Wir sind alle kontaminiert. Kein Wunder, sie umgibt uns permanent, nicht nur physisch, sondern immer und überall – medial, als politischer Spielball, umkämpft, als Zufluchtsort, Sehnsuchtsort, Albtraum, Einengung, Fluchtgrund, Ort der Vertreibung: Heimat. Emotional aufgeladen, wie kaum ein zweites Wort. „herbst“-Intendantin Ekaterina Degot klärt beim Ausstellungsrundgang die nicht deutschsprachigen Gäste auf: Der Begriff „Heimat“ könne einerseits als „Vaterland“ gelesen werden, andererseits aber auch „ein Dorf, dein Garten oder nur eine Ecke deines Gartens meinen“, ein Begriff, der einschließt, aber vor allem eines fulminant beherrscht – er kann ausschließen. Auf Letzteres legt der „steirische herbst“ seinen Finger. Keine große Kunst, denn der Begriff hängt wie eine große klaffende Wunde in der Welt und eitert vor sich hin.