2015 flohen Mohamed Rihawi (49) und seine Ehefrau Suhart al Mustafa (46) vor dem Krieg in ihrer Heimat, Bagdad im Irak, nach Österreich. Heute, acht Jahre später, eröffneten sie ihren ersten eigenen Kebap-Laden "Babylon" in der Klagenfurter Straße 9 in Völkermarkt.
"Wir haben hart für diesen Tag gekämpft, nun ist es endlich so weit und ich freue mich sehr darauf", erzählt der Inhaber stolz. Der gelernte Koch ist kein Quereinsteiger in der Gastroszene. Mehr als 30 Jahre Berufserfahrung, in den verschiedensten Ländern und Lokalen, bringt Rihawi mit. Auch seit seiner Ankunft in Völkermarkt habe er in verschiedenen Lokalen ausgekocht.

Mohamed Rihawi in seinem neuen Laden
Mohamed Rihawi in seinem neuen Laden © Jasmin Schuster


"Jetzt freue ich mich aber in meinem eigenen 47 Quadratmeter großen Laden zu stehen und zu kochen", sagt Rihawi, der bei Bekannten und Freunden besonders für seine Grillspeisen wie Cevapcici, gegrillten Fisch oder Calamari bekannt ist. Neben Kebap vom Huhn gibt es aber auch noch Burger, Pasta, Pide und knapp 40 Pizzen. Eine Spezialität des Kochs seien die arabischen Vorspeisen, darunter Granatapfelkerne mit Joghurt, ein Auberginensalat sowie Hummus und Tabouleh. Einen Kebap gibt es um vier Euro, eine Pizza ab sieben Euro und der "Babylon"-Vorspeisenteller kostet ebenfalls sieben Euro. Zusätzlich gibt es noch ein Dürüm und ein Kebap-Menü inklusive Pommes und Getränk um 8,90 und 9,50 Euro.

Der Vorspeisenteller
Der Vorspeisenteller © Jasmin Schuster

Alle Teige werden von dem Koch selbst hergestellt und die Zutaten werden regional aus Österreich bezogen. "Eine hohe Qualität ist mir sehr wichtig und das schmeckt man auch", gibt der Koch Einblick.

Das Besitzerehepaar bei der Eröffnung
Das Besitzerehepaar bei der Eröffnung © Jasmin Schuster
Alle Zutaten werden frisch und regional aus Österreich bezogen
Alle Zutaten werden frisch und regional aus Österreich bezogen © Jasmin Schuster

Schwerer Verlust

Rihawis betrieb schon in seiner Heimat einen Laden, in dem er Grillspezialitäten und traditionelle Gerichte anbot. "Diesen habe ich während des Krieges leider verloren", erzählt der Inhaber betroffen. Doch dies war nicht sein einziger Verlust in der Heimat. Auch seine drei Brüder, seine Eltern sowie der Bruder seiner Frau verlor er im Krieg. "Ich habe in meiner Heimat niemanden und nichts mehr. In den acht Jahren in Völkermarkt haben wir uns gut integriert, viele Freunde gefunden, hart gearbeitet und viel gelernt", so der 49-Jährige.

Beim Erlernen der deutschen Sprache half ihnen ein befreundetes Ehepaar, das sie in einem Alphabetisierungskurs in St. Kanzian kennenlernten. Nachdem der Kurs nach wenigen Monaten zu Ende war, blieb das Paar mit den beiden weiterhin in Kontakt und gab ihnen Privatunterricht. "Das war eine große Hilfe für uns. Ich habe keine Familie mehr in meiner Heimat – sie sind jetzt unsere Familie."