Mit einem eindringlichen Stück über verschwendete Liebe will Countertenor Johannes Pietsch alias JJ mit österreichisch-philippinischen Wurzeln Europa verzaubern. Den Song „Wasted Love“, mit dem er vor rund 160 Millionen Zuschauern auf der Bühne in Basel stehen wird, hat er mitgeschrieben. Und angesichts der Stimmkunst spricht der ORF heuer von „höchsten Tönen für den Eurovision Song Contest“. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz ist sich sicher, dass der junge Countertenor für den großen Showmoment sorgen kann und wird. „Nach dem Stimmbruch habe ich bemerkt, dass meine Gesangsstimme sehr hoch ist“, erinnert er sich.

„Wasted Love“ ist ein überraschendes Drama für sich, eine knapp dreiminütige Pop-Oper über vergeudete Liebe. Im zweiten Halbfinale am 15. Mai will JJ damit ins große ESC-Finale (17. Mai) einziehen.

„JJ ist ein Ausnahmetalent! Mit ihm schicken wir einen unverwechselbaren Künstler nach Basel, der mit mitreißendem Pop und klassischem Gesang seine eigene Magie auf die Song-Contest-Bühne bringt“, erklärt Groiss-Horowitz. Johannes freut sich darauf, „mich auf so einer tollen und großen Plattform als Künstler präsentieren zu können“. Er liebt Callas, Netrebko und Caballé, aber auch Whitney Houston und Mariah Carey.

Von der Staatsoper zum Eurovision Song Contest

Geboren wurde Johannes Pietsch am 29. April 2001 in Wien und wuchs in Dubai auf, wohin die Eltern – ein österreichischer IT-Fachmann und eine philippinische Köchin – mit ihm noch als Baby zurückgingen. Die beiden hatten sich nämlich in Dubai kennengelernt. 2016 zog die Familie zurück nach Wien, wo er von Schulkollegen den Spitznamen JJ bekam. „Johannes war ihnen zu lang, wenn sie mich riefen“, lacht der Künstler, „anfangs war ich gar nicht so begeistert, aber bald fand ich JJ cool.“

2020 versuchte der Countertenor sein Glück bei „The Voice UK“, nachdem er den Anmeldeschluss bei „The Voice of Germany“ versäumt hatte. 2021 nahm er bei der ORF-Castingshow „Starmania“ teil, wo er Teya kennenlernte, die damals ebenfalls Kandidatin war und nun zu seinem Songwriting-Team gehört. Teodora Špirić alias Teya vertrat Österreich 2023 beim ESC mit „Who the Hell is Edgar?“ (Platz 15) gemeinsam mit Selena.

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JJ muss am 17. Mai in Basel durchs zweite Semifinale © ORF/Hartmanova

An der Wiener Staatsoper hat Johannes Pietsch bereits in zahlreichen Produktionen mitgewirkt, darunter „Von der Liebe Tod’ (szenisches Mahler-Projekt), „Tschick’’ für das junge Publikum und „Die Zauberflöte“. Die Ausbildung an der Opernschule der Wiener Staatsoper führt er derzeit an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) bei Kammersängerin Linda Watson mit einem Studium der Klassischen Musik fort.

Eine Verbindung seiner klassischen Wurzeln mit einer modernen künstlerischen Vision, so kann der ESC-Beitrag von JJ umrissen werden. Die Radio- und Videopremiere des Titels ist für Anfang März geplant. Schon am 7. Februar kann man Johannes Pietsch um 21.20 Uhr in ORF 2 bei der Übertragung der Neuinszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ aus der Wiener Staatsoper erleben. Unter der Regie von Barbora Horáková steht er als einer der „Drei Knaben“ auf der Bühne (siehe Foto), die mit Schülern der Opernschule der Wiener Staatsoper besetzt sind.

Johannes Pietsch ist der Knabe in der Mitte (Neuinszenierung der „Zauberflöte“)
Johannes Pietsch ist der Knabe in der Mitte (Neuinszenierung der „Zauberflöte“) © Staatsoper
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JJ schrieb an seinem ESC-Beitrag selbst mit, auch Ex-Starterin Teya war beteiligt © ORF/Hartmanova