Ist Kinokunst ein Spektakel? Nicht zwangsläufig, haben doch auch immer wieder kleine, feine Filmgeschichten und einige experimentelle Randphänomene ihre Berechtigung auf der Leinwand. In seiner Essenz lebt die siebente Kunst aber, seit ihren Anfängen in der Jahrmarktwelt, von immersiven Bildern und narrativer Energie. In Hollywood und seiner kritischen Rezeption hierzulande wird das allzu oft auf ein Eventkino voller Computereffekte und Superhelden verengt. Mit „Der Brutalist“ kommt nun eine wunderbar überwältigende Geschichte ganz ohne Effekt-Helden ins Kino, die amerikanischer und epischer nicht sein könnte – und gerade damit zum großartigsten Film der letzten Jahre wird.