Für ihren Film "An einem schönen Morgen" sind Sie in Ihre Heimat Paris zurückgekehrt. Wie fühlte sich das Comeback an?
MIA HANSEN-LøVE: In Paris zu drehen, war schon immer kompliziert. Nun empfand ich es noch weniger entspannt. Es wird sehr viel gedreht, die Menschen wirken genervt. Für mich persönlich fühlte es sich trotzdem wie ein Heimkommen an, nachdem ich zwei Filme im Ausland gedreht hatte. Für diesen Film gab es keine andere Möglichkeit, diese Geschichte gehört in meine Heimatstadt.

Alle Ihre Filme sind immer sehr persönlich. Dieses Mal erzählen sie von der Krankheit Ihres Vaters. Mussten Sie dieses Projekt machen, um das zu verarbeiten?
Als ich das Drehbuch schrieb, war mein Vater sehr schwer krank, er litt an dem Benson-Syndrom. Er lebte noch, aber ich wusste, dass er nicht mehr lange bei uns sein würde. Dieser Film war mir ein Bedürfnis. Ich wollte die Momente von ihm festhalten, seine Krankheit zeigen und an seine Anwesenheit erinnern. Es war mir sehr wichtig, die Person spürbar zu machen, auch wenn die Krankheit vieles überschattet. Ich denke, man spürt seine Eleganz, seine ganze Persönlichkeit. Diese Erfahrung wollte ich fiktionalisieren.