Die Unwetter über dem Neusiedler See waren derart heftig, dass der ORF die Show aus Sicherheitsgründen kurzerhand abbrechen musste. Während die Gäste ins Trockene flüchteten, lief im ORF für das Fernsehpublikum die Aufzeichnung der Generalprobe weiter. Keine halbe Stunde später hatte sich das Gewitter verzogen und die Zuseher konnten wieder auf die Mörbischer Seebühne - das Live-Spektakel wurde fortgesetzt.

Nach der Unterbrechung ging es munter weiter.
© Georg Lux

Alfon Haider, der Samstagabend seine letzte Starnacht moderierte, gab uns vor dem finalen Auftritt übrigens noch ein ausführliches Interview: 

Mit welchen Gefühlen gehen Sie heute Abend in Ihre letzte "Starnacht" als Moderator?
ALFONS HAIDER: 15 Jahre bei einer Erfolgsshow dabei zu sein, ist ein Viertel meines Lebens. Diese Familie zu verlassen, ist nicht einfach, und dieser Abend wird für mich mit starken Gefühlen verbunden sein. Aber eine Tür geht zu – und zwei andere gehen auf.

Kennen Sie Ihren Nachfolger Hans Sigl persönlich? Was geben Sie ihm mit auf den Weg?
Ich konnte ihn einmal bei Dreharbeiten kennenlernen. Er ist ein hervorragender Schauspieler und ich kann ihm nur einen Tipp geben: Er soll den Job genießen, er ist einer der schönsten.

Im Herbst startet ein neues Musical-Format im ORF mit Ihnen als Gastgeber, das künftig viermal pro Jahr samstags laufen soll. Was kann man schon verraten?
Geplant ist ein Schwerpunkt über das 30-Jahre-Jubiläum vom erfolgreichsten österreichischen Musical "Elisabeth" mit den wichtigsten Personen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Dann soll die Sendung auch einen Überblick über die aktuell sehenswertesten Musicalproduktionen in deutschsprachigem Raum bieten und auch immer wieder dem Nachwuchs eine Chance geben, sein Talent zu zeigen. Gern im Duett mit Stars des Genres.

Ihre Vision als Generalmusikintendant des Burgenlands mit den Seefestspielen Mörbisch? Wann wird es Sie selbst dort auf die Bühne drängen?
Jeden Abend bei der Begrüßung des Publikums (schmunzelt). Bis ich als Darsteller zu sehen bin, wird noch viel Wasser in den See fließen.


Wie kann man ein neues, junges Publikum fürs Musical gewinnen? Oder ist es ohnehin da?
Im Kulturbereich muss man immer um junges Publikum kämpfen. Egal, welches Genre das betrifft. Menschen für Musik, Theater, Tanz, Kunst im Allgemeinen zu interessieren, muss bereits im Kindesalter ansetzen. Wer als Achtjähriger gutes Kindertheater erleben durfte, der ist als 25-Jähriger leichter in ein Musical oder Theaterstück zu locken. Und Musical ist oftmals auch ideal als Familienprogramm. "Der König und ich" hat besonders immer auch Kinder fasziniert.

Sehen Sie die Leitung von Mörbisch als Höhepunkt und Abschluss Ihrer Karriere? Wie sind Sie als Chef?
Ich komme fantastisch mit mir zurecht. Auch an schlechten Tagen! Aber Spaß beiseite: Es ist eine enorme Verantwortung, die ich für die Seefestspiele in Mörbisch und auf Schloss Tabor übernehmen durfte. In Bezug auf Kulturmanagement ist es garantiert mein Höhepunkt, als Schauspieler hoffe ich noch auf meinen dritten Akt.

Barbara Schöneberger & Alfons Haider melden sich vom Neusiedlersee
© ORF


Ihre schönste Erinnerung aller "Starnächte"? Wissen Sie noch, wie viele Sie moderiert haben?
Es waren ungefähr 32 Shows, aber das ist nicht wichtig. Das Schönste an diesem Format ist, dass von Andreas Gabalier bis Anastacia, von Gloria Gaynor bis Chris de Burgh, von Helene Fischer bis Ina Regen alles Platz hatte und es schafft, scheinbare musikalische Grenzen zu überwinden. Für mich war Barbaras "Starnacht"-Premiere am Wörthersee, wo ein Orkan zuerst diverse Haarteile und später sogar Bühnenelemente verblies, mein "All time favorite"-Moment.