Alexander Steinmeyer hat einigen Grund sich zu ärgern. Sein Gemälde "Wilde Kaninchen im Grase" des deutschen Malers Ferdinand von Rayski (1806–1890) befand sich im Familienbesitz des niederösterreichischen Gemeindebediensteten, bevor er es in der TV-Show "Bares für Rares" schätzen lassen wollte. Was ist das Bild wert? Der ServusTV-Experte Erich Tromayer, ein ehemaliger Sachverständiger und Kunsthändler, stellte einen "sehr, sehr schlechten" Zustand fest und nannte zu erwartende "hohe Restaurierungskosten". Den Wert des Gemäldes bezifferte er mit 500 bis 600 Euro. Der Servus-Händler Markus Kral sah das ähnlich und erwarb das Hasenbild für 550 Euro.

Wenig später sollte dasselbe Bild für 43.520 Euro im Dorotheum den Besitzer wechseln. Aufgedeckt hat die Geschichte um das Gemälde mit der wundersamen Wertsteigerung – immerhin um das 80-Fache – Olga Kronsteiner im "Standard"

Tatsächlich dürften mehrere Personen den Wert des Kunstwerks maßgeblich unterschätzt haben: der ursprüngliche Besitzer, der Kunstexperte und selbst der kaufende Händler Kral. Dieser hatte das Bild wenig später für 2000 Euro an einen Kollegen weiterverkauft. Letzterer machte den Deal seines Lebens und gab das Bild per Auktion um das Zwanzigfache weiter. 43.520 Euro sind der höchste Betrag, der je für ein Rayski-Bild gezahlt wurde. Zur Wertsteigerung maßgeblich beigetragen haben dürften die Recherchen des Dorotheums: Die Experten fanden heraus, dass die gräfliche Familie Einsiedel-Milkel Auftraggeber des Werks war.

"Einfach Pech"

"Bares für Rares Österreich" ist die beliebteste Sendereihe seiner Art im deutschsprachigen Fernsehen. Seit 2013 werden in Deutschland Kuriosität, Rarität oder Antiquität unter der Regie von Horst Lichter geschätzt und verkauft. In Österreich führt Willi Gabalier durch die Sendung. Aufgezeichnet wurde Rayski-Episode schon im vergangenen Sommer, auf ServusTV zu sehen war die 76. Ausgabe von "Bares für Rares" vorletztes Wochenende. Der Niederösterreicher, der 550 Euro kassierte, soll die Sache laut "Standard" übrigens gelassen sehen: "Einfach Pech."