Das Einspringen öffnete ihm Tür und Tor

Es war 2007, da gewann er den von Plácido Domingo ins Leben gerufenen Operalia-Wettbewerb. 2013 erregte er als Rodolfo in der "Bohème" als Einspringer für Rolando Villazón in London internationales Aufsehen. "Das waren sicher meine einschneidendsten Karriereerfolge. Ich musste damals in London ohne eine einzige Probe einspringen. Das war doch etwas stressig", erzählt Dmytro Popov, der gerade in Dresden für den Rodolfo – diesmal planmäßig – probt. "Aber dieses Einspringen öffnete mir Tür und Tor, das 'Royal Opera House' bot mir weitere Rollen an und dann klopfte gleich die 'Metropolitan Opera' in New York an." Demnächst wird er beim Ljubljana-Festival bei Verdis "Requiem" gemeinsam mit Elina Garanča und Krassimira Stoyanova auf der Bühne stehen. "Es ist für mich eine große Ehre, mit diesen großen Sängerinnen aufzutreten."

Schon im Alter von zwei Jahren begann der heute 41-jährige Ukrainer zu singen, nach Studien am Kiewer Konservatorium begann seine Karriere als Lenski in Tschaikowskys "Eugen Onegin" am Nationaltheater in Kiew. Er wurde 2003 als jüngster Künstler für seine herausragenden Leistungen im Bereich der darstellenden Künste mit dem Titel "Ehrenkünstler der Ukraine" ausgezeichnet – über den Krieg möchte er übrigens "nicht reden".

Am Samstag ist der Tenor, der derzeit in Berlin lebt, bei den Taggenbrunner Festspielen zu Gast. Dabei wird er beliebte Schmankerln aus der Opernliteratur singen, die auch auf seiner zuletzt erschienenen Solo CD "Hymns of Love" verewigt sind. Darunter wird man Hits aus "Tosca" oder "La Bohème", aus Gounods "Faust" oder Verdis "Traviata" hören können. "Meine persönlichen Favoriten sind die Blumenarie aus Bizets 'Carmen' sowie 'Dein ist mein ganzes Herz' aus Lehárs 'Land des Lächelns'. Zum Abschluss werde ich noch ein ukrainisches Lied singen."

Margarita Gritskova war von 2012 bis 2020 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper
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Eine Mezzosopranistin hofft auf Frieden

Schon während der Gesangs- und Klavierstudien in ihrer Heimatstadt St. Petersburg durfte sie die "Carmen" singen, es dirigierte kein Geringerer als Mariss Jansons. "Das war ein besonders prägendes Erlebnis", erzählt Margarita Gritskova, die diese Rolle 2018 erstmals an der Wiener Staatsoper an der Seite von Piotr Beczala sang: "Das war neben dem Auftritt bei den Salzburger Festspielen als Cherubino ein Höhepunkt meiner Karriere" – wie sie überhaupt dem Wiener Opernhaus sehr verbunden ist, war sie doch von 2012 bis 2020 Ensemblemitglied und ist auch 2014 beim Opernball aufgetreten.

Die heute 34-jährige Mezzosopranistin unternahm bereits mit neun Jahren Konzerttourneen als Chormitglied. "Als Studentin habe ich einen Wettbewerb in Spanien gewonnen, danach kamen sofort die ersten internationalen Angebote", erzählt sie und fügt hinzu: "Corona und Krieg haben viele meiner Pläne zerstört, aber ich hoffe, dass bald Frieden herrscht und ich wieder am Bolschoi-Theater in Moskau singen kann. Kürzlich habe ich ein Galakonzert mit Rolando Villazón gesungen, nächste Woche kommt Amneris, eine meiner Lieblingsrollen, in Weimar."

Beim samstägigen Konzert in Klagenfurt werden Stücke von Mozart, Donizetti oder Schostakowitsch erklingen. "Das sind Lieblingsarien und -lieder von mir." Mit ihrer Begleiterin, der Pianistin Maria Prinz, verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit, unter anderem haben die beiden zwei preisgekrönte CDs mit Werken von russischen Komponisten aufgenommen: "Es ist ein echtes Glück, mit einer so aufmerksamen Partnerin arbeiten zu dürfen."