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David Lynch ist 75Ein Regisseur, der sich der Nacherzählung verweigert

Mit "Twin Peaks", "Lost Highway" oder "Eraserhead" setzte US-Regisseur David Lynch neue Maßstäbe. Surrealistisch, bildgewaltig, kaum nacherzählbar, aber immer eindringlich. Der Kult-Regisseur ist 75.

David Lynch ist 75
David Lynch ist 75 © (c) AP (Evan Agostini)
 

David Lynch sprengt mit seinen Filmen alle Konventionen. Mysteriös, undurchschaubar, beklemmend. Das ist es, was den am 20. Jänner 1946 in Montana, USA, geborenen Filmemacher auszeichnet. Seine Bildsprache ist unkonvetionell, sein Erzählstil nicht immer linear.

David Lynch wurde 1977 mit "Eraserhead" berühmt, darauf folgte eine lange und sehr erfolgreiche Karriere. Lynch hat auch im Fernsehen schon frühe neue Akzente gesetzt. "Twin Peaks" war sein Meisterstück aus den frühen 1990er-Jahren, in dem Mysterie, Horror, Drama, ja sogar Seifenoper-Elemente, verwoben werden. Um die Ermordung Laura Palmers spinnt sich ein beeängstigender Plot, der die vorstädtische Idylle in Frage stellt.

"Lost Highway" von 1997 markiert einen Punkt in seinem Schaffen, in dem der Surrealismus auf die Spitze getrieben wird. Es geht um die Bilder und deren Wirkung, nicht unbedingt darum, dass der Film eine verständliche Bildsprache benutzt. Zur Musik von Rammstein entwickelt sich ein berauschendes Filmfest. Und der Inhalt: Nicht mehr nacherzählbar. Fred und Reneé stehen im Mittelpunkt einer Handlung, die schwer als Handlung definierbar ist. Fred Madison (Bill Pullman) ist Jazz-Saxophonist, die Ehe mit seiner Frau Reneé (Patricia Arquette) steht unter keinem guten Stern.

Schon 1990 bekam Lynch die Goldene Palme in Cannes für "Wild at Heart - die Geschichte von Sailor und Lula". Lula Pace (Laura Dern) und Sailor Ripley (Nicolas Cage) sind die Protagonisten dieeses brutalen Roadmovie.

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Weitere Filme sind "Eine wahre Geschichte - The Straight Story" (1999) oder "Mullholand Drive" (2001). Lynch drehte auch viele Kurzfilme. Ziemlich beeindruckend ließ er 1995 für das Projekt "Lumière et Compagnie", in dem an das 100-jährige Jubiläum der Erfindung des Cinematographen erinnert wurde, die Außerirdischen kommen. 41 Regisseure lieferten für dieses Projekt ihre Arbeit ab, von Spike Lee über Michael Haneke bis eben David Lynch. Das Besondere an diesem Projekt war, dass die Regisseure alle mit der Original-Kamera der Gebrüder Lumière drehten. Alle Filme waren kaum eine Minute lang und waren ungeschnitten. 

Lynch war vier Mal für einen Oscar nominiert, doch ging er immer leer aus, 2019 verlieh ihm die Academy einen Ehren-Oscar.  Lynch ist vierfacher Vater.

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