Auch wenn sie sich mit dem Titel „Limits“ beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv nicht ins Finale singen konnte, mag Gabriela Horn alias Paenda die Teilnahme am ESC nicht missen. „Es war eine große Sache, eine unglaubliche Erfahrung. Vielleicht hätte ich für die Show eine ,lautere‘ oder pompösere Inszenierung gebraucht, aber ich habe mich in meinem Outfit und im Bühnenbild wohl gefühlt.“
Auf der gerade erschienenen EP „Too young to feel old, too old to feel young“ setzt sie sich mit der Frage auseinander, ob Frauen ab einem gewissen Alter „vernünftig“ werden müssen. „Oder darf ich weiterhin laut, kreativ und unbequem sein“, lacht Paenda. Ihr Fazit für sich selbst und die Botschaft an andere Frauen: „Macht das, was sich richtig anfühlt – ganz egal, wie alt ihr gerade seid!“
Die Sache mit den blauen Haaren
Musikalisch ist sie mainstreamiger und poppiger geworden, in den Anfängen nach dem Jazz-Studium galt sie ja eher als „Indie und Alternative Artist“, die eben ein bisschen „crazy“ ist. Apropos crazy: Die blauen Haare sind geblieben. „Ich habe es anders probiert“, gesteht Paenda, „aber dann stehen oft Menschen vor mir und erkennen mich gar nicht. Es gibt schon Phasen, wo mich die Farbe nervt, aber dann finde ich sie wieder cool. Die Haare sind ein Markenzeichen geworden.“
Die Steirerin ist auch als Songschreiberin für andere Künstler aktiv – und dabei in der Schlagerbranche gefragt. So ist sie etwa an Titeln für Francine Jordi, Blümchen und Fäaschtbänkler beteiligt. Dennoch gab sie ihren Lehrberuf nicht auf: „Ich habe mich bewusst dafür entschieden, dass ich nach wie vor einen Tag in der Woche in einer Musikschule unterrichte“, erzählt die 38-Jährige, die mit einem anderen ehemaligen ESC-Starter – Lukas Plöchl von den Trackshittaz – die Liebe ihres Lebens gefunden hat. Vereint sind sie schon dadurch, dass auch er im Halbfinale beim Song Contest (2012) steckenblieb. Ihrem Kollegen Cosmó, dem heurigen Starter, wünscht sie alles Gute: „Er ist für seine 19 Jahre schon so weit und zielstrebig. Ich mag ihn!“