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KARRIERESTARTWas Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Der hauseigene Kindergarten der Firma Magna in Kooperation mit der Volkshilfe Steiermark zeigt, dass der erste Schritt einer umfangreichen Berufsvorbereitung nicht erst in der Volksschule gesetzt wird.

Großzügig angelegter Garten und gleichzeitig ein Vergnügungs- park der Ideen © (c) Manuel Hanschitz
 

What are you doing?“, schallt es streng quer über die Sandkiste hinweg. „Das bedeutet ,Was tust du da?‘ auf Deutsch“, erklärt das Mädchen mit dem dunkelgekräuselten Haar. Der verdutzte Bub wiederholt murmelnd, was er gehört hat. Den Sand wirft er nun nicht mehr wild um sich. Lektion gelernt.

Die erste Bildungsinstitution im Leben eines Menschen ist der Kindergarten. Er ist weit mehr als ein Spielplatz. Er ist ein Vergnügungspark der Ideen. Der Betriebskindergarten der Firma Magna in Thondorf stellt dies einmal mehr unter Beweis. Rund 70 Kinder erleben hier „ohne es wirklich zu wissen“ ihren ersten Karriereschritt. Hier sollen die Kinder zum ersten Mal Betriebsluft schnuppern, mit der Materie der Firma in Kontakt kommen.

Dieser Themenbereich nennt sich in der Theorie „Natur und Technik“. Zu finden ist er dank des Bildungsrahmenplans in jedem österreichischen Kindergarten. Durch die enge firmeninterne Kooperation haben die jungen Forscherinnen und Forscher des Magna-Kindergartens jedoch ganz besondere Möglichkeiten zum Entdecken. Sie können beispielsweise im Logistikbüro des Konzerns „mithelfen“ oder echte Autos designen. „Das ästhetische Bewusstsein von Kindern wird oft unterschätzt“, weiß die Leiterin der hauseigenen Nachwuchsschmiede, Ursula Wieser.

Kindergartenleiterin Ursula Wieser mit der von den Kindern gebastelten G-Klasse Foto © (c) Manuel Hanschitz
Unter den Kleinen lassen sich bereits jetzt echte Design-Profis ausfindig machen. „Grafisch unterscheiden einige Kinder deutlich zwischen einem BMW und einem Mercedes“, so Wieser. Für überzogen oder zu früh hält die Leiterin diese Form der Nachwuchsförderung nicht. „Ein Kind lässt sich ohnehin zu nichts zwingen. Wenn es etwas über Füchse erfahren möchte, wird auch das tollste Auto nicht gegen diese Neugierde ankommen“, klärt die gebürtige Hartbergerin auf. Sofern möglich, dürfen die Kinder sich ohnehin beschäftigen, wie sie wollen.

„What are you doing?“ Der kleine Bub hätte dem Mädchen eigentlich getrost antworten können: „Heute lerne und forsche ich für morgen.“

Der Kindergarten: eine Rennstrecke ohne Zeitmessung Foto © (c) Manuel Hanschitz

Foto © (c) Manuel Hanschitz

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