E. T. A. Hoffmann ist ein Filmregisseur, heruntergekommen, von seinen Obsessionen aufgefressen, von den von ihm konstruierten Frauenbildern gebeutelt, weil seine Projektionsflächen sich irgendwie als eigenständig handelnde Figuren herausgestellt haben. Das geht der Künstlerseele schwer an die Nieren, vermutlich auch an die Leber, wenn man sich das Häuflein Elend anschaut, das Benjamin Bernheim in der Rahmenhandlung der Oper abgibt.
Nachtkritik Salzburger Festspiele
Hoffmann oder Ein Mann bastelt sich die Welt zurecht
Kritik.
Die letzte szenische Opernpremiere der Salzburger Festspiele war Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ gewidmet. Trotz Offenbach-Spezialisten Marc Minkowski am Dirigierpult, Supertenor Benjamin Bernheim und einer ansprechenden Inszenierung offenbarte der Abend einige Schwächen.
© Monika Rittershaus