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Peter Turrini wird 75Der Dramatiker als Mundräuber und Menschenfresser

Was geht im Kopf eines Autors vor, wenn er schreibt und wenn ihm nichts einfällt oder wenn ihm zu viel einfällt? Wie lebt es sich überhaupt als Schriftsteller? Peter Turrini verrät im Interviewbuch mit Werner Krause seine privaten Tragödien wie auch Komödien.

© Marija Kanizaj
 

„Es ist schwer zu erklären, warum ein Schriftsteller, speziell ein Dramatiker, quasi ein Menschenfresser ist. Und warum der Dramatiker, wenn er genug gefressen hat, nichts mehr wissen will von den Menschen. Aber es ist das Prinzip meines Gewerbes. Dramatiker sind Mundräuber, Seelenräuber, sogar Gesichtsräuber, weil ich mir reale Gesichter vorstelle für erfundene Figuren", sagt der Dramatiker Peter Turrini im sehr persönlichen Gespräch mit Gerhard Melzer und Werner Krause.

Mit scharfem Blick schaut der große Dramatiker und „Menschensammler“  im Buch „Peter Turrini im Gespräch“ auch auf politische Theatralik in Österreich und seziert österreichische Befindlichkeiten: „Die Österreicher haben ein Talent, den Geist oder den Ungeist des Herrn oder Gebieters sehr schnell zu erraten, und richten sich danach. Sie murren gegen die Oberen an, aber nur in den eigenen vier Wänden oder im Gasthaus.“

Und Turrini erzählt von der Liebe als merkwürdigem Gefäß, wie der Versuch des Tarnens und Täuschens vor den Gedichten haltmacht und von Menschen als aussterbender Gattung, für die er Artenschutz fordert.

KK
© KK

Peter Turrini im Gespräch mit Werner Krause und Gerhard Melzer. 140 Seiten, 19,80 Euro. In Kleine-Zeitung-Büros, auf shop.kleinezeitung.at und im Buchhandel

 

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