Das Lied, das Yuval in Basel singen wird, steht noch nicht fest. Noch bis Anfang Februar können Vorschläge bzw. Demos beim Sender Kan eingereicht werden. Dann wird eine siebenköpfige Expertenjury entscheiden, welcher Beitrag vor rund 180 Millionen Zuschauern weltweit zu hören sein wird. Akzeptiert werden Songs in jeder Sprache, solange einige Zeilen auf Hebräisch gesungen werden – wie schon im Vorjahr bei „Hurricane“, mit dem Israel in Malmö den fünften Platz erreichte.
Yuval Raphael ist eine Newcomerin im Popbusiness und konnte sich bei einer mehrwöchigen Castingshow für das israelische ESC-Ticket durchsetzen. Und zwar mit 80 Prozent der Stimmen. Die 24-Jährige überlebte am 7. Oktober 2023 den brutalen Überfall der Hamas und anderer extremistischer Palästinenserorganisationen auf das Nova-Musikfestival. Die Terroristen ermordeten dabei 364 Menschen und entführten Dutzende von der Party in den Gazastreifen. Raphael überlebte israelischen Berichten zufolge, indem sie sich stundenlang unter Leichen versteckte. Danach begab sie sich in Therapie, um das Erlebte zu verarbeiten.
2024 war die israelische Sängerin Eden Golan bei ihrem ESC-Auftritt zum Teil heftig angefeindet und ausgebuht worden. Raphael, die als Kind mehrere Jahre in der Schweiz gelebt hat, rechnet daher ebenfalls mit Buh-Rufen beim größten Musikbewerb der Welt (heuer von 13. bis 17. Mai). Sie möchte der Welt aber ihre Geschichte erzählen. „Ich möchte die Geschichte erzählen, aber nicht, um Mitleid zu bekommen. Ich möchte, dass ich angesichts dessen und angesichts der Buh-Rufe, die mit hundertprozentiger Sicherheit aus dem Publikum kommen werden, stark bleibe“, wird die Sängerin zitiert.
Wer singt heuer für Österreich?
Der ORF wird am 30. Jänner den österreichischen Act für Basel präsentieren – aber auch noch ohne den Song. Der soll Anfang März seine Radiopremiere erleben. Zurückgezogen hat ihre Teilnahme 2025 die Republik Moldau (beste Platzierung bisher: Rang drei 2017). Als Gründe wurden wirtschaftliche, administrative sowie künstlerische Herausforderungen genannt. So gehen nun in Basel 37 Länder an den Start.