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QuotenüberraschungInterview von Wolf mit Putin schlägt den Länderspiel-Hit

Die Neugierde auf Armin Wolfs Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin war offenbar groß. Im Schnitt schalteten 843.000 Zuseher ein - mehr als beim Länderspiel-Hit gegen Deutschland.

ZIB Spezial
Eine seltene Gelegenheit: Armin Wolf interviewte Russlands Präsident Wladimir Putin. © (c) ORF (Daniel Hack)
 

Der ORF darf sich über großes Interesse am Putin-Interview freuen, das am Montag im Hauptabendprogramm auf ORF2 ausgestrahlt worden ist. Bis zu 898.000 Seher schalteten die Fernsehgeräte ein, um das Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten und ZiB-2-"Anchor" Armin Wolf zu verfolgen, wie der ORF am Dienstag per Aussendung mitteilte.

Damit setzte sich die "ZiB-Spezial" gegen das Länderspiel am Samstagabend in Klagenfurt durch. Die Übertragung am Samstagabend zog in der zweiten Halbzeit im Schnitt 819.000 Menschen vor den Fernseher. Das Spiel endete sensationell 2:1 für Österreich

In der ersten Halbzeit waren es 733.000. Und auch gegen die Millionenshow setzte sich das Putin-Interview. 746.000 Menschen fieberten vor den Bildschirmen mir, wie der 46-jährige Hooman Vojdani die Millionenfrage erfolgreich beantworten konnte.

Wrabetz sieht Bestätigung für ORF

Im Schnitt waren es 843.000 Seher, was einem Marktanteil von 30 Prozent entspricht. Für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz "war dies eine beeindruckende journalistische Leistung von Armin Wolf, der von der Leiterin des Moskauer Korrespondentenbüros Carola Schneider und ihrem Team hochprofessionell unterstützt wurde." ORF2 habe mit dem Exklusivinterview seine Bedeutung als "reichweitenstarker Informationssender eindrucksvoll unter Beweis gestellt", so Wrabetz.

Interview mit Armin Wolf: Interview mit Armin Wolf

Der Besuch in Österreich - eine "Belohnung"?

"Ich denke, ein so geachtetetes europäisches Land wie Österreich braucht keine Belohnung. Wir haben mit Österreich seit langem sehr gute Beziehungen. Österreich ist ein zuverlässiger Partner in Europa. Gerade auch in den letzten Jahren."

AP

Warum die besondere Freundschaft mit der FPÖ?

"Wir entscheiden pragmatisch, mit wem wir zusammenarbeiten, nämlich mit denen, die auf uns zukommen."

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Warum gerade Flirts mit EU-kritischen Parteien?

"Wir wollen die EU nicht spalten. Wir sind daran interessiert, dass die EU geeint ist und floriert, weil sie unser wichtigster Handels- und Wirtschaftspartner ist."

APA/AFP/LUDOVIC MARIN

Warum die Einmischung in Wahlen in Europa und den USA?

Jewgeni Prigoschi, den Sie ansprechen, verdient sein Geld mit Restaurants in St. Petersburg. Denken Sie, dass ein Restaurantbetreiber, auch wenn er eine Online-Firma hat, Wahlen in den USA oder in einem europäischen Staat beeinflussen kann? Wie tief wären Politik und Medien dann in Europa gesunken! Ist das nicht lächerlich?

APA/AFP/POOL/PAVEL GOLOVKIN

Hält er einen atomaren Krieg für möglich?

"Ich möchte nicht einmal daran denken. Diese Vorstellung jagt uns Angst ein. Wir haben kein Interesse daran, Nordkorea ist Nachbarland von uns, das Militärgelände, das Nordkorea gerade zerstört, ist nur 190 km von der  russischen Grenze entfernt. Ich setze große Hoffnungen in das Treffen von Donald Trump und Kim Jong-Un. Man ist schon zu weit gegangen."

APA/AFP/Sputnik/ALEXEI DRUZHININ

Was müsste passieren, damit Russland die Krim an die Ukraine zurückgibt?

"Die Bedingungen dafür gibt es nicht."

APA/AFP/POOL/PAVEL GOLOVKIN

Warum spricht er nicht mit Oppositionellen?

"Russland braucht Menschen mit einem positiven Programm, nicht jemanden, der nur Probleme anspricht und keine Lösung anzubieten hat. Das Internet in Russland ist frei, die Medien sind frei. Wenn jemand ein Gewicht erreicht, wird er zu jemandem, mit dem auch die Regierung sprechen muss. Aber wenn es nur wenige Prozentpunkte sind, was soll das dann? Was sollen wir mit solchen Clowns?"

AP

Ein Präsident auf Lebenszeit?

"Meine aktuelle Amtszeit als Präsident hat gerade erst angefangen, lassen Sie uns nichts überstürzen. Ob ich eine Änderung der Verfassung anstrebe, um Präsident auf Lebenszeit  werden zu können, wenn das Volk sich das wünscht? Ich kommentiere nie Spekulationen, das wäre eines russischen Präsidenten nicht würdig."

APA/AFP/TASS Host Photo Agency/V

Der nackte Oberkörper - ein Symbol?

Letzte Frage von Armin Wolf: "Sie zeigen sich auf vielen offiziellen Bildern halbnackt, mit freiem Oberkörper. Welche Botschaft soll damit ausgesendet werden?"

Antwort von Wladimir Putin: "Sie haben gesagt, mit halbnacktem Körper, zum Glück nicht ganz nackt! Wenn ich Urlaub mache, halte ich es nicht für nötig, mich hinter den Büschen zu verstecken. Darin sehe ich überhaupt nichts Schlechtes!"

APA/ORF/DANIEL HACK
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Im Vorfeld des Wien-Besuchs des russischen Präsidenten durfte Wolf Wladimir Putin im Kreml ganze 52 Minuten lang interviewen. Der russische Präsident wehrte sich dabei unter anderem gegen den Vorwurf, nationalistische Kräfte in Europa zu unterstützen, um die EU von innen zu schwächen. "Wir verfolgen nicht das Ziel etwas oder jemanden in der EU zu spalten", sagte er. Man sei stattdessen daran interessiert, dass die EU als wichtigster Handels-und Wirtschaftspartner "geeint ist und floriert". Der New-York-Times-Reporter Ivan Nechepurenko bezeichnete das Putin-Interview im Kurznachrichtendienst Twitter als "eines der spektakulärsten" seit "sehr sehr langer Zeit".

In der ORF-TVthek können Sie das Interview nachsehen.

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