hunden und Katzen füttert, ist ein heiß diskutiertes Thema unter Tierbesitzern. Was Sie wissen sollten.

Tierische Ernährungstipps für Hund und Katze
Tierische Ernährungstipps für Hund und Katze © FOTOLIA
 

Industriell erzeugtes Tierfutter ist in den letzten Jahren in die Kritik geraten: Macht die Dosennahrung krank?
„Nein. Wenn der Hund oder die Katze gesund sind und nicht wegen einer Krankheit eine Diät brauchen, ist das nicht der Fall“, sagt Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer.

Wird kontrolliert, was in die Dose darf?
Das österreichische Futtermittelgesetz fordert eine Ernährung, die den Bedarf an Nährstoffen deckt, unter Berücksichtigung von alters- abhängigen und haltungsbedingten Gegebenheiten. „Diese Minimalanforderungen müssen alle Alleinfutter im Handel erfüllen“ sagt Frühwirth.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Futter vom Diskonter und Premiummarken?
Das Gesetz regelt nur grundsätzlich, welche Bestandteile in welchem Ausmaß enthalten sein müssen. „Die Hersteller können den vorgeschriebenen Proteinwert aber auch erreichen, indem sie weniger hochwertiges Eiweiß verarbeiten“, erklärt Frühwirth. In teureren Marken sollten hochwertigere Zutaten wie mehr Fleisch verarbeitet sein. Aber es gilt: Qualitativ gutes Futter muss nicht das teuerste sein (siehe Testergebnisse unten). Auch wenn Schlagworte wie „Bio“, „Diät“ oder „Premium“ auf der Packung stehen, sollte man sich die Zutatenliste durchlesen.

Es gibt immer wieder Futtersorten, die in Vergleichstests durchfallen. Worauf soll man beim Kauf achten?
Leider sind die Zutatenlisten bei Tierfutter genauso kryptisch gehalten wie bei Lebensmitteln für Zweibeiner. Als Tipp gilt: Ein Zuviel oder ein Zuwenig an Inhaltsstoffen, das entsteht, weil ein Futtermittel nicht ideal zusammengesetzt ist, sollte durch Abwechslung kompensiert werden. Schon bei Jungtieren ist es wichtig, auf Vielfalt zu achten und zum Beispiel zwischen verschiedenen Arten von Feucht- und auch Trockenfutter zu wechseln.

TIERFUTTER IM TEST

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 21 Feuchtfutter für Katzen unter die Lupe genommen. Keines erreichte dabei die Bestnote Sehr gut, acht erzielten ein Gut. Der Großteil der Produkte schnitt am Ende allerdings nur mit den Noten Durchschnittlich bis Nicht zufriedenstellend ab. Der Grund: ein Zuviel oder Zuwenig von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. „Gutes Katzenfutter gibt es für viel, aber auch für sehr wenig Geld“, sagt Angela Tichy vom VKI. Während das günstigste Feuchtfutter im Test nur auf 77 Cent pro Tagesration kommt, fallen mit dem teuersten „guten“ Produkt 3,04 Euro an.

Auch 25 Alleinfeuchtfutter für Hunde hat der Verein untersucht: Die Bestnote wurde kein einziges Mal vergeben, drei Erzeugnisse schafften ein gutes Gesamtergebnis. Der Rest war durchschnittlich, drei Sorten wurden schlecht bewertet. Das lag an zu viel Eiweiß und Vitaminen sowie Mängeln beim Gehalt von Phosphor und Eisen. Auch hier gilt: Gutes Futter ist nicht automatisch teurer: Zwar lag der Testsieger mit 2,35 Euro pro Tagesration im obersten Preissegment, doch der Zweitplatzierte kostet 0,98 Euro pro Tag.

Die Tests zum Nachlesen unter www.konsument.at

 

Gerade Trockenfutter ist in Verruf geraten. Zu Recht?
Hunde kann man ausschließlich mit Trockenfutter ernähren, aber bei Katzen sieht das anders aus. „Sie haben einen sehr sensiblen Wasserhaushalt und trinken von Natur aus nicht viel“, sagt Frühwirth. Daher sollte zumindest die Hälfte ihrer Nahrung Feuchtfutter sein, über das sie zusätzliche Flüssigkeit aufnehmen. „Eine Möglichkeit ist es auch, die Trockennahrung einzuweichen.“

Immer mehr Besitzer fangen an, speziell für ihre Lieblinge zu kochen. Ist das notwendig?
„Es gibt Tiere, die wegen Allergien oder Unverträglichkeiten kein Futter aus dem Handel fressen können“, sagt Frühwirth. „Davon abgesehen ist es aber nicht notwendig.“ Wer trotzdem für seinen Liebling den Kochlöffel schwingen möchte, sollte die Ernährung nur unter tierärztlicher Betreuung umstellen, damit es zu keinen Mangelerscheinungen kommt. „Die Besitzer wollen das Beste für ihre Tiere, ohne Expertenrat kann man aber mehr schaden als Gutes tun.“ Dasselbe gilt für das „Barfen“, das ausschließliche Füttern von Rohkost. Dabei besteht zudem ein Restrisiko für die Übertragung von Keimen.

Immer mehr Herrchen und Frauchen machen ihre Hunde zu Vegetariern. Birgt das Risiken?
„Einen Hund ohne Fleisch zu ernähren, ist sehr gut möglich“, sagt Frühwirth. „Bei bestimmten Krankheiten ist das sogar Teil der Therapie.“ Selbst vegan (außer bei Welpen, Zucht- und Sporthunden) ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen möglich. Um Mangelerscheinungen zu verhindern, ist aber auch hier eine sorgfältige Diätplanung mit dem Fachmann nötig. Katzen kann man vegetarisch nicht ernähren: „Sie sind Fleischfresser und brauchen tierisches Eiweiß, um gesund zu bleiben.“

 

Kommentare (5)

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scionescio
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Wer seinen Hund vegan ernährt sollte sofort wegen Tierquälerei bestraft werden ...

... und natürlich sollte ihm das nicht artgerecht gehaltene Tier sofort weggenommen werden.
Es ist einfach unglaublich, was Fanatiker in ihrem Wahn aufführen!

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richtiggestellt
9
3
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Expertin gibt dem Interviewten recht

Auch Christine Iben, Expertin für Tierernährung an der Veterinär-Uni Wien ist der Ansicht, dass es ohne Fleisch geht: "Von der Enzymausstattung her sind erwachsene Hunde fähig, sich fleischlos zu ernähren da es vegane Futter am Markt gibt, die das abdecken." Lieschenmueller sollte sich besser erkundigen bevor sie Kommentare schreibt.

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scionescio
0
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Für jeden verirrten Experten gibt es mit Sicherheit einen anderen, der genau das Gegenteil behauptet ...

... der Verdauungstrakt von Fleischfressern, Allesfressern und Planzenfressern ist halt einmal grundverschieden!
Schlimm genug, dass sich Fanatiker bewusst einer Mangelernährung aussetzen und die Mangelerscheinungen mit viel Chemie sehr kompliziert kompensieren müssen - aber das bei wehrlosen Tieren - oder noch viel schlimmer: bei Kindern! - zu machen, gehört von amtswegen verfolgt und bestraft!
So nebenbei: es gibt wenig, was ich mit größerem Genuss esse, als eine große Schüssel Salat mit Kernöl ...

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styrianprawda
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@scionescio

Sie als Mensch sind aber ein "Allesfresser" und kein "Raubtier", wie es Hunde nun mal sind.

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lieschenmueller
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Dass oft Wechseln der Futtermarken empfohlen wird, höre und lese ich heute zum ersten Mal. Jeder Tierarzt den ich kannte und kenne (habe seit den frühen 80er-Jahren Haustiere) sprach anders. Wenn ein Tier etwas gut verträgt, besteht kein Grund. Und an Abwechslung mangelt es bei den vielen Sorten, die eine Marke herstellt, wahrlich nicht. Alter erreichten die Meinigen in Richtung Methusalem. Und zum vegetarischen oder sogar veganem Ernähren von fleischfressenden Tieren erspare ich mir die Zeilen. Würde unfreundlich werden.

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