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Experten bei "Im Zentrum""Wir können Österreich in zwei Monaten durchimpfen"

Die Expertenrunde in der ORF-Sendung "Im Zentrum" sprach sich Sonntagabend mehrheitlich für eine Immunisierung durch Hausärzte aus. Bald soll es auch eine multivalente Corona-Impfung geben.

Die Immunisierung sollte durch Hausärzte erfolgen, sind sich die Experten einig
Die Immunisierung sollte durch Hausärzte erfolgen, sind sich die Experten einig © APA/BARBARA GINDL
 

"Wettlauf um die Impfung - Warum geht das nicht schneller?" hieß die Frage, die am Sonntagabend die Gästerunde in der ORF-Sendung "Im Zentrum" beantworten sollte. Als "Bremser" wurden etwa EU-Kommissions-Chefin Ursula van Leyen und die fehlende österreichweite Impfstrategie gegen Corona ausgemacht. Gesundheitsökonom Christian Köck trat für "eine nationale Logistik, die den Föderalismus ignoriert" ein, während der Hotelier Christian Harisch in der EU ein Hemmnis sah.

Köck, ehemaliger Politiker und jetziger Geschäftsführer der Klinikum Austria Gruppe, gab zu bedenken, dass in Dänemark bis 35 und in Ungarn bis 50 Prozent mehr Dosen im Vergleich zu Österreich verimpft würden. Jedes Bundesland würde hierzulande anders vorgehen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) solle daher nicht weiter auf die Partikularinteressen Rücksicht nehmen, sondern das Verteidigungsministerium mit der Logistik beauftragen - dann hätte man alle Impfdosen schnell verimpft. Wenn man schon von einem Kampf gegen das Coronavirus spreche, dann brauche es auch eine nationale Strategie, so Köck.

IM ZENTRUM: Wettlauf um die Impfung - Warum geht das nicht schneller? -

"Österreich in zwei Monaten durchimpfen"

"Wir können Österreich in zwei Monaten durchimpfen", warf die im niederösterreichischen Ebreichsdorf niedergelassene Hausärztin Cornelia Tschanett ein. Die Menschen wären bereits mürbe, weil es keine Perspektive gebe. Sie dürfe in ihrer Ordination nicht impfen, sagte die Allgemeinmedizinerin, obwohl Infrastruktur und Wissen um die Patienten vorhanden sei. Ältere Leute über 80 Jahre hätten zum Teil auch keine Möglichkeit, sich per E-Mail anzumelden, aber "wir Hausärzte können impfen und wollen impfen". Statt zu ihrem niedergelassenen Arzt müssten ältere Patienten von Ebreichsdorf nach St. Pölten oder von Puchberg am Schneeberg nach Amstetten reisen.

Der Kitzbüheler Hotelier und Rechtsanwalt Harisch trat ebenfalls für eine Verimpfung durch die "4.000" Hausärzte ein, andernfalls wäre das, als wenn statt dem Koch der Chauffeur kochen solle. Zudem begrüßte er die Initiative von Bundeskanzler Kurz gemeinsam mit Israel und Dänemark bei der Zusammenarbeit für Impfdosen der zweiten Generation. Versagt hätte hingegen die EU-Kommissions-Chefin Ursula van Leyen: "Hier werden Existenzen zerstört, weil man nicht in der Lage war, genug Impfstoffe zu kaufen", so der Betreiber von Hotels in Tirol, Deutschland und Großbritannien.

Ausreichend Impfstoffe im März

Schon im März werde es aber ausreichend Impfstoffe geben, warf zu diesem Vorwurf die Präsidentin des österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renee Gallo-Daniel ein. Alle Hersteller hätten die Kapazitäten ausgebaut, und "ich glaube zu wissen, dass mit März die Zahl der Dosen steil nach oben gehen wird", sagte sie. Laut Gesundheitsministerium sollen da eine Million Dosen mehr Impfstoff zur Verfügung stehen als im Jänner und Februar zusammen.

Köck war indes Einzelaktionen gegenüber Firmen skeptisch, die sich wie von Palfinger-Chef Andreas Klauser zuletzt angekündigt selbstständig Impfstoffe beschaffen wollen - wie er auch Skepsis gegenüber Einzelaktionen von EU-Staaten außerhalb der EU habe: Würden Firmen die Impfstoffe derart besorgen, würde das den österreichischen Sozialkontrakt sprengen.

Multivalente Impfung wird kommen

Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin der AGES-Medizinmarktaufsicht und Vorsitzende des Management Boards der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) warnte vor solchen Plänen angesichts der vielen Fälschungen von Impfstoffen. Gallo-Daniel warf ein, dass die Hersteller ohnehin nur mit der EU in Verhandlung seien und nur an diese Staaten liefern würden.

Die andere Lösung, auf russische Vakzine wie Sputnik oder chinesische Produkte per Notfallzulassung zu setzen, wie etwa in Ungarn wäre einem "russischen Roulette" vergleichbar, so Wirthumer-Hoche. Entsprechende Daten müssten von der EMA erst geprüft werden, und diese Daten würden bereits an die EMA geliefert. Und mit dem Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson stünde ohnehin bald ein viertes Vakzin für die EU-Staaten bereit.

Auf eines müsse man sich aber gefasst machen: "Auf lange Sicht wird es eine multivalente Impfung geben", sagte Wirthumer-Hoche abschließend. Also ein Vakzin, das gegen mehrere Stämme des Coronavirus wirke. Hier würde die EU jedoch vorausschauend handeln, so dass Nachfolge-Produkte der jetzt zugelassenen Vakzine rasche Freigaben erhalten würden.

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Danke für Ihr Verständnis.

Patriot
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1. Den Astra Zeneca können sie sich auf den Hut stecken!

2. Am schnellsten ginge es, wäre genügend Impfstoff vorhanden, mittels
Impfstraßen.

selbstdenker70
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...

Wenn es vernünftige Medikamente am Markt gibt, und das wird bald der Fall sein, braucht man für die Masse keine Impfung. Und so würde man auch leichter auf die Herden Immunität kommen und das Virus ausrotten.

Mein Graz
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@selbstdenker70

Kein Medikament kann eine Impfung ersetzen!

Eine Impfung schützt vor schwerem Verlauf.
Ein Medikament wird erst eingesetzt, wenn du schon erkrankt bist, ein schwerer Verlauf ersichtlich ist und du vielleicht schon im Krankenhaus liegst.

Wenn du z.B. viel mit Tieren zu tun hast lässt du dich auch gegen Tollwut impfen, obwohl es eine Behandlung gibt.

csab3266
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Jetzt auf die EU

zu schimpfen ist doch mehr als billig. Wer jetzt sofort mehr Impfstoff will, hätte die entsprechenden Produktionskapazitäten bereits letzten Sommer aufbauen müssen. Und da haben weder unsere Politiker noch wir Foristen groß geschrien dass das notwendig ist. Außerdem könnten wir genauso wie in UK möglichst schnell möglichst viele mit einer ersten Impfung versorgen. Statt dessen liegt ungenutzter Impfstoff in den Bundesländern (in jedem natürlich unterschiedlich viel) herum.

pontondriver77
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Kein Impftermin!

Bin enger Angehöriger einer Schwangeren (Tochter), Impfungen dieser Personen finden an diesem Wochenende statt. Ich (geboren 1956) habe aber keinen Termin bekommen. Vermutlich wegen der (inzwischen überholten) Meinung, Astra Zeneca sei für Menschen ab 65 nicht empfehlenswert. Ich kann mich NIRGENDS (keine Tel oder Email) erkundigen wie der Sachverhalt ist und was ich zu erwarten habe. Pech gehabt?!

csab3266
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Sie fallen

als Angehöriger einer Schwangeren in Phase II der Impfung (ua zusammen mit den 65-79 Jährigen). Die Allerwenigsten davon sind bereits geimpft oder wissen wann sie eine Impfung bekommen. Realistischer Weise werden Sie von Ihrem Impftermin erst kurz davor erfahren.

pontondriver77
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Für Sie zum Mitschreiben:

Die Impfungen finden am 12. und 13. 3. in der Impfstraße Messe Graz statt, und ich wüßte gern warum ich keinen Termin bekommen habe

lupinoklu
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Eine effektive Bekämpfung dieser Pandemie wäre,

dass man unmittelbar nach einem negativen Test und das Warten auf das negative Ergebnis sofort an Ort und Stelle geimpft wird.
Ich spreche der einen Schiene der älteren Bevölkerung in keinster Weise ein Impfung ab. Es müsste aber möglich sein, eine zweite Schiene mit Impfstoffen nach dem Testen zu öffnen.

Tatsache ist aber auch: wenn sich die EU auf so eine lahme Sumpfdattel für die rasche Besorgung der Impfstoffe verläßt, kann die ABkürzung "EU" wirklich nur "Europas Untergang" bedeuten!!!

Eine Milchmädchenrechnung, was der EU billiger kommt oder gekommen wäre: Ein teuerer aber dafür verfügbarer Impfstoff oder volle Krankenhäuser, überlastete Intensivstationen und vor einem Operationstermin gestorbene Patienten, die die Wartezeit leider nicht überlebt haben???

Für diese Milchmädchen Rechnung genügt das Wissen der Grundschule. Stellt sich die Frage, wie weit es unsere EU Politiker gebracht haben !!!???

hfg
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Die Aussage

Millionenfach verimpften Impfstoff zu verwenden „wäre russisches Rollet“ ist angesichts der langen Zulassungsdauer EMA und der dadurch vielen Toten und der Milliardenschäden auch ziemlich unverantwortlich. Je länger man wartet und je bürokratischer diese Verfahren abgewickelt werden desto mehr Tote und vernichtete Existenzen gibt es. Der Schaden ist vermutlich ungleich größer als er eventuell durch eine Notfallverordnung und Verimpfung von Sputnik und chinesischen Impfstoff wäre. Außerdem hätte die EMA schon längst diese Prüfungen veranlassen und durchführen können. Aber auch dieser Apparat ist leider äußerst träge und langsam, wie alles in der EU.

csab3266
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Notfallzulassung

kann die EMA keine erteilen. Dass kann nur die nationale Zulassungsbehörde.

hfg
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Leider ist die Ansicht der Hausärztin völlig falsch

Und der Grund warum absolut nichts weitergeht.
Einfach, schnell und unkompliziert geht es nur mit Errichtung von zentralen Impfstraßen in jeder Region und die Menschen müssen dort hinkommen oder werden dorthin gebracht. Meine 92 jährige Mutter mit Behindertenausweis wurde hingebracht geimpft und von mir nach Hause gebracht. Zeitaufwand, obwohl sie schwerhörig ist, für Aufklärung, impfen und 20 Minuten Nachbetreung keine halbe Stunde. Verträge und Logistik für 4000 Ärzte zu vereinbaren ist unglaublich kompliziert, aufwendig und deshalb funktioniert es auch nicht und die Impfungen dauern viel zu lange. Das ist der Grund warum es unglaublich langsam geht.
Impfstrassen kann man, wenn genug Impfstoff vorhanden ist, 12 Stunden oder länger benützen. Mit Ärztedienst, Rettung und Bundesheer wie bei den Teststraßen. Zusätzlich in jeder Region mobile Impfdienste für Bettlägerige und Schwerstbehinderte die nicht mobil sind. So einfach könnte es sein.

Lupoo
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Was soll an

Impfungen und Verträgen mit Hausärzten kompliziert sein ? Nichts, da auch jetzt schon viele Hausärzte impfen - und EIN VERTRAG fürs Impfen würde eh über die Ärztekammer abgeschlossen.

derschwarze
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Weshalb nicht Beides.

Also mein Hausarzt hat mich bis jetzt ohne Vertrag geimpft und dies unkompliziert und unverzüglich.

hfg
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Weil es mit der Logistik und den Terminen zu

kompliziert wird. (4.000 Lieferstellen) Der ganze Ablauf dauert dadurch wesentlich länger, Abstand vor der Impfung und bei der Nachbetreuung ist schwer einzuhalten usw. In der Messehalle, Turn oder Veranstaltungssälen ist das einfach und unkompliziert möglich und vor allem massentauglich. Es sollen ja möglichst viele in sehr kurzer Zeit geimpft werden, sofern endlich genug Impfstoff vorhanden ist.

retepgolf
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Und der Gesundheitsminister

warnt und warnt und warnt...

Anstatt er sich einmal einer solchen Diskussionsrunde stellt!

Aber da müsste er ja ev. nicht vorher auswendig gelernte Phrasen als Antwort auf unangenehme Fragen geben!
Und da wird’s dann gefährlich wenn man sich NICHT auskennt....

Morpheus17
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Goldene Schuss

... jetzt nicht nur für Freaks.

wirsind4
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Warte schon darauf

Da wird immer nur geschrieben und eine PK nach der anderen gemacht ganz Österreich wartet schon auf die Impfung also weniger sprechen mehr Taten setzen

haraldk1969
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Dann sollen sie anfangen

Dann sollen sie anfangen zu impfen , nicht nur davon reden.
Vor allem gehören einmal zuerst die Arbeiter und Arbeiterinen geimpft , die Österreichs Wirtschaft aufrecht erhalten, sowie Rettung , und
Feuerwehr ohne diese würde gar nichts gehen.

checker43
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Die Arbeiter

arbeiten ja. Und Risikogruppe ist das keine. Zuerst doch jene, die ein hohes Risiko für schwere Verläufe haben.

haraldk1969
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Es gibt nicht nur Pensionisten und 80+

Es gibt nicht nur Pensionisten und 80+
sondern auch andere Menschen in Österreich und dazu zählen Menschen die seit Monaten alle mit Lebensmittel versorgen und die haben auch das Recht sofort geimpft zu werden , da sie jeden Tag mit tausenden Menschen zu tun haben.

derschwarze
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Der wird aber die Taskforce Gruppe

keine Freude haben, wenn sich andere Experten zum Impfzustand äußern. Die werden bald zu Verschwörungstheoretikern dekratiert werden.

Oreidon
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Experten

Naja eine Hausärztin aus Ebreichsdorf und ein Hotelier Rechtsanwalt aus Kitzbühel sind jetzt vielleicht nicht gerade die Experten denen ich eine nationale Impfstrategie in die Hände geben würde.

derschwarze
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Das wars dann

wie bereits festgehalten, die geheime Truppe rund um Rudi lässt nichts aufkommen. Auch keine Ärztin, auch nicht die Leiter der staatlichen Gesundheitsaufsicht, auch keinen Vertreter der Impfstoffhersteller, auch keinen Gesundheitsökomen und schon gar keinen Rechtsanwalt und Unternehmer. Alles Verschwörungstheoretiker und Regierungsfeindlich. Die Meinungsvielfalt ist in diesem Land seit gut einem Jahr erledigt. Experte ist man in diesem Land nur mehr dann, wenn der Anschober und der Kurz dich zu diesen ernennt. Das kann ja auch was, zumal die das Ernennungsdekret offenbar gepachtet haben.