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Forschung aus Kärnten - FH3D-Druck wird auf Touren gebracht

Noch immer plagen Kinderkrankheiten die nicht mehr ganz taufrische 3D-Drucktechnologie. FH-Forscher suchen Lösung.

Das Team des CiSMAT experimentiert mit selbst gebauten 3D-Druckern zum Einsatz von faserverstärktem Kunststoff
Das Team des CiSMAT experimentiert mit selbst gebauten 3D-Druckern zum Einsatz von faserverstärktem Kunststoff © FH Kärnten
 

Den Frust kennen Hobby-Bastler vom 3D-Drucker zu Hause: Das Gerät, das beliebige Objekte Schicht für Schicht aus geschmolzenem Plastik zusammenklebt, ist nicht perfekt. Nach dem Druckvorgang müssen oft Oberflächen mühsam glatt geschmirgelt werden, die Schichten können sich voneinander lösen, oder das Objekt klebt stur auf der Druckplatte fest – die Technologie hat noch Luft nach oben. An der FH Kärnten wird an Verbesserungen geforscht.

Denn was die Bastler im Hobbykeller nervt, ist auch im industriellen Maßstab ein Problem: „Im 3D-Druck sind die einzeln gedruckten Schichten sehr robust, aber die Verbindung dieser Schichten ist noch nicht fest genug“, sagt Pascal Nicolay. Der Physiker leitet das Forschungsinstitut CiSMAT der FH Kärnten, wo Anfang Oktober eine Kooperation mit dem französischen Roberval-Labor der Technischen Universität Compiègne besiegelt wurde. Im Rahmen von zwei Doktorarbeiten sollen Verbesserungsmöglichkeiten in der 3D-Drucktechnologie ausgelotet werden.

Ein Projekt befasst sich mit der Entwicklung einer Lösung, die mechanische Teile direkt in 3D druckt und nicht mehr nur Schicht für Schicht zusammensetzt. Darüber hinaus soll die Robustheit der Teile durch die Verwendung von verstärkten Druckmaterialien gewährleistet sein. Die Teile werden dadurch belastungsfähiger und können vielseitiger verwendet werden, etwa in der vom Leichtbau geprägten Luftfahrtindustrie. In dieser Hightech-Branche sind die physikalischen Eigenschaften gedruckter Bauteile besonders kritisch – davon handelt das zweite Projekt.

Eines unserer Ziele ist ein Verfahren, das Bauteile nach genau definierten physikalischen Eigenschaften ausdruckt.

Pascal Nicolay

Pascal Nicolay
Pascal Nicolay Foto © FH Kärnten

Additive Fertigungsverfahren können Bauteilen ganz bestimmte thermische oder akustische Merkmale verleihen, je nachdem, welche Materialien und geometrischen Strukturen zum Einsatz kommen. „Unser Ziel ist, ein Verfahren zu entwickeln, das die Teile gemäß den gewünschten Eigenschaften ausdruckt“, sagt Nicolay. Erste Testdrucke im Labor der FH sollen schon bald starten.

Projektpartner

CiSMAT steht für Carinthia Institute for Smart Materials and Manufacturing Technologies. Das Forschungsinstitut der FH hat sich zur Aufgabe gemacht, innovative Lösungen für die Industrie der Zukunft zu entwickeln.

Roberval ist ein Forschungslabor der Technischen Universität Compiègne in Frankreich. Es ist auf das Design innovativer mechanischer und multiphysikalischer Komponenten und Systeme spezialisiert.

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