Die beim Drau-Kraftwerk Schwabeck in Lavamünd angeschlossene 110-kV-Schaltanlage der Austrian Power Grid (APG) wurde umfassend modernisiert. Insgesamt wurden 7,3 Millionen Euro in die Erneuerung der Anlage verbaut. "Investitionen wie diese sind die Voraussetzung, um eine sichere Stromversorgung auch unter den Anforderungen der Energiewende gewährleisten zu können", stellt Christoph Schuh, Unternehmenssprecher der APG, fest.
Die Arbeiten mussten in zehn aufeinanderfolgende Bauabschnitte unterteilt werden, da immer ein Großteil der Anlage in Betrieb bleiben musste. "Baubereiche mussten über Hochspannungskabel und Freiluftprovisorien geschaltet werden, damit die Versorgungssicherheit aufrechterhalten werden konnte", berichtet Wolfgang Ranninger, Projektleiter von der Austrian Power Grid. Nach Freischaltung der einzelnen Bereiche wurden die bestehenden Altanlagen aus den 1970er-Jahren demontiert und die Betonfundamente abgebrochen. Der Neubau startete dann mit dem Einbau von Fundamenten und den Verlegungen von Erdungsnetzen. Anschließend wurden die Stahlsteher aufgebaut, neue Hochspannungsgeräte für 110.000 Volt installiert und die elektrischen Starkstrom-Verbindungen aufgebaut.
Eine Baustelle unter Strom
"Die Arbeiten waren extrem herausfordernd, konnten aber dank des hohen Einsatzes des gesamten Teams termingerecht, ohne Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit und vor allem unfallfrei umgesetzt werden", berichtet Ranninger weiter. Aus sicherheitstechnischen Gründen mussten außerdem Abstände von mindestens zwei Metern zu spannungsführenden Teilen eingehalten werden – auch beim Aufstellen und beim Bedienen von Baggern, Betonpumpen oder Autokränen mussten diese jederzeit gewährleistet bleiben. Ranninger: "Ein Unterschreiten dieser Abstände hätte einerseits zu schweren Unfällen vor Ort mit Personengefährdungen, aber auch zu größeren Versorgungsunterbrechungen von elektrischer Energie im Unterkärntner Raum und im Lavanttal führen können."
Durch den Umbau der Schaltanlage wurde die maximale Übertragungsleistung wesentlich erhöht. "Somit können die Erzeugungskapazitäten der geplanten Windkraftanlagen im Bereich der Koralpe über die 110-kV-Schaltanlage Schwabeck nach Obersielach in das weiterführende Netz abtransportiert werden", meint Ranninger.
Die Betreuung der Anlage erfolgt vom Personal des nahe gelegenen Regionsknotens Umspannwerk Obersielach bei Völkermarkt aus. Die Anlage ist im Normalbetrieb unbesetzt, daher gibt es auch nach dem Umbau keine Mitarbeiter der APG vor Ort.
Weitere Investitionen
Die APG investiert in den nächsten zehn Jahren 3,5 Milliarden Euro in die österreichische Strominfrastruktur. Schuh: "Das ist der Schlüssel, um die Anforderungen der Zukunft, das Gelingen der Energiewende sowie die Elektrifizierung von Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft zu ermöglichen."