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Chaos bei Jubiläums-WoodstockKein Ort, kein Geld und keine Tickets

50 Jahre Woodstock sollte mit einem Megafestival zelebriert werden. Doch noch ist völlig offen, ob es überhaupt stattfinden kann: Es fehlt an allen Ecken und Enden.

Blick auf die zahlreichen Besucher des legendären Musikfestivals Woodstock in Bethel, New York, USA, im August 1969.
Blick auf die zahlreichen Besucher des legendären Musikfestivals Woodstock in Bethel, New York, USA, im August 1969. © (c) dpa/A0001 UPI (A0001 UPI)
 

Es gibt eine Idee für einen Ausrichtungsort und es gibt Vorstellungen zur Organisation. Aber wenige Monate vor dem geplanten Riesen-Event "Woodstock 50" fehlt das Geld und es ist unklar, ob das Festival überhaupt stattfinden wird. Das ist nach internen Querelen der aktuelle Stand zum geplanten dreitägigen Musikfestival im August - all das erinnert ein wenig an die Originalveranstaltung 1969.

Heuer ist aktuell vor allem unklar, wer für die hohen Gagen von Superstars wie Jay-Z, Santana und Miley Cyrus aufkommen soll. Drei Millionen Dollar Auftrittsgelder sind laut US-Branchenseite "Billboard" schon gezahlt worden, doch nun fehle weiteres Geld. Am Montag hatte Hauptinvestor Dentsu Aegis Network den Stecker gezogen und mitgeteilt, dass das Festival nordwestlich von New York abgesagt sei. Es sei nicht möglich, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die dem Markennamen "Woodstock" gerecht werde und die Sicherheit von Künstlern und Zuschauern garantiere, so die offizielle Formulierung.

"Billboard" berichtete zudem, dass es neben Finanzierungsproblemen auch wachsende Bedenken gab, ob der geplante Veranstaltungsort Watkins Glen im Norden des Bundesstaats New York auf die kalkulierten 100.000 Besucher ausgerichtet sei. Das Festival in diesem rund 180 Kilometer entfernt vom ursprünglichen Woodstock gelegenen Örtchen war bisher vom 16. bis 18. August geplant.

Veranstalter wollen weitermachen

Schnell folgte eine öffentliche Antwort der Veranstalter. Sie wollten auch nach der Absage des Investors weitermachen, zitierten mehrere US-Medien ein Statement des Festival-Teams. Darin heißt es: "Wir haben vor, neue Partner zu finden." Das Team wolle die harte Arbeit und die Unterstützung des Staates New York würdigen. "Es wird ein Jubiläums-Festival Woodstock 50 geben, so wie es sein sollte. Und es wird spitze."

Tatsächlich gibt es auch für externe Beobachter einige Ungereimtheiten: Der Vorverkauf für Tickets war verschoben worden und hat rund dreieinhalb Monate vor dem geplanten Start noch nicht begonnen - reichlich ungewöhnlich in Zeiten anderer Groß-Konzerte, deren Eintrittskarten teils eineinhalb Jahre vor der Veranstaltung verkauft werden. Außerdem sei die angepeilte Zuschauerzahl von 100.000 auf 75.000 heruntergeschraubt worden, berichtet die lokale Nachrichtenseite syracuse.com.

Ebenfalls ungewöhnlich ist die Informationspolitik der Organisatoren: Auch inmitten des aktuellen Streits gibt es für interessierte Fans keine neuen Informationen auf offiziellen Social-Media-Kanälen. Sowohl bei Facebook als auch bei Twitter liegen die letzten Nachrichten fast zwei Wochen zurück.

Ähnliche Probleme hatte es im Zusammenhang mit der Marke immer wieder gegeben: Nachdem ein Jubiläumskonzert 1994 glückte, hatte es bei einer weiteren Neuauflage 1999 einige Brände, viel Chaos und einige Vorwürfe von sexueller Gewalt auf dem Veranstaltungsgelände gegeben.

Schon die Original-Veranstaltung Ende der 1960er Jahre stand zunächst unter keinem guten Stern. Das ursprüngliche Woodstock-Festival im August 1969 gilt mit legendärer Atmosphäre und geschätzt 400.000 Besuchern heutzutage zwar als Höhepunkt der Hippie-Bewegung, Konzerte von Jimi Hendrix, Janis Joplin und The Who sind legendär.

Doch auch damals hatte es bereits Streit um den konkreten Veranstaltungsort rund 150 Kilometer nordwestlich von New York gegeben. Anrainer in Woodstock fürchteten die Hippie-Horden und schließlich wurde das Festival nur einen Monat vor der Veranstaltung in das etwa 70 Kilometer entfernt gelegene Städtchen Bethel verlegt. Dort soll es im August ein weiteres Jubiläumskonzert geben - deutlich kleiner als das dreitägige Festival mit unklarer Finanzierung.

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