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Ikone des französischen FilmsFilmlegende Michel Piccoli gestorben

Über 200 Filme drehte Michel Piccoli, allein sechs davon mit Romy Schneider. Jetzt verstarb die Ikone des französischen Kinos im Alter von 94 Jahren.

Michel Piccoli und Romy Schneider in "Die Dinge des Lebens"
Michel Piccoli und Romy Schneider in "Die Dinge des Lebens" © imago/United Archives (imago stock&people)
 

Er hat Romy Schneider geküsst, Nacktszenen mit Brigitte Bardot gedreht und für Regisseur Nanni Moretti den Papst gespielt. In mehr als 200 Filmen hat Michel Piccoli immer wieder überrascht. Nun ist Michel Piccoli im Alter von 94 Jahren an einem Schlaganfall verstorben, wie seine Familie bestätigt.

Insgesamt spielte der am 27. Dezember 1925 geborene Piccoli in über 200 Filmen mit. In sechs davon stand er an der Seite von Romy Schneider - etwa in "Die Dinge des Lebens" oder "Das Mädchen und der Kommissar". Für "Der Sprung ins Leere" gewann er 1980 in Cannes die Goldene Palme als bester Darsteller. Einer seiner letzten großen Leinwandauftritte wurde die Rolle als frisch gewählter Papst in Morettis "Habemus Papam" 2011.

Ikone des französischen Kinos: Leinwandstar Michel Piccoli gestorben

Er hat Romy Schneider geküsst, Nacktszenen mit Brigitte Bardot gedreht und für Regisseur Nanni Moretti den Papst gespielt. In mehr als 200 Filmen hat Michel Piccoli immer wieder überrascht. Nun ist die Ikone des französischen Kinos im Alter von 94 Jahren an einem Schlaganfall verstorben.

(c) AP (Laurent Gillieron)

Mit Romy Schneider drehte er sechs Filme, etwa "Die Dinge des Lebens" und "Das Mädchen und der Kommissar". Sie seien manchmal schwach geworden und hätten sich zu nicht immer "ehrlichen Gesten" hinreißen lassen, gestand Piccoli mit 90 in seiner Autobiografie, doch das habe nicht die Freundschaft zerstört, die beide miteinander verbunden habe.

(c) AFP (-)

Er war ein Großer seine Zunft und kannte alle Größen: Michel Piccoli hier mit Sänger Serge Gainsbourg.

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Michel Piccoli war eine Kämpfernatur. Im Beruf wie auch im Privatleben. Er ließ kein Filmfestival und keine Premiere aus, um auf die prekäre Situation des Schauspielerberufs hinzuweisen.

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Bei der Premiere von "Habemus Papam" in Cannes 2011: Michel Piccoli, Regisseur Nanni Moretti und die Schauspielerin Margherita Buy.

(c) dapd (Francois Mori)

Piccoli mit Regisseur Jean-Luc Godard.

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  Piccoli im Jahr 1966 mit der Sängerin Juliette Greco, mit der er auch verheiratet war.

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So kennt man ihn: Intensiver Blick, aber niemals aufdringlich.

(c) AFP (-)

Doch nicht nur vor der Kamera brillierte er, Piccoli war auch ein begnadeter Theaterschauspieler.

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Michel Piccoli und Romy Schneider.

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Geboren wurde der Spross einer Musikerfamilie am 27. Dezember 1925. Sein Vater war Violinist, seine Mutter Pianistin. Die kreative Laufbahn war auch Piccoli beschieden, wenngleich er eine andere Ausdrucksform als jene seiner Eltern wählte. Diese hatte er in seiner vor vier Jahren ...

(c) AFP (MICHEL CLEMENT)

... erschienen Autobiografie als ohne Leidenschaft beschrieben. Er kam nach dem Tod des von seiner Mutter über alles geliebten Bruders zur Welt. Seine ganze Kindheit über habe er mit einem Phantom gelebt. "Das Theater war in erster Linie der Wunsch gewesen zu fliehen", offenbarte Piccoli. 

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So zog es ihn nach seiner Schauspielausbildung auf verschiedene Bühnen, bevor ihn sein Weg ab 1960 zum Film führte.

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Piccoli war mehrfach verheiratet, hier mit seiner Frau Ludivine Clerc.

(c) AFP (CHRISTOPHE SIMON)
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Piccoli ist der Sohn einer Musikerfamilie italienischer Herkunft. Sein Vater war Violinist, seine Mutter Pianistin. Eltern ohne Leidenschaft, wie er in seinen Memoiren schreibt. Er kam nach dem Tod des von seiner Mutter über alles geliebten Bruders zur Welt. Seine ganze Kindheit über habe er mit einem Phantom gelebt. "Das Theater war in erster Linie der Wunsch gewesen zu fliehen", offenbart er.

Michel Piccoli
Michel Piccoli Foto © (c) AP (Laurent Gillieron)

Schauspielstudium, Auftritte auf verschiedenen Bühnen und ab 1960 Filme mit Stars wie Brigitte Bardot, Romy Schneider und Regisseuren wie Alfred Hitchcock, Luis Buñuel und Jean-Luc Godard. Leidenschaftlicher und romantischer Liebhaber - Piccoli war mehrmals verheiratet, darunter auch mit Juliette Gréco - eiskalter Mörder und verzweifelter Künstler. Piccoli hat so ziemlich alles gespielt. In einer seiner letzten Rollen auch den Papst.

Der Film "Habemus Papam" von Nanni Moretti wurde 2011 in Cannes gezeigt. Den Papst zu spielen, das komme nicht oft vor. Doch sei ihm die Rolle nicht schwer gefallen, sagte er damals. Piccoli gehört zu den begnadeten Schauspielern, die mit Mimik und wenigen Gesten überzeugen. Allein die Art, wie er seine buschigen Augenbrauen zusammenzieht, spricht Bände.

Zu jenen, die sein schauspielerisches Geheimnis am besten auf den Punkt bringen, gehört Agnès Varda. "Er versteht es, seine Kunst zu verbergen, weil er die Gabe hat, sie sparsam einzusetzen." Für die 87-jährige Regisseurin spielte er in "Hundert und eine Nacht" - eine Komödie und eine Hommage auf 100 Jahre Filmkunst. Darin gab Piccoli Monsieur Cinéma, einen alten Mann, der die ganze Filmgeschichte Revue passieren will. Doch leider lässt sein Gedächtnis nach. So wie das von Piccoli. Für einen Schauspieler sei das eine Katastrophe, gestand er in seiner Autobiografie. Er wünsche sich, dass er ewig weiter spielen könne, doch leider werde es irgendwann ein Ende geben.

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Danke für Ihr Verständnis.

styrianprawda
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RIP

Zufällig sah ich gestern einen Film mit ihm: "Blutige Hochzeit", von C. Chabrol.

Er hat mir immer schon gefallen, obwohl er mir immer etwas unheimlich erschien.

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brosinor
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unheimlich

Unheimlich ist mMn der beste Begriff der auf ihn passt!
Allerdings hat er dieses Attribut in seiner Papstrolle völlig verloren - da war er nur noch unheimlich sympatisch und lieb!
ein großer Verlust. Aber er hat ein wunderbares Alter erreicht, nach einem sicher wunderbaren Leben.....

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styrianprawda
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@brosinor

Ich hatte oft das Gefühl, er könnte im nächsten Moment völlig durchdrehen.

War es die Abgeklärtheit und Ruhe des Alters, die ihn seine Papstrolle so wunderbar ausfüllen ließ?

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