Wir Älteren hatten es gut. Wir konnten als Kinder unsere Horrorvideos und Gewaltspiele noch blättern. Als Daumenlutscherbub fürchtete ich den Rotschopf mit der Riesenschere gewaltig, aber am meisten graute mir vor dem Schluss von "Max und Moritz": Nach dem letzten Streich waren die Strizzis "zu erblicken / fein geschroten und in Stücken / doch sogleich verzehret sie / Meister Müllers Federvieh".

Ich hielt das als Sympathisant der beiden für eine bodenlose Ungerechtigkeit, aber liest man die Verbrechenskartei der Zwei-Mann-Gang mit strenger Richtermiene, war das wehe, wehe Ende absehbar: Tierquälerei ("Jedes legt noch schnell ein Ei"), Diebstahl ("Schwupdiwup!"), Sachbeschädigung ("Ritzeratze!"), Ruhestörung ("Kritze, kratze!"), versuchter Meuchelmord ("Rums!").