Mit dem dritten Tag im Green Park St. Pölten endete das Frequency Festival 2025 am Freitagabend. Zehntausende Besucher verfolgten nationale und internationale Acts von Nina Chuba über die Chappell Roan bis Shawn Mendes und feierten bis spät in die Nacht. So manchen Fan dürfte jedoch die Show des deutschen Rappers Finch (35) auf der Space Stage mehr als irritiert haben. Wie Videos auf sozialen Netzwerken zeigen, stimmten die Konzertbesucher laute Buhrufe an und ließen wütend Beleidigungen wie „Hu*ensohn“ in Richtung der Bühne fallen. Denn das mehrheitlich österreichische Publikum lässt sich nicht gern von Deutschen beschimpfen.
Finch kommt aus Frankfurt an der Oder und machte sich vor allem mit Partysongs im deutschsprachigen Raum einen Namen. Mit dem Song „Liebe auf der Rückbank“ gemeinsam mit dem bayrischen Schlagerrapper Tream hielt er sich 58 Wochen lang auch in den österreichischen Single-Charts. Im neuen Lied „Wenn du dumm bist“ macht er sich über Anhänger der AfD lustig.
„Falco hat sich so sehr geschämt, dass...“
Der Grund für die Aufregung war aber nicht Finch selbst, sondern ein Gastbeitrag während seines Auftritts. „Mir hat ein Vögelchen gezwitschert, ihr würdet so gerne zu Deutschland gehören. Aber leider fehlt es euch an Niveau, Intellekt und gutes (sic!) Aussehen“, brüllt jemand von der Bühne in die Menge aus Österreichern. Der muskulöse Mann provoziert nicht nur das Publikum, sondern hält auch eine junge Frau gewaltsam fest. Er hätte hier in Österreich „Sissi und Franz erwartet“, stattdessen sehe er „hässliche Wirtshausschla**en und Stammtischalkoholiker“.
Als wäre das nicht schon mehr als genug, schreit der Mann weiter ins Mikrofon: „Ich verstehe, dass Arnold Schwarzenegger das Land verlassen hat.“ Und dann geht er in den Augen vieler einfach zu weit und überschreitet sämtliche Grenzen: „Ich verstehe, dass Falco sich so sehr geschämt hat, dass er sich das Leben genommen hat.“ Der Mann auf der Bühne erntet laute Buhrufe und Mittelfinger aus dem fassungslosen Publikum. Falco starb 1998 bei einem Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik.
Deutscher Wrestler steckt dahinter
Rapper Finch, der eigentlich auftreten sollte, steht derweil abseits der Bühne. Als „größte Schande des Ostens“ bezeichnet zu werden, lässt der Musiker nicht auf sich sitzen. Er fordert den Mann zu einem Duell auf - dieser entpuppt sich als der deutsche Wrestler und Schauspieler Pascal Spalter. Die junge Frau nutzt ihre Gelegenheit und schlägt den Wrestler mithilfe eines Klappstuhls zu Boden - Applaus folgt.
Zwar handelte es sich um eine bewusste, satirische Provokation als Teil der Bühnenshow, dennoch nennen viele User auf TikTok die Performance „peinlich“ oder „ekelhaft“. Vor allem der Falco-Gag sei mehr als unpassend gewesen: „Eine Legende ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen“, so ein Fan der österreichischen Musiklegende.
ORF distanziert sich „selbstverständlich“
Nach Medienberichten über den Vorfall meldete sich die FPÖ via Pressemitteilung zu Wort. „Beim ORF ist jedes Maß verloren gegangen“, wird Mediensprecher Christian Hafenecker zitiert. Der Radiosender FM4 sei laut FPÖ Hauptsponsor des Festivals, Millionen Österreicher müssten diesen „linksideologischen Irrsinn unfreiwillig bezahlen“.
Der ORF dementiert: „FM4 ist Namensgeber des Festivals, aber nicht Hauptsponsor und hat keinen Einfluss auf Programm und Line-Up, schon gar nicht auf Gäste der auftretenden Interpreten wie im konkreten Fall“, teilte er in einer Stellungnahme mit. „Selbstverständlich“ distanziere sich der ORF vom umstrittenen Auftritt, der nicht im Radio zu hören gewesen sei.