Nach den Kennenlerntagen gab es für Melanie Schaffer keinen „Plan B“ mehr: „Da wusste ich: Das ist es!“ Kurz darauf begann sie ihre Lehre bei Pankl. Die Produkte des obersteirischen Industrieunternehmens sieht man selten. Sie stecken unter Motorhauben und in Triebwerkverbauungen prominenter Marken. Tatsächlich sind die an den Pankl-Standorten in Bruck an der Mur und Kapfenberg entwickelten, konstruierten und produzierten Kolben, Pleuel, Kurbelwellen, Turbo-Komponenten sowie Aluminiumschmiedeteile und komplette Fahrwerksysteme in den Boliden der schnellsten Motorsportserien und glamourösen Luxusautos verbaut. Konkrete Namen werden nicht genannt, aber auch die Abnehmer von Pankls Antriebskomponenten in Triebwerken für Flugzeuge, Helikopter und die Raumfahrt sind namhafte Branchenriesen.  

In diese Welt tauchte Schaffer nach ihrer Schulausbildung 2019 auf Empfehlung einer Bekannten ein und absolvierte bis 2023 eine Lehre. „Ich wollte nach der neunten Schulstufe unbedingt eine Lehre machen und mein eigenes Geld verdienen“, so Schaffer. Der Plan ging auf. Mittlerweile ist sie selbst in der Lehrlingsausbildung aktiv. „Ich habe schon früh gemerkt, dass mir die Arbeit mit meinen jungen Kolleginnen und Kollegen gefällt und habe noch während der Lehrzeit gesagt, dass ich mir das vorstellen könnte“, erinnert sie sich. Nach der Lehre sei dann der Ausbildungsleiter auf sie zugekommen und habe gefragt, ob das Angebot beziehungsweise Interesse für ein Engagement in diesem Bereich noch bestehe. „Und ich hab‘ ja gesagt.“

Die Entwicklungen der Jugendlichen während der Lehre zu beobachten, sei erfüllend, sagt Schaffer: „Aus den jungen Menschen wissbegierige angehende Fachkräfte zu machen, macht mich stolz.“ Zusammen mit einem siebenköpfigen Team arbeitet sie in der Lehrwerkstatt im Bereich Zerspanungstechnik. Die dreieinhalbjährige Lehre ist umfang- und abwechslungsreich: Man lernt das Drehen und Fräsen an konventionellen Maschinen, aber auch das Programmieren und Bedienen modernster CNC-Apparate. Neben den technischen Aspekten des Berufs steht aber auch methodisches Lernen von Problemlösungsstrategien und Arbeitsplanung sowie digitale Skills für die Arbeit mit modernen Technologien am Lehrplan. Obwohl die eigene Ausbildung noch gar nicht lange her ist, ortet Schaffer diesbezüglich schon eine Zunahme in Sachen Digitalisierung.

Anziehungskraft des Unternehmens

Abgesehen von Zerspanungstechnik werden bei Pankl auch Lehrstellen für Mechatronik, Betriebslogistik, IT-Systemtechnik, Werkstofftechnik und Maschinenbautechnik angeboten. Aktuell werden so bei Pankl 120 Lehrlinge ausgebildet, der Frauenanteil liegt bei den technischen Lehrberufen bei rund 30 Prozent. Wer die Lehrabschlussprüfung erfolgreich absolviert und entsprechende Motivation zeigt, wird übernommen.

Um die Anziehungskraft des Unternehmens zu erhöhen, werden den Lehrlingen bei Pankl unter anderem die Möglichkeit zur Lehre mit Matura, fachspezifische Aus- und Weiterbildungen, interner Förderunterricht während der Arbeitszeit, Ausflüge sowie das Klimaticket, Sporteinheiten mit ausgebildeten Trainern und Prämien für besondere Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb.