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A10 TauernautobahnHeftige Kritik an geplantem Tempo 140

A10-Abschnitt zwischen Spittal Ost und Villach West Favorit für Teststrecke. Bürgermeister betroffener Gemeinden üben Kritik. Kostenfrage noch nicht geklärt.

Das Verkehrsleitsystem auf der A10 zwischen Villach und Spittal ist derzeit abgeschaltet
Das Verkehrsleitsystem auf der A10 zwischen Villach und Spittal ist derzeit abgeschaltet © KLZ/Holzfeind
 

Die Bilder des Sitzstreiks gegen Tempo 160 auf der Tauernautobahn (A10) bei Paternion aus dem Jahr 2006 sind vielen noch in Erinnerung. Die Testphase des Verkehrsministeriums unter dem damaligen Ministers Hubert Gorbach (BZÖ) dauerte aber nicht lange und wurde nach nur zwei Monaten still und leise eingestellt. Nach zwölf Jahren nimmt die Diskussion aber wieder Fahrt auf. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) testet derzeit auf der Westautobahn (A1) Tempo 140, auch Teststrecken in Kärnten lässt er derzeit prüfen.

Die ÖVP-Landesräte Martin Gruber (Straßenreferent) sowie Ulrich Zafoschnig (Mobilitätsreferent) bringen die rund 30 Kilometer lange Strecke auf der A10 zwischen Spittal Ost und Villach West ins Spiel. Wegen ihrer Infrastruktur als Teil der ehemaligen 160-Teststrecke würde sie sich anbieten. Hauptargument: Tempo 140 würde den Verkehrsfluss im Pendlerverkehr verbessern. Nachteile für Umweltschutz und Verkehrssicherheit gäbe es nicht.

Raunig
2006 kam es zu Protesten und einem Sitzstreik auf der A10 bei Paternion © Raunig

Kritik kommt aus den betroffenen Gemeinden und hier auch aus den eigenen Reihen. „Die Diskussion ist widersinnig. Hier wird nur populistisches Kleingeld gemacht. Den Schwerverkehr von den Autobahnen auf die Schiene zu verbannen wäre bei weitem wichtiger“, wettert der Spittaler Verkehrsreferent Franz Eder (ÖVP). Bürgermeister Gerhard Pirih (SPÖ) hält auch nichts von der Teststrecke: „Die Emissionen werden so nicht weniger.“

"Schnapsidee"

Als „Schnapsidee“ bezeichnet Alfons Arnold, SPÖ-Bürgermeister in Paternion, den Vorstoß. „Wir waren schon einmal Teststrecke und der Nutzen war gleich Null.“ Josef Haller (SPÖ Ferndorf) sieht darin „keine Zeitersparnis“. Hermann Moser, SPÖ-Bürgermeister in Weißenstein, sagt: „Wir sind jetzt schon lärmbelästigt genug.“

Ende Jänner sollen die Kärntner Teststrecken fixiert sein. Bisher bedeckt hält man sich über die Kosten. Für das damalige Verkehrsleitsystem der zwölf Kilometer langen Tempo 160-Teststrecke von Spittal nach Paternion wurden vom Bund rund fünf Millionen Euro ausgegeben. Das System gilt mittlerweile aber als veraltet und müsste bei Bedarf komplett erneuert werden. Laut Albert Kreiner, Leiter der Abteilung 7 des Landes, könnten bei „nur 140“ übliche Gebotstafeln ausreichen. „Das wäre kostengünstiger, muss aber erst von der Asfinag geprüft werden“, sagt er. Die Asfinag schweigt bis dato dazu.

Für die beiden ersten Teststrecken auf der A1 wurden bisher 300.000 Euro für Blechtafeln, Streckengutachten sowie Luft-, Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen ausgegeben. Die erste Zwischenbilanz im November war positiv, heißt es vom Ministerium.

Die Chronologie

Februar 2005. Der FPÖ- und später BZÖ-Verkehrsminister Hubert Gorbach wagt den Vorstoß zu 160 km/h auf der Autobahn.
November 2005. Es wird bekannt, dass sich die erste Teststrecke im BZÖ-regierten Kärnten befinden wird: die 12 Kilometer auf der Tauernautobahn (A10) zwischen Spittal und Paternion. Frühjahr 2006. Nach Protesten wird Testlauf nach nur zwei Monaten eingestellt.
November 2006. Weiterer Versuch für Tempo 160. Aus der ÖVP-BZÖ-Koalition bedeutet auch Ende für Tempo 160. Gorbachs Nachfolger, Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) beendet das Projekt.
Frühjahr 2018. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) will 140 km/h auf Autobahnen. Testlauf auf A1.
Dezember 2018. Hofer lässt 140-Teststrecken in Kärnten prüfen.

Kommentare (11)

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ErichGolger
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Für das damalige Verkehrsleitsystem der zwölf Kilometer langen Tempo 160-Teststrecke von Spittal nach Paternion wurden vom Bund rund fünf Millionen Euro ausgegeben.

Es ist nicht das "damalige" Verkehrsleitsystem, sondern jenes, das österreichweit durchgehend auf seine Verwirklichung wartet. Also Teil von etwas, das seit langer Zeit geplant, aber noch nicht durchgehend umgesetzt wurde.

Mit Tempo 140 hat es soviel wie gar nichts zu tun! Es zeigt z.B. bei nasser Fahrbahn geringere erlaubte Höchstgeschwindigkeiten an - an die sich dann kaum jemand hält (Paternion bis Spittal Ost).

Womit wir wieder beim Thema wären. Die Idee des Meister Eder, den Schwerverkehr durch die Schiene zu entlasten, ist gut 30 Jahre alt, wird leider nicht von den zuständigen Gremien aufgegriffen. Er selbst pfeift aber wahrscheinlich auf die Diskussion um Tempo 140. Er bewegt seinen Jaguar jedenfalls zügig.

Ich sehe die Diskussion um Tempo 140 auch eher als Thema für die Faschingszeitung, als für eine ernstzunehmende Tageszeitung...

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lupinoklu
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Sinnlose Diskussion- Thema verfehlt!!!

Kann man zu der Debatte um die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nur sagen. Stellen sie sich mit einem Messgerät auf die A 10 und kontrollieren die Durchschnittsgeschwindigkeit, die dort gefahren wird. Mit 130 am Tacho glaubt man dieser ist defekt, weil man permanent überholt wird.
Haargenaue Einstellung (bzw. pol. Kontrolle) der Motoren sowie intakte Katalysatoren bzw. Dieselfilter sind das wahre Thema!
Und wer wirklich was für Sicherheit und Umwelt machen will, plädiert für 130 km/h Richtgeschwindigkeit bei trockener und ein absolutes Tempo von 100 km/h bei nasser Fahrbahn. Dann wird die durchschnittliche Stickstoffbelastung auch die gewünschten Werte erreichen!!!

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enzianbrenner
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aha ...

- mit besagtem messgerät an einer anderen autobahn geht das NICHT
- was hat der katalysator mit 140 oder 100 zu TUN
- der dieselfilter ? ... oder werden die benziner GETRAGEN
- stickstoffbelastung ???... fast 80% unser luft ist STICKSTOFF

... ach hör mir doch auf !

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VerantwortungUmwelt
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Stickstoff (N) und Stickstoffdioxid (NO2) bzw. Stickoxide (NOx)

Der Stickstoff alleine ist nicht das Problem, sondern die Stickstoffverbindungen und auch andere Verbindungen wie z.B. HC- Benzol, die sehr gesundheitsschädlich sind.

Wissen Sie, was beim Gasgeben hinten rauskommt?

Feinstaubpartikel wie z.B. Russpartikel
Formaldehyd (CH2O)
Stickoxide (NO und NO2)
Benzol (C6H6)
Dinitropyrene (C16H18N2O64)
Benzo(a)pyren (C20H12)
Kohlenmonoxid (CO)
Kohlenstoffdioxid (CO2)

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ErichGolger
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Ohne Zahlen ist die Aufzählung relativ wertlos!

Schön, die chemischen Formeln, aber Ähnliches kommt in der Küche beim Kochen auch heraus.

Ohne Grenzwertbetrachtung ist die Aufzählung wertlos!

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VerantwortungUmwelt
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Chemische Formeln besche

Geben Sie folgendes in die Suchmaschine ein:
Was hinten rauskommt, wenn wir Gas geben EMPA 2017.

Hier ist alles schön erklärt.

Die österreichischen Grenzwerte finden Sie auf Umwelt.at und die WHO- Grenzwerte finden Sie auf Wikipedia.

Leider fehlt mir die Zeit, Ihnen die Auswirkungen von Lärm und Kfz-Abgasen zu erklären.

Tatsache ist, dass Untersuchungen gezeigt haben, dass Menschen und auch Kinder, die in der Nähe einer Autobahn wohnen, ein hohes Risiko haben, krank zu werden.
z.B. Leukämie usw.
Wenn die Straße vor der Haustüre krank macht!!!!!

In Kärnten waren im Jahr 2016 über 8100 Personen wegen Krebs in Behandlung...

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enzianbrenner
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was ist ...

...mit dem streckenabschnitt velden - wernberg - velden ?? da ist doch so ein140-er sinnvoller !!! ... ach ja, ist ja nicht die A10

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eston
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Rechenaufgabe für Zentralmatura

Um wieviel ist man/frau auf diesen 30 km schneller, wenn Tempo 140 statt 130 gilt? Berücksichtigen Sie bitte die 100km/h-Beschränkung Kroislerwandtunnel (880m).

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Hausverstand100
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Tempo 140, wozu?

Mit der Diskussion um Tempo 140 lässt sich vorzüglich von wichtigeren ablenken.
Am meisten aber gefallen mir die Reaktionen von speziell SPÖ Politikern, die reflexartig verdammen, was in dieser Richtung vorgeschlagen wird, beim wochenlangen Terror durch die GTIdioten sind diese aber schmähstad!
Einen wirklichen Vorteil durch die 140 kann ich aber, obwohl beruflich Vielfahrer, nicht erkennen, mehr bringen würde es, wenn man etwas weniger die Lappalien Delikte kriminalisieren, dafür die echten Gefährder aus dem Verkehr ziehen würde!

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Amadeus005
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Güter auf Schiene würden mehr bringen

20 km mit 140 erspart so viel Zeit wie 2.3 km bei einem Elefanten-Überholmanöver mit 80 km/h hinten nach zu fahren.

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joschi41
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KM/H

Auf der Suche nach Medienaufmerksamkeit werden die Freiheitlichen immer wieder fündig. Was seinerzeit unter Haider begonnen hat, wird bis zum Überdruss fortgeführt. Dass man dabei wiederholt beim Gaspedal landet ist beabsichtigt, schließlich sind wir alle Autofahrer.

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