"Es wird lustig werden", verspricht Volkstheater-Direktor Kay Voges für die Spielzeit 2022/23. Und verweist auf zwei Komödien unter 21 Premieren: Filmregisseur Leander Haußmann ("Sonnenallee") inszeniert Molières "Der eingebildete Kranke" und Voges selbst nebst dem Saisonauftakt "Faust" Kristof Magnussons Screwballkomödie "Apokalypse Miau" als Uraufführung. Voges’ dritte Spielzeit soll das Multidisziplinäre untermauern: Das Pre-Opening bestreiten der US-Künstler Paul McCarthy und die deutsche Mimin Lilith Stangenberg mit der Performance "NV / Night Vater / Vienna", angelehnt an den berüchtigten Film "The Night Porter".
Mit "Der Würgeengel" adaptiert Sebastian Baumgarten Luis Buñuels Film, das Bühnenbild stammt vom deutschen Bildhauer Tobias Rehberger. Und: Jonathan Meese setzt seine Arbeit am Haus ebenso fort. Im Frühling inszeniert Luk Perceval gleich fünf Shakespeares unter dem Titel "Rom". Dem brisanten Thema "Öl" sind zwei Premieren gewidmet: Sascha Hawemann inszeniert den gleichnamigen Roman von Upton Sinclair und die Chilenin Manuela Infante erarbeitet mit "Black Fame – A Noise Essay" einen "fast popkonzertähnlichen großen Monolog", sagt Voges. Nebst Claudia Bossard, die endlich "In den Alpen" von Elfriede Jelinek in einer Neubearbeitung von Fiston Mwanza Mujila auf die Bühne hieven wird, ist Infante die zweite Regisseurin in der Überzahl männlicher Regisseure.

Mickrige Auslastung


Nur 47 Prozent Auslastung zählt das Haus aktuell, 250 Abonnentinnen und Abonnenten sind nach der Sanierung geblieben. "Das tut weh und ist hochunbefriedigend", sagt der kaufmännische Geschäftsführer Cay Stefan Urbanek. Mit Kurzarbeit konnte man einiges abfedern, sodass das Budget nicht überspannt werden würde, so Urbanek.

Das dritte Spielzeitbuch sei dennoch Hoffnungsbekundung: "Wir glauben daran, dass Theater wieder stattfinden kann", sagt Voges. Meistens jedenfalls. Aktuell sei das Licht-Departement von einem Coronacluster betroffen. Ausfall von zwei Vorstellungen.


Aus regionaler Sicht erfreulich zu berichten: Der Grazer Regisseur Ed. Hauswirth adaptiert "Die Scham" von Annie Ernaux für die Dunkelkammer. Und die Grazer Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi wurde mit einer Stückentwicklung beauftragt; "Die Cousinen" feiern im März Uraufführung.