Ich mochte früher keinen Käse. Ja. Wirklich. Heute bin ich der Erste, der über jedes passende Gericht erst einmal richtig viel Parmesan reibt. Als Kind hat man eben bestimmte Vorlieben, die sich zum Glück im Laufe eines Lebens ändern. Wie die Rote Rübe. Im Beliebtheitsranking aller Nahrungsmittel bei mir lange Zeit eher im unteren Drittel angesiedelt. Das hat sich gedreht. Spätestens seit mir ein befreundeter Koch vor vielen Jahren gezeigt hat, dass man Rote Rüben einfach im Ganzen im Ofen verbrennen lassen kann. Was daraus aromatisch entsteht, ist unglaublich. Die schwarze Hülle schützt im Grunde das Innere vor zu viel Hitze. Sie bekommt dadurch auch eine eigene, süße Note. Himmlisch.

Video – Rote-Rüben-Party im „Haberl & Fink‘s“

Ähnlich überirdisch schmeckt auch die Variante, die man sich im „Haberl & Fink‘s“ in Walkersdorf überlegt hat. Dort übernimmt gerade immer mehr die nächste Generation das Ruder. Der Unterschied bis dato nur ein Bindestrich. Bettina Fink-Haberl und Hans Peter Fink vertrauen Junior Hans-Peter Fink und seiner Frau Nina in Geschmacksfragen blind. Wie beim Rote-Rüben-Rezept. Während Hans-Peter jun. die tolle Knolle mit schwarzen Nüssen und Chicorée kombiniert, kümmert sich Hans Peter sen. um das Dressing.

„Nicht nur die Farbe der Roten Rübe ist ansprechend. Vor allem die Mineralik, die erdigen Töne, aber auch die Süße machen herrliche Geschmackserlebnisse möglich“, schwärmt der Junior-Chef. Und während Herr Papa die hübsch aufgelegten Rübenscheiben mit Dressing abschmeckt reibt der Sohnemann reichlich Parmesan drüber. Und so schließt sich im wahrsten Sinne des Wortes der Kreis. Zumindest für mich.