Der Elternverein des CHS Villach kritisiert Änderungen bei Unterstützungsangeboten für Schülerinnen und Schüler. Konkret geht es um weniger Stunden im Lerncoaching und um die aus Sicht des Elternvereins fehlende regelmäßige Präsenz der Schulpsychologie an der Schule. „Noch im laufenden Schuljahr wurden an Schulen Kürzungen umgesetzt, die uns mit großer Sorge erfüllen: Die Schulpsychologie ist nicht mehr regelmäßig an der Schule präsent, sondern muss bei der Bildungsdirektion angefordert werden, und auch die Stunden des Lerncoachings wurden reduziert“, sagt Obmann Christopher Slug-Lindner.

Christopher Slug-Lindner ist Obmann des Elternvereins und fordert die Rücknahme der Halbierung der Jugendcoachingstunden und mehr Präsenz der Schulpsychologie
Christopher Slug-Lindner ist Obmann des Elternvereins und fordert die Rücknahme der Halbierung der Jugendcoachingstunden und mehr Präsenz der Schulpsychologie © KK

Besonders ins Gewicht falle die Halbierung des Lerncoachings. Gerade angesichts von Leistungsdruck, Zukunftsängsten und persönlichen Krisen brauche es niederschwellige Ansprechpersonen direkt vor Ort. „Wir brauchen einen Ausbau dieser Angebote, keinen Abbau“, so Slug-Lindner. Er fordert mehr Präsenz der Schulpsychologie an der Schule sowie eine Aufstockung der Coachingstunden. Zur Erklärung: Jugendcoaches unterstützen Schülerinnen und Schüler bei Lernproblemen, Motivationskrisen und Konflikten, vermitteln Praktika und Lehrstellen, eröffnen berufliche Perspektiven und beugen Schulabbrüchen vor. In Kärnten wird das Angebot über die ÖSB Consulting organisiert. Trotz ihrer zentralen Rolle als Vertrauenspersonen und Schulsozialarbeiter kürzte das Sozialministerium das Budget für dieses Programm im vergangenen Oktober.

Ina Tremschnig, Leiterin der Schulpsychologie und des schulärztlichen Dienstes, weist den Vorwurf einer Kürzung zurück. „Bei der Schulpsychologie wurde nicht eingespart. Es hat personelle Veränderungen gegeben“, erklärt sie. Die zuständige Kollegin habe vorübergehend in einem anderen Bezirk aushelfen müssen, zusätzlich habe es durch Karenzen einen Engpass gegeben. Dadurch sei die Vor-Ort-Besetzung im vergangenen Semester pausiert worden. Es habe aber immer die Möglichkeit der Betreuung gegeben.

Ina Tremschnig, Leiterin der Schulpsychologie und des schulärztlichen Dienstes erklärt
Ina Tremschnig, Leiterin der Schulpsychologie und des schulärztlichen Dienstes erklärt © Helmuth Weichselbraun

Normalerweise findet einmal im Monat ein Sprechtag an der Schule statt, zu dem sich Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte anmelden können. Bei Bedarf würden weitere Termine vereinbart. „Es wird auf alle Fälle noch in diesem Semester wieder die gewohnte Lösung geben, dass ein Schulpsychologe oder eine Schulpsychologin zu fixen Zeiten in der Schule sein wird“, so Tremschnig.