MenschenrechteInhaftierte Aktivistinnen von Pussy Riot treten in Hungerstreik

Die beiden Künstlerinnen, zum wiederholten Mal wegen ihres Engagements für Menschenrechte und Redefreiheit inhaftiert, fordern Unterbringung in einer Zelle und Möglichkeit zur Kommunikation.

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KONZERT: PUSSY RIOT/ TAGE DES AUFSTANDS/ ALJOCHINA
Im Hungerstreik: Maria Aljochina, hier bei einem "Pussy Riot"-Auftritt 2018 in Wien © APA/EXPA/MICHAEL GRUBER
 

Zwei Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot sind in einem russischen Gefängnis bei Moskau in einen Hungerstreik getreten. Maria Aljochina und Ljusja Schtein verlangten unter anderem, dass sie in einer Zelle untergebracht werden und miteinander kommunizieren dürfen, berichteten das unabhängige Nachrichtenportal Meduza und das Bürgerrechtsportal Owd-Info am Samstag. Die Frauen sitzen demnach rund zweiwöchige Haftstrafen ab.

Mitglieder der Punkband wurden in der Vergangenheit wiederholt festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt. Die Gruppe sorgt immer wieder mit Aktionen für Aufsehen. Aljochina war 2012 international bekannt geworden, als sie mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurde. Sie hatte mit einem Punkgebet in einer Kirche gegen Russlands Präsident Wladimir Putin protestiert. Erst im September war sie erneut zu einem Jahr Freiheitsbeschränkung verurteilt worden.

Auch für die Plattform Owd-Info gab es postwendend repressionen: Sie wurde am Samstag behördlich gesperrt. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge erfolgte die Sperrung auf gerichtliche Anordnung. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor bestätigte den Schritt und verwies auf die Entscheidung der Richter, die festgestellt hätten, dass Informationen von Owd-Info "darauf abzielen, die Aktivitäten extremistischer und terroristischer Vereinigungen zu rechtfertigen".

Kommentare (1)
deCamps
2
1
Lesenswert?

Diese Frauen sind aus meiner Sicht schlicht und einfach letztklassig. Sorry.

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"Die Frauen sitzen demnach rund zweiwöchige Haftstrafen ab." 2 Wochen? Diese Frauen schrecken vor nichts zurück. Die Frage ist totaler Hungerstreik ohne Flüssigkeitsaufnahme oder nur feste Nahrungsmitteln? In Österreich hat ein junger Mann in Vorarlberg ohne Nahrungsaufnahme (Essen und trinken) in einer Arrestzelle bei der Gendarmerie "18 Tage" (wurde einfach vergessen) ohne gesundheitlicher Schäden ausgehalten.

"Die Nahrungsverweigerung kann ab etwa drei bis vier Wochen zu ernsthaften, zum Teil bleibenden gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tod führen, siehe Hungerstoffwechsel. Einige hungerstreikende Menschen haben 50 bis 70 Tage überlebt. Maggie Thatcher Premierministerin hat damals mit den IRA Leuten die einen totalen Hungerstreik ausgerufen haben kurzen Prozess gemacht. Wenn die Ärzte feststellen das die Gesundheit gefährdet ist, dann gibts Zwangsernährung.
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Er hat seinen Urin immer wieder aufgesammelt und dann getrunken. Unglaublich wozu der Mensch letztendlich fähig ist.