Seine große Liebe zum Spionage-Genre stand für Serienschöpfer Thomas Brandon am Beginn. Und die Idee das Hacken von Informationen noch eine Stufe weiter zu treiben: „Was ist, wenn jemandes Augen und Ohren gehackt wurden?“ Er kondensierte die Ideen weiter bis „The Copenhagen Test“ herauskam, eine Spionagethriller-Serie von Peacock und Universal, die ab 1. Jänner auf Sky zum Abruf bereitsteht. „Und die am meisten interessante Person, die man hacken kann, ist jemand innerhalb einer Geheimorganisation“, sagt Brandon im Interview zur Kleinen Zeitung.
Was ist der „Copenhagen Test“
Was zu Alexander Hale führt, einem US-Geheimdienstmitarbeiter, gespielt von Marvel-Star Simu Liu ( „Shang-Chi“): Alles beginnt mit Kopfschmerzen, die er anfangs als Migräne abtut, doch schon bald erkennt er, dass sein Gehirn gehackt worden ist. Immer wieder wird in Rückblenden eine Mission gezeigt, in der Hale noch als Soldat beteiligt war: Als es darum ging, Gefangene aus Belarus zu befreien, muss er eine weitreichende Entscheidung treffen. Später kommt er dahinter, dass diese Art von Loyalitäts-Prüfung „The Copenhagen Test“ genannt wird. Gegenüber der Geheimorganisation, in der Liu arbeitet, muss er auch beweisen, dass er nur ein Doppel-Agent wider Willen ist – und immer loyal war.
„Das ist aber Fiktion“, sagt Showrunnerin Jennifer Yale im Interview zum „Copenhagen Test“. Und Brandon ergänzt: „Und wenn er real wäre, wäre man nicht in der Lage ihn auf Google zu finden.“ Die Idee für die Serie war es, anzunehmen, dass es so etwas Ähnliches wie diesen Test geben muss. Den Namen hat sich Brandon aber nur wegen eines Grundes ausgedacht: „Es war der Rhythmus. The Alabama Test hätte einfach nicht so gut geklungen.“
Der ultimative Loyalitäts-Test
Und so taucht man immer tiefer in eine vielfach geschichtete Serie ein, in der Hale gegenüber seinen Vorgesetzten beweisen muss, dass er loyal geblieben ist. Für den chinesisch-kanadischen Schauspieler Simu Liu war es spannend, einen Spion zu spielen: „Ich bin mit Spionage-Thrillern aufgewachsen. Und jeder Schauspieler, der im Geschäft ist, denkt darüber nach: Was wäre meine Rolle in Mission Impossible gewesen? Und als wir grünes Licht für die Produktion hatten, sprach ich mit vielen Militärberatern und Leuten mit viel Erfahrung“, sagt er im Interview zur Kleinen Zeitung.
Was hat es mit Michelle auf sich?
Eine wichtige Rolle – und auch ein Bezugspunkt für den Spion Alexander Hale – spielt Kellnerin Michelle (Melissa Barrera). In diesem Genre, so Barrera, gehe es meist in die Richtung, dass die Spione knallhart und kalt sind. „Aber wir haben die Möglichkeit bekommen, wirklich menschlich zu sein. Man konnte auch verletzlich sein und Fehler machen“, sagt Barrera, die sehr glücklich über die komplexen Charaktere und die wunderbare Geschichte von Thomas Brandon gewesen ist. Wie haben sie es überhaupt geschafft, den Überblick in der trickreichen Handlung zu behalten? „Ich hatte das Gefühl, dass ich das gar nicht managen musste“, sagt Barrera. Und Liu ergänzt: „Das ist das Wunderbare, wenn man Showrunner am Set hat. Diese verschiedenen Schichten machen die Serie einfach noch interessanter.“ Kopenhagen hat Liu aber noch nicht besucht, Barrera schon. „Wenn wir eine zweite Staffel bekommen, wäre es cool, nach Kopenhagen zu fahren.“ Die Voraussetzungen dafür sind mit dieser sehr gelungenen und hoch dramatischen ersten Staffel jedenfalls geschaffen.