Seit vier Jahren läuft in der Gemeinde Bleiburg/Pliberk ein umfassendes Zusammenlegungsverfahren für 116 Grundstücke, die insgesamt 98 Hektar umfassen und 24 verschiedene Eigentümer betreffen. Diese riesige Fläche befindet sich zwischen Moos und der neuen ÖBB-Hochleistungsstrecke, die an der Grenze des Zusammenlegungsgebietes verläuft. „Ziel solcher Verfahren ist es, die landwirtschaftliche Bewirtschaftung durch größere, zusammenhängende Flächen zu erleichtern und langfristig zu optimieren“, erklärt Agrarreferent und Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber (ÖVP). Nun wurde eine Landesförderung aus dem Agrarreferat für das Projekt beschlossen, insbesondere für die Errichtung des Wirtschaftswegenetzes. Die Gesamtkosten von 360.000 Euro werden mit rund 245.000 Euro unterstützt.
Mit diesem mehrstufigen Prozess, der von den 24 Grundeigentümern angeregt wurde, sollen agrarstrukturelle Mängel wie ungünstige Grundstücksformen, zersplitterter Grundbesitz oder unzureichend erschlossene Flächen behoben oder reduziert werden. Dafür wird zunächst die Außengrenze des Verfahrensgebiets neu vermessen, alle betroffenen Grundstücke werden bewertet und im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung neu projektiert und eingeteilt.
In der Ortschaft Moos sind so aus 116 Grundstücken, die im Schnitt 0,84 Hektar groß waren, nun 40 Grundstücke mit einer Durchschnittsgröße von 2,45 Hektar geworden. Die neuen landwirtschaftlichen Flächen wurden den Eigentümern schon zugeteilt. Auch wurden bereits die Erschließung der neuen Grundstückseinteilung sichergestellt und „Altwege“, die aufgrund der neuen Einteilung nicht mehr benötigt werden, beseitigt und rekultiviert.
„Nach Abschluss des Verfahrens hat jedes Grundstück eine rechtlich gesicherte Zufahrt und eine für die Bewirtschaftung möglichst günstige Form. Das spart den Landwirten nicht nur Zeit und Kosten, sondern steigert langfristig die Produktivität und damit die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Betriebe“, sagt Gruber. Im Rahmen der Erschließungsarbeiten werden auf einer Gesamtfläche von rund 2,9 Hektar auch Maßnahmen umgesetzt, die die ökologische Ausstattung verbessern und die Biodiversität erhöhen sollen. 90 Prozent der hierfür vorgesehenen Kosten von 5.000 Euro übernimmt das Land. Mit dem tatsächlichen Abschluss des Verfahrens sei laut Agrarbehörde 2026 oder 2027 zu rechnen.