AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Kritik an Kaup-HaslerManker nennt Volkstheater-Bestellung "absoluten Skandal"

Paulus Manker kritisiert die Kür von Kay Voges und wirbt für die Wiederaufnahme-Premiere von "Die letzten Tage der Menschheit" am 21. Juni in die Serbenhalle von Wiener Neustadt.

Paulus Manker
Paulus Manker © APA/ROBERT JAEGER
 

Einen "absoluten Skandal" nennt Paulus Manker, der am 21. Juni in Wiener Neustadt Wiederaufnahme-Premiere mit seiner Inszenierung von "Die letzten Tage der Menschheit" feiert, den Bestellungsvorgang für die Volkstheater-Direktion. Manker hatte sich mit einem Simultanbühnenkonzept beworben. Zum Direktor ab 2020 wurde der Dortmunder Intendant Kay Voges ernannt, der sich gar nicht beworben hatte.

"Nachdem man über 70 BewerberInnen monatelang in einem Wettbewerb mit ausführlichen Konzepten hingehalten hat", sei offenbar "die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler in Panik und völliger Unkenntnis der Gegebenheiten nach Dortmund gehetzt", um Voges plötzlich "aus dem Hut zu zaubern", so Manker gegenüber der Austria Presse Agentur. Voges hatte bei seiner Vorstellung berichtet, vor zweieinhalb Wochen angefragt worden zu sein, ob er sich die Leitung des Volkstheaters vorstellen könne.

"Wie man hört, kannte die Kulturstadträtin den designierten Direktor nur vom Hörensagen, auch seine Arbeit als Regisseur kannte sie nicht, es war also ein Verzweiflungsschuss ins Blaue", kommentierte Manker. Dabei zeige sich, dass Jurys "nur pseudo-demokratische Vorgänge" und Politiker "nackt und bloß und völlig ahnungslos in ihren Entscheidungen" seien. "Das ist genau jene Art von Politikern, die wir nicht mehr brauchen und die schleunigst aus den Parlamenten entfernt gehören, welcher Couleur sie auch immer angehören."

Am 21. Juni gibt es in der Serbenhalle von Wiener Neustadt die Wiederaufnahme-Premiere des laut dem Regisseur von sechseinhalb auf fast acht Stunden ausgeweiteten Anti-Kriegs-Spektakels "Die letzten Tage der Menschheit". Für einige Zusatzvorstellungen gibt es noch Karten.

In der 300 Meter langen und 30 Meter hohen Halle, deren Stahlträger 1942 im serbischen Kraljevo abgebaut und in 400 Güterwaggons nach Wiener Neustadt gebracht wurden, um hier unter Einsatz von KZ-Häftlingen als Waffenproduktionsstätte der NS-Kriegsmaschinerie zu dienen, erleben die Besucher eine Reise vom Licht in die Finsternis und von der Euphorie in die Erschöpfung. Man beginnt den Parcours heiter in der Nachmittagssonne, erlebt den Jubel des Kriegsausbruchs, wird im zauberhaften Abendlicht im offenen Mannschaftswagen durch das Hallentor hinaus in die Wiesen- und Buschlandschaft der Umgebung gefahren, mit Speis und Trank versorgt und wird schließlich Zeuge des gespenstisch beleuchteten Höllensturzes der Monarchie.

Unter Paulus Manker: Spektakel: "Die letzten Tage der Menschheit"

Theater-Enfant-Terrible Paulus Manker pflanzt "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus in die 300 Meter lange und 30 Meter hohe Halle ...

Sebastian Kreuzberger

... deren Stahlträger 1942 im serbischen Kraljevo abgebaut und in 400 Güterwaggons nach Wiener Neustadt gebracht wurden um hier unter Einsatz von KZ-Häftlingen als Waffenproduktionsstätte der NS-Kriegsmaschinerie
zu dienen.

Sebastian Kreuzberger

Was für ein Ort für das Polydrama. Auch die Gstetten rund um die Halle wird bespielt. Ein gelunger Kniff.

Sebastian Kreuzberger

Effektreich und detailverliebt ausgestattet setzt Manker in einem sechseinhalbstündigen Parcours mit Abendessen diese Reose vom Licht in die Finsternis in Szene.

Sebastian Kreuzberger

Als bildgewaltiges Spektakel mit einem ausgeprägtem Hang zum Einsatz von basslastiger Musik und Pyrotechnik.

Sebastian Kreuzberger

Jedes einzelne Bild hätte sich eine eigene Instagram-Story verdient. Dementsprechend oft zücken die Besucherinnen und Besucher ihre Handys.

Sebastian Kreuzberger

Aber auch, weil die Inszenierung mit QR-Codes arbeitet, über die man sofort Hintergrundinfos bekommt.

Sebastian Kreuzberger

In 75 Szenen wird in Wiener Neustadt die Geschichte des ersten Weltkrieges vom Jubel beim Ausbrich bis zur allgegegenwärtigen Erschöpfung perspektivenreich erzählt, Kraus erzählte sie in 220 Szenen.

Sebastian Kreuzberger

Alle davon zu sehen, bleibt auf diesem Parcours unmöglich.

Sebastian Kreuzberger

Viel Spaß mit den weiteren Bildern!

Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
Sebastian Kreuzberger
1/27

Für heuer verspricht Manker "noch mehr SchauspielerInnen und mehr Schauplätze. So wird es die berühmte Szene zwischen dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und dem Dichter Ganghofer erstmals geben, den humorigen Dialog über den 'Bombenoberwerfer', die weiblichen Gasmasken aus dem Epilog und Alice Schaleks Unterhaltung über die Bombardierung von Venedig." Er selbst werde "heuer prominent in der Aufführung mitspielen, etwa als Nörgler und als Hofrat Schwarz-Gelber". Als Polydrama konzipiert, ist es für den Einzelnen unmöglich, alles zu sehen. Zwischen den zentralen Szenen in der Halle stellt sich jeder Besucher seinen Parcours durch die detailreich ausgestatteten Zimmerfluchten selbst zusammen.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.