Vom Bodensee nach Villach flog im März 1976 eine Graugans. Nicht irgendeine, sondern „eine der berühmten Graugänse des Verhaltensforschers Prof. Konrad Lorenz“, schrieb die Kleine Zeitung am 11. März 1976.
Entdeckt von spielenden Kindern an der Drau wurde das entkräftete Tier zunächst von selbigen ob seines „seltsamen Aussehens“ mit Steinen beworfen. „Erst nachdem der Tierschutzverein Villach vom Auftauchen des seltenen gefiederten ,Eindringlings‘ Kenntnis erhalten hatte, wurden die notwendigen Schritte zur Rettung eingeleitet“, heißt es in der Kleinen Zeitung.
In Villach aufgepäppelt
Der Ring am Fuß des Vogels gab Auskunft über die Herkunft der Graugans. Sie gehörte zur Vogelwarte Radolfzell in Deutschland. Lorenz erklärte damals, dass Graugänse immer wieder in ihr Gebiet zurückkämen. Das in Villach entdeckte Tier wurde wohl erschreckt oder auf andere Weise irritiert.
Bis zu ihrer Heimreise per Bahn fand die Graugans Unterschlupf bei Kleintierzüchter Ewald Winnicki, der die Gans mithilfe seiner Söhne einfangen konnte.