Seit 2016 vergibt jedes teilnehmende Land zweimal die berühmten „12 Punkte“: Um dem Bewerb noch mehr Dramatik zu verleihen, werden nämlich die Wertungen der Fachjurys und des Televotings getrennt voneinander abgerufen. Seither sieht man aber auch, wie weit die jeweils fünfköpfigen Expertenjurys und das TV-Publikum bei ihrer Beurteilung voneinander abweichen. Diese Experten müssen mit Musik zu tun haben – ob als Künstler, Komponisten, Produzenten, Radiomacher, Pop- und Rockjournalisten oder Dirigenten. Gerne setzen die Sender auch ehemalige ESC-Vertreter ein.

Auch aus Deutschland kamen 12 Punkte

Das Jury-Voting hat JJ klar mit 258 Punkten gewonnen, dort war ihm die Schweiz auf den Fersen (214). Beim Televoting erreichte Österreich Rang vier (178 Punkte), das Gastgeberland Schweiz lukrierte dort keinen einzigen Punkt. In der Kombination von Jury und Publikum griff JJ mit einem deutlichen Anstand nach der ESC-Trophäe. Sieg mit 436 Punkten vor Israel (357), Estland (356), Schweden (321) und Italien (159). Bei Israel zeigt sich auch die eklatante Abweichung: 15. Platz bei den Juroren, Sieger beim Televoting. Der Wiener Countertenor kam besonders gut im Norden an. Mit jeweils „Douze points“ der Fachjuroren wurde JJ aus Schweden, den Niederlanden, Belgien, Finnland, Norwegen, Irland sowie Lettland bedacht. Und sogar von Deutschland!

Österreichs Cesár Sampson gewann 2018 mit „Nobody But You“ ebenfalls die Wertung der Fachjuroren, musste sich im Televoting aber mit Rang 13 begnügen: Insgesamt reichte es aber noch für Bronze.

Rückblick aufs Semifinale

Interessant: Im zweiten Halbfinale, wo nur das Televoting zählte, belegte JJ den fünften Platz. Und damit sogar hinter Griechenland. Und die vom ORF ausgewählte Fachjury fiel dadurch auf, dass sie komplett gegen den Trend Punkte vergab: Zwölf an Finnland, zehn an Malta, acht an Dänemark. Beim österreichischen Publikum holte sich Deutschland zwölf Punkte – und Italien zehn.