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Preisträgerin 2018Olga Tokarczuk: Streitbare Nobelpreisträgerin aus Polen

Schon zuletzt wurde sie bei den Wettanbietern hoch gehandelt, nun hat sie den mit einem Jahr Verspätung vergebenen Literaturnobelpreis 2018 auch tatsächlich zugesprochen bekommen: Die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk (57).

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Olga Tokarczuk © APA/AFP/REPORTER/BEATA ZAWREL
 

Schon zuletzt wurde sie bei den Wettanbietern hoch gehandelt, nun hat sie den mit einem Jahr Verspätung vergebenen Literaturnobelpreis 2018 auch tatsächlich zugesprochen bekommen: Die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk (57) darf sich über die prestigeträchtige, mit neun Millionen schwedischen Kronen (ca. 831.000 Euro) dotierte Auszeichnung freuen.

Die 1962 in Sulechow geborene Tokarczuk studierte in Warschau Psychologie, bevor sie sich verstärkt dem Schreiben widmete. Nach Abschluss ihres Studiums war Tokarczuk aber noch als Therapeutin tätig, erst Ende der 1990er nahm die Literatur einen größeren Platz in ihrem Leben ein. 1993 erschien ihr Romandebüt "Die Reise der Buchmenschen", in dem sie ihre Protagonisten in der spanisch-französischen Grenzregion des 17. Jahrhunderts nach einem mysteriösen Buch suchen lässt.

Ausgewählte Bücher

  • "Erna Eltzner" in "Ich trage das Land Wieser, 1996: das Frauen-Buch Ränder"
  • "Ur und andere Zeiten" (Roman) Berlin-Verlag, 2000
  • "Der Schrank" (Erzählungen) Deutsche Verlags-Anstalt, 2000
  • "Taghaus, Nachthaus" (Roman) Deutsche Verlags-Anstalt, 2001
  • "Letzte Geschichten" (Roman) Deutsche Verlags-Anstalt, 2006
  • "Spiel auf vielen Trommeln" Matthes und Seitz, 2006 (Erzählungen)
  • "AnnaIn in den Katakomben: der Mythos der Mondgöttin Inanna" Berlin Verlag, 2007 
  • "Unrast" (Roman) Schöffling, 2009
  • "Der Gesang der Fledermäuse" (Roman) Schöffling, 2011
  • "Die Jakobsbücher" (Roman) Kampa, 2019

Seitdem hat sich Tokarczuk zu einer der profiliertesten Autorinnen ihres Heimatlandes gemausert, die etwa auch mehrfach mit dem Nike-Preis in Polen ausgezeichnet wurde. Der endgültige Durchbruch folgte mit ihrem dritten Roman "Ur und andere Zeiten" (1996), in dem sie sich auch mit der polnischen Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzte. In den folgenden Jahren erschienen einige ihrer Werke auch in dem von Tokarczuk selbst gegründeten und geführten Verlag Ruta.

Besonders in jüngster Vergangenheit konnte sich Tokarczuk über viele Auszeichnungen freuen, darunter der Usedomer-Literaturpreis sowie der Brückepreis. Erst im vergangenen Jahr wurden ihr für ihren Roman "Unrast" der Man-Booker-Prize sowie für "Die Jakobsbücher" der Jan-Michalski-Literaturpreis zugesprochen. Insgesamt wurden ihre Werke bisher in 25 Sprachen übersetzt.

Allerdings gab es in Polen auch Kritik an der Schriftstellerin, hatte sie ihrer Heimat doch Intoleranz gegen Flüchtlinge und Antisemitismus vorgeworfen, woraufhin sie sich mit Anfeindungen auseinandersetzen musste. Den Literaturnobelpreis für Tokarczuk argumentierte die Schwedische Akademie mit "ihrer narrativen Vorstellungskraft, die, in Verbindung mit enzyklopädischer Leidenschaft, für das Überschreiten von Grenzen als eine neue Form von Leben steht".

 

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