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Kapseln mit Geschmack Waterdrop-Gründer: "Man arbeitet für seine Mitarbeiter, nicht umgekehrt"

Waterdrop-Gründer Martin Murray über seine starke Mutter und worauf er bei Bewerbern ganz besonders achtet.

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  1. Von welchem Beruf haben Sie als Kind geträumt?
    Als Kind wollte ich „Mistkübelfahrer“ werden, der Beruf hat mich fasziniert. In der Schule wollte ich später eine Art „Marketing Manager“ werden. Erst auf der Uni wurde mir klar, dass ich ein echter Vollblut-Unternehmer bin.

  2. Wer hat Sie am meisten gefördert?
    Meine Mutter. Sie hat immer alles für uns – wir sind insgesamt drei Kinder – gemacht. Ohne sie hätte ich mich mit Sicherheit nicht so entwickeln können. Sie hat mich jeden Sonntag frühmorgens zu Schach- und Fußballturnieren gefahren, war immer interessiert an dem, was wir aktuell machen und hat es, ohne Druck anzuwenden, geschafft, dass wir alle drei eine sehr gute Ausbildung genießen durften.

    Zur Person

    Martin Murray hat an der Wirtschaftsuniversität Wien Internationale BWL studiert. Es folgte ein Studium in Mailand, danach war er vier Jahre lang bei der Boston Consulting Group tätig.
    2016 gründete er Waterdrop – Kapseln mit denen Wasser mit Geschmack verliehen werden kann.

  3. Wo haben Sie das Führen gelernt?
    Ich frage mich, ob man das überhaupt lernen kann. Durch meine wirtschaftliche Ausbildung habe ich natürlich schon sehr früh Chancen bekommen, diverse Teams zu führen. So wirklich lernen kann man es aber nur, wenn man tatsächlich Verantwortung übernehmen muss. Im Grunde ist es aber ganz simpel. Man muss nur in der Lage sein, seine Vision so zu kommunizieren, dass man andere davon begeistert und man muss verstehen, dass man selbst für seine Mitarbeiter arbeitet, nicht umgekehrt.
  4. Auf wessen Rat hören Sie?
    Der wichtigste Entscheidungskreis ist für mich die Abstimmung mit meinen Mitgründern Christoph Hermann und Henry Wieser. Ich war selbst lange in der Beratung und weiß daher, wie leicht es ist, Ratschläge zu geben und wie schwer die Umsetzung ist. Wir sagen hier „the idea is 1%, execution 99%“.

  5. Was zeichnet gute Chefs aus?
    Da gibt es viele Eigenschaften. Ich bin sehr zugänglich, immer optimistisch und helfe ununterbrochen so viel ich kann. Ich versuche, das Leben meiner Mitarbeiter zu erleichtern und zu motivieren.

  6. Was schätzen Sie an Mitarbeitern?
    Proaktivität, Ehrlichkeit und Ehrgeiz.
  7. Was war Ihre wichtigste Begegnung?
    Ich hatte das Glück, meinen schottischen Großvater für ein paar Jahre kennenzulernen. Ich nahm auch seinen Nachnamen an, als er starb. Er hat mich viel über das Geschäftsleben und das Leben im Generellen gelehrt.

  8. Worauf achten Sie bei einer Bewerbung?
    Bei Interviews achte ich auf Elan, ob jemand ins Team passt und Fachkompetenz. Alle drei Komponenten müssen sehr stark sein, in mindestens einer Dimension hervorragend. Drive und Teamfit sind mir im Zweifelsfall wichtiger als Fachkompetenz. Mittlerweile kriegen wir erfreulicherweise so viele Bewerbungen, dass wir tatsächlich nur 10 Prozent einladen und davon nur 20 Prozent ein Angebot machen.

  9. Sind Sie für die Frauenquote in Chefetagen?
    Ich halte generell wenig von Quoten, da Karrieren meiner Meinung nach immer dem Prinzip der Meritokratie erfolgen sollten. Ich bin dafür, dass man in der gesamten Ausbildung Frauen und Männern das Gleiche ermöglichen sollte. Weiters bin ich für viel stärkere gesetzliche Anreize im Karenzsystem für Frauen wie auch für Männer, zum Beispiel sollten Männer ebenfalls ein Jahr in Karenz gehen dürfen. Ich habe einen guten Bekannten, der das bei einer Investmentbank in New York City implementiert hat, das kulturelle Argument kann hier daher absolut kein Grund sein.

  10. Was ist Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit?
    Wir tragen einen kleinen, aber feinen Beitrag dazu bei, dass die Produktion von Plastikflaschen abnimmt und dadurch weniger CO2 in die Welt gesetzt wird.