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Abschied in WienI'm nicht mehr Standing: Elton John geht in Poppension

Die 72-jährige Rocklegende Elton John wurde bei seinem ersten von zwei Abschiedskonzerten in der Wiener Stadthalle umjubelt. Im Juli kommt er auch nach Graz.

KONZERT: ELTON JOHN
Verabschiedete sich wie von Freunden vom Publikum in Wien, am Donnerstag noch einmal © APA/HANS PUNZ
 

Wenn sich ein alter Meister verabschiedet, kommen seine alten Jünger verlässlich zum Lebewohl. Und wenn sich wie Mittwochabend mit Elton John eine Rocklegende zum Adieu in der Wiener Stadthalle angesagt hat, ist der Laden voll. Denn auch wenn für den 72-Jährigen das Motto "I'm Still Standing" gilt, verabschiedet er sich doch in die Poppension. Das ist eben der Circle of Life.

Mit über 350 Millionen verkauften Platten hat man zum Kürzertreten wohl auch alles Recht. Ein leises Servus wurde das Farewell am heutigen Abend aber definitiv nicht. Da zeigte eine erfahrene Altherrenpartie den Jungen, was eine Harke ist und wie man auf vermeintlich gepflegten Rock stets noch eine Schippe drauflegt, bevor Routine entsteht.

Karriere-Rückblick: Elton John sagt Lebewohl

Die Eltern des 1947 im Londoner Umland Geborenen trennten sich früh, der kleine Elton wuchs vor allem bei seiner Großmutter auf. Sie war es auch, die ihn zum Klavierspielen ermunterte.

(c) Evan Agostini/Invision/AP (Evan Agostini)

Nach den ersten, noch eher ungelenken Alben ging sein Stern mit den Klassikern „Tumbleweed Connection“, „Madman Across The Water“ und „Honky Chateau“ auf.

(c) Rob Grabowski/Invision/AP (Rob Grabowski)

Enorme Popularität traf auf Kritikerlob, parallel dazu wuchs die Exzentrik, die der Brite auf der Bühne an den Tag legte.

(c) AP (Dan Balilty)

Schräge Kostüme, XL-Brillen und schrille Hüte über dem (später wieder aufgeforsteten) schütteren Haupthaar: Elton John wurde zur Weltmarke, von der sich gut 450 Millionen Tonträger verkauften.

(c) AP (Eugene Hoshiko)

Seit 2014 ist Elton John mit seinem langjährigen Freund David Furnish verheiratet.

(c) EPA (DANIEL DEME)

Mitte der Siebziger nahmen Drogen überhand - Beelzebuben, die der Brillenträger bis zum großen Entzug 1990 nicht loswurde. Das Publikum hielt Elton John die Treue, hing an den gefälligen Melodien, am perlenden Pianospiel und dem unverkennbarem Timbre.

(c) AP (Steve Spatafore)

Der „Rocket Man“ fasste wieder Tritt, ehelichte Langzeitpartner David Furnish, mit dem er zwei Söhne großzieht. Und auch die Kritiker brachte er mit den Alben der letzten Jahre wieder auf seine Seite. He's still standing!

(c) AP (SCOTT HEPPELL)

In wenigen Wochen kommt die Filmbiografie "Rocketman" in den Kinos. Elton John wird darin von Taron Egerton verkörpert.

(c) AP (David Appleby)

Am Life Ball 2004 mit Alfons Haider.

(c) ORF (Milenko Badzic)

Elton John am Life Ball 2002 mit Wiens Ex-Bürgermeister Michael Häupl.

(c) AP (RONALD ZAK)

Elton John bei einem gemeinsam Auftritt mit dem Rapper Eminem bei den 43. Verleihung der Grammy Awards.

(c) AP (KEVORK DJANSEZIAN)
(c) AP (MICHAEL STEPHENS)
(c) AP (THOMAS HAENTZSCHEL)
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Ein Abend unter Freunden

Die Brillen sind noch die gleichen, die schon vor geraumer Zeit implantierten Haare ebenfalls. Nur der anfängliche Frack fällt mit bestickten Rosen auf der Front und Glitzerrücken mit Silbernaht fast ein bischen dezent für John-Verhältnisse aus. Wirklich cool war Elton John aber eh nie. Wirklich uncool jedoch auch nicht. So gestaltet sich der Abend als liebenswerter Treff alter Freunde, die es noch mal krachen lassen, bevor sich der eine ins Altenheim zurückzieht. "Das wird das letzte Mal sein, dass wir in Wien auftreten. Deshalb wollen wir Euch so viel Spaß wie möglich bereiten", gab Elton John anfangs als Motto aus. Ziel erfüllt.

Karriere-Rückblick: Elton John sagt Lebewohl

Die Eltern des 1947 im Londoner Umland Geborenen trennten sich früh, der kleine Elton wuchs vor allem bei seiner Großmutter auf. Sie war es auch, die ihn zum Klavierspielen ermunterte.

(c) Evan Agostini/Invision/AP (Evan Agostini)

Nach den ersten, noch eher ungelenken Alben ging sein Stern mit den Klassikern „Tumbleweed Connection“, „Madman Across The Water“ und „Honky Chateau“ auf.

(c) Rob Grabowski/Invision/AP (Rob Grabowski)

Enorme Popularität traf auf Kritikerlob, parallel dazu wuchs die Exzentrik, die der Brite auf der Bühne an den Tag legte.

(c) AP (Dan Balilty)

Schräge Kostüme, XL-Brillen und schrille Hüte über dem (später wieder aufgeforsteten) schütteren Haupthaar: Elton John wurde zur Weltmarke, von der sich gut 450 Millionen Tonträger verkauften.

(c) AP (Eugene Hoshiko)

Seit 2014 ist Elton John mit seinem langjährigen Freund David Furnish verheiratet.

(c) EPA (DANIEL DEME)

Mitte der Siebziger nahmen Drogen überhand - Beelzebuben, die der Brillenträger bis zum großen Entzug 1990 nicht loswurde. Das Publikum hielt Elton John die Treue, hing an den gefälligen Melodien, am perlenden Pianospiel und dem unverkennbarem Timbre.

(c) AP (Steve Spatafore)

Der „Rocket Man“ fasste wieder Tritt, ehelichte Langzeitpartner David Furnish, mit dem er zwei Söhne großzieht. Und auch die Kritiker brachte er mit den Alben der letzten Jahre wieder auf seine Seite. He's still standing!

(c) AP (SCOTT HEPPELL)

In wenigen Wochen kommt die Filmbiografie "Rocketman" in den Kinos. Elton John wird darin von Taron Egerton verkörpert.

(c) AP (David Appleby)

Am Life Ball 2004 mit Alfons Haider.

(c) ORF (Milenko Badzic)

Elton John am Life Ball 2002 mit Wiens Ex-Bürgermeister Michael Häupl.

(c) AP (RONALD ZAK)

Elton John bei einem gemeinsam Auftritt mit dem Rapper Eminem bei den 43. Verleihung der Grammy Awards.

(c) AP (KEVORK DJANSEZIAN)
(c) AP (MICHAEL STEPHENS)
(c) AP (THOMAS HAENTZSCHEL)
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Selbstredend verteilt sich die in Summe erstaunliche Kohorte an Welthits des Briten über den Abend, von "Candle in the Wind" über "Crocodile Rocke" bis zu "Sad Songs". Aber zugleich nutzt Elton John seinen Abschied auch für persönliche Preziosen einer langen Karriere. Im unbestreitbaren Zentrum steht oder besser sitzt dabei stets er selbst am Flügel. Die Stimme des 72-Jährigen ist seit einer Kehlkopfoperation in den 1980ern rauer geworden, brüchiger, dreckiger - was den Songs zweifelsohne gut tut.

Auch der seit 1999 arbeitende Herzschrittmacher macht seine Sache gut. Dieser Rocket Man mag mit einer Rakete unterwegs sein, die schon etwas in die Jahre gekommen ist, die aber funktioniert wie eine Eins. Auch die Mitglieder seiner Band können sich noch persönlich an die Zeit erinnern, als Queen Elizabeth noch als Jungspund auf dem Thron galt. Spompanadeln wie bei vielen jüngeren Kollegen gibt es bei den Altmeistern aber nicht: Beinahe auf die Minute pünktlich wird begonnen - und dann wird bis auf ein kurzes Umziehen drei Stunden durchgespielt.

Wie ein halbierter Gitarrenkörper ergießt sich die Bühne in die Stadthalle. Auf reale Tänzer verzichtet der Rocker dabei, stattdessen wird der Bühnenhintergrund mit assoziativen Videos, kleinen Animationen bespielt. Bunt ist das Ganze, gefeiert wird die Vielfalt der Hautfarben und Altersstufen, der sexuellen und politischen Identitäten. Elton John war immer auch das Viel, das Mehr, das Spiel mit dem Geschmack. Und das hält er bis zum Schluss durch, wenn er mit dem Aufzug in der Leinwand verschwindet.

Ein Fest der Vielfalt

So enden über 50 Jahre Tourgeschichte - zumindest für Wien, wenn man vom morgigen Zusatzkonzert einmal absieht. Und so schnell ist global gesehen ohnedies nicht Schluss - ist die im Vorjahr gestartete Farewell-Tour doch auf drei Jahre mit 300 Konzerten angelegt. Danach will Elton John sich primär um seine beiden Kinder kümmern, die heute 8 und 6 Jahre alt sind. Fad wird dem Rockpensionär also nicht werden.

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